(David Berger) Der bekannte Islamkritiker Hamed Abdel-Samad hat auf Facebook in der Diskussion Stellung bezogen, die von den Dresdner Bürgerprotesten zum Tag der deutschen Einheit ausgelöst wurde – Harte Kritik übt er dabei auch an Politikern und Angela Merkel.

Das Pöbeln werde allmählich zu einer „Kommunikationsstrategie in Deutschland“.  Aber er warnte:

„Wir sollten nicht so tun als wären nur Pegidisten und AFDler die Pöbler und die restlichen Parteien nur Menschen zugewandte Humanisten. In jeder Partei gibt es Mitglieder und Anhänger deren IQ knapp über die Zimmertemperatur liegt und mit denen macht es keinen Sinn zu diskutieren.“

Und er kann dabei aus eigenen Erfahrungen schöpfen: „Vor einem Jahr wurde ich von Hunderten Demonstranten in Dachau mit Trillerpfeifen und üblen Beschimpfungen empfangen.

Ich wurde umzingelt, als Faschisten beschimpft und wurde körperlich angegriffen. Nur mit Polizeigewalt konnte ich befreit werden. Die Demonstranten waren keine Pegidisten oder AFDler sondern ein Gemisch aus Linken, Grünen, SPDlern und Antifa-Aktivisten.“

Ähnlich sei es dem sozialdemokratischen Publizisten Thilo Sarrazin im letzten Jahr in Berlin gegangen, der habe sogar eine Veranstaltung ganz abbrechen müssen, weil Pöbler ebenfalls aus der linksgrünen Ecke die Veranstaltung so massiv gestört hatten.

Und er fragt zurecht:

„Warum blieb damals der Aufschrei der Medien aus, wenn man tatsächlich prinzipiell gegen das Pöbeln ist? War das so, weil die Angegriffenen damals die Falschen waren oder weil die Angreifer die richtigen waren? Warum ist man cool und revolutionär wenn man für die Linken pöbelt aber gefährlich wenn man das auf der rechten Seite macht?“

Auch die Politiker, die sich gerne als die politische Mitte Deutschlands bezeichneten, hätten inzwischen einen Hang zum Pöbeln. Allen voran Angela Merkel, „die allen Demonstranten in Dresden „Kälte in ihrem Herzen“ bescheinigt hatte.
Herr Oppermann von der SPD hat wiederholt die Wähler der AFD als „Nazis im Schafspelz“ und „hochgefährliche vulgäre Rassisten“ bezeichnet.

Auch viele Medien ließen keine Gelegenheit aus, Anhänger der AFD als „Alternative für Nazis“ und „aufrechte Stehpinkler“ und vieles mehr zu bezeichnen.“

Er sei verwundert, dass man nun empört sei, dass ein kleiner Teil der so Beschimpften in ähnlicher Weise antwortet bzw. Jene Vulgarität an den Tag lege, die man ihm zugeschrieben habe. 

Und er schließt: „Nein, jeder sollte sich an der Nase fassen. Und jede Partei, ob rechts oder links, sollte mit der Pöbelei aufhören, weil die Stimmung tatsächlich vergiftet ist. Nur wem die Argumente fehlen, schreit laut. Und Gewalt beginnt da wo man sprachlos oder sprachunfähig wird. Also, aufpassen!“

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