(David Berger) Gestern hat die Firma „Bruno Gmünder“ bekannt gegeben, dass das Erscheinen des Printmagazins „Männer“ komplett eingestellt wird. Einige Wochen zuvor wollte man den Abonnenten, zumal jenen, die die kommenden Hefte längst bezahlt hatten, das vierteljährliche Erscheinen des Magazins in „erweitertem Umfang“ noch als Fortschritt verkaufen. Spätestens nach dem überraschenden Tod des Herausgebers des Magazins war jedoch klar, dass man das Magazin endgültig ins Grab gewirtschaftet hat.

Als jemand, der selbst knapp zwei Jahre Chefredakteur von Deutschlands größtem und langlebigsten Gay-Magazin „Männer“ war, erlaube ich mir hier eine Grabrede.

Zu Beginn des Jahres 2013 bat mich der damalige Herausgeber und Firmeninhaber Tino Henn die Chefredaktion des im Verlag seit mehr als 30 Jahren erscheinenden „Männer“-Magazins zu übernehmen. Der berufliche Wechsel vom Vatikanprofessor zum Chefredakteur von Deutschlands größtem Schwulenmagazin, war noch einmal ein Thema, das die großen Medien beschäftigte.

Die „Welt“ schrieb damals:

„David Berger, ein ehemaliger katholischer Theologe, wurde deutschlandweit bekannt, als er sich 2010 als homosexuell outete und über sein Leben als schwuler Theologe einen Bestseller schrieb („Der heilige Schein“). Nun ist der 45-Jährige neuer Chefredakteur des in Berlin erscheinenden Schwulenmagazins „Männer“. Das Juni-Heft wird sein Debüt sein, es erscheint am Mittwoch. Damit steigt Berger zu einem der wichtigsten Stichwortgeber der schwulen Community in Deutschland auf. Und die Monatszeitschrift „Männer“ erhält einen kampagnenerprobten, weit über die Grenzen der Szene bekannten Chef.“ (Welt, vom 27.05.2013, S. 38)

Bei der Übernahme des Magazins bemerkte ich sehr schnell, dass schwule Männer neben der Homophobie der katholischen Kirche ein weiteres Problem haben, das sie stark belastet und das bis dahin weitgehend tabuisiert war. Ich erinnere mich noch sehr gut an jene ersten Tage im neuen Job, als ich von Lesern immer wieder gefragt wurde, ob es nun nicht an der Zeit sei, den tödlichen Homohass im Islam stärker ins Visier zu nehmen – statt immer wieder die im Vergleich dazu doch deutlich harmlosere Homophobie der katholischen Kirche zu kritisieren.

Vorsichtig wagte ich den Versuch mit einem Schwerpunktheft zu Islam und Homosexualität. Noch bevor das Heft überhaupt erschienen war, gab es innerhalb der linksgrünen Homoszene enorme Aufregung.

Ein Mitarbeiter des linkspopulistischen Blogs queer.de beschimpfte mich als islamophoben Rassisten, das Magazin als „schwulen Stürmer“. Gleichzeitig schrieben mir aber zahlreiche schwule Männer, die aus deutschen Großstädten über Gewalterfahrungen durch Männer mit muslimischem Migrationshintergrund klagten.

Und dabei immer wieder betonten, dass man bei den einschlägigen Hilfsstellen oder Homo-Medien, an die man sich gewandt habe, immer nur an einer Sache wirklich interessiert war: Die Angaben über den kulturell-religiösen Migrationshintergrund möglichst tief unter den lukrativen rosa Teppich zu kehren.

männer aktuellWeil mir der totgeschwiegene Leidensdruck Homosexueller von Leserbrief zu Leserbrief deutlicher wurde, nahm ich mich immer mehr des Themas Islam und Homosexualität an, was schließlich im Februar 2015 zu meiner fristlosen Entlassung als Chefredakteur wegen „Islamophobie“ führte. Inzwischen hatte ein neuer Inhaber die herausgebende Firma übernommen.

Wie sein in der Homoszene immer wieder ironisch kommentiertes Verhalten im „Berghain“ und anderswo zeigte, wollte der damals noch als Rechtsanwalt arbeitende Frank Zahn, der große Teile des Bruno Gmünder Verlags gekauft hatte, vor allem bei der linken Berliner Queerszene beliebt sein. Also genau in jenen Kreisen, die seit Monaten eine Kampagne gegen mich fuhren – und mir alles, wovor sie größte Angst haben unterstellten: von Islamophobie, Fremden- und Frauenfeindlichkeit bis hin zu der Tatsache, dass ich ein weißer Mann bin, der mit seiner Geschlechtlichkeit als Mann keine Problem hat. Auf einmal sollten auf dem Cover des Magazins „Männer“ keine Männer mehr abgebildet werden, die wie Männer aussahen.

Sehr bald nachdem der neue Herausgeber seine Tätigkeit aufgenommen hatte, wollte er mich Anfang Dezember 2014 zwingen, zu dem Themen Islam und dem linkspopulistischen Agieren der „Deutschen Aidshilfe“ fortan zu schweigen – und zwar auch in den Magazinen und Zeitungen (ZEIT, HuffPost, The European usw.), für die ich damals auch schrieb.

Ich sagte ihm direkt, dass ich mich an dieser Anweisungen nicht halten werde: Angesichts der Islamisierung Deutschlands zu schweigen, sei ein Verbrechen, auf das ich mich nicht einlassen werde.

Ab diesem Zeitpunkt sah mein Stellvertreter seine Stunde gekommen und bot sich Zahn als Ersatz für mich an. Seine Themenschwerpunkte lagen u.a. bei Männerbärten und Musicaltheatern, in denen Hunde eine Hauptrolle spielen. Von daher drohte von ihm keinerlei Gefahr für Linke, die schwule Männer als ihre Schoßhündchen halten, so lange sie brav nach ihrer Pfeife tanzen. An die Seite gestellt bekam er einen für seine Tätigkeit gut dotierten Kumpel Zahns – beide verband eine längere Geschichte -, der in Berlin seit einigen Jahren als reichlich umstrittener Homoaktivist auftrat: Alfonso Pantisano. Der sollte seinen Einfluss auf die für ihre Aktionen im Stil der Antifa bekannten Mitglieder der Gruppe „Enough is enough“ und deren soziale Netzwerke nutzen, um „Männer“ in der Gruppe jüngerer, v.a. linksgrün ausgerichteter Homosexueller bekannter zu machen.

Islamkritik oder einen kritischen Blick auf die durch die Flüchtlingsströme Merkels importierten Hass und Gewalt gegen homosexuelle Männer suchte man von da an vergebens. Debatten fanden nicht mehr statt.

Während die von linksgrünen Kreisen gegen mich gefahrene Kampagne in den letzten Monaten meiner Chefredakteurszeit dem Magazin extrem viele Neuabonnenten bescherte, scheint die Zahl der Leser seit der Umwandlung des Magazins von einem politisch ausgerichteten zu einem seichten, aber politisch korrekten Reizwäschemagazin kontinuierlich zurückgegangen sein.

Bis sich der Herausgeber dann auch mit meinem Nachfolger zerstritt, weil der den Einfluss des normalerweise als Schauspieler arbeitenden, mit Journalismus und Publizistik kaum vertrauten Alfonso Partisano immer mehr ausweiten wollte. So schmiss dieser dann vor einigen Wochen das Handtuch. Und der bislang vor allem für die Texte der Softpornomagazine „Dreamboys“ und „Macho“ zuständige Paul (Karsten) Schulz wurde noch eilig zum Chefredakteur gemacht.

Bis wiederum wenige Wochen später die erstaunte Öffentlichkeit dann die Nachricht vom plötzlichen Tod Frank Zahns erreichte. Das Ende für die Männer, das nur das Präludium für das Bekanntwerden eines größeren Fiaskos zu sein scheint, wirft auf die Geschehnisse der letzten Monate und Wochen ein ganz neues Licht.

So bleibt mir hier ein vielfaches R.I.P auszusprechen – für Vergangenes und Kommendes.

Und um mit der Bibel zu sprechen: die Wege des Herrn mit uns sind nicht immer sofort durchschaubar, aber immer gerecht und gut …