Empathie für Terroristen, Angst vor der eigenen Bevölkerung

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(David Berger) Zwei prominente Politiker haben sich zu dem Blutbad von Würzburg geäußert. Flüchtlingskoordinator Peter Altmaier sieht keine erhöhte Terrorgefahr durch die Migrationswelle, Bundespräsident Gauck will die Gefährder besser verstehen und zugleich Volksentscheide auf Bundesebene verhindern.

Große Entwarnung kommt von den Politikern nach dem Blutbad von Würzburg. Peter Altmaier, der von Angela Merkel zum erfolgreichen Flüchtlingskoordinator gemacht wurde, sieht durch die Flüchtlinge in Deutschland kein erhöhtes Terrorrisiko. Im „heute journal“ (ZDF) ließ er die Öffentlichkeit wissen:

„Die meisten Terroristen, die in den vergangenen Monaten Anschläge begangen haben, waren keine Flüchtlinge, sondern Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind“.

Auch die kritischen Nachfragen der Moderatorin, die einwarf, dass die Versicherung, über die Flüchtlingsrouten kämen keine Terroristen nach Deutschland, offensichtlich falsch sei, konnten Altmaier nicht aus der Bahn werfen. Dadurch dass viele Menschen nach Deutschland kämen, sei es schon denkbar, dass der eine oder andere Terrorist darunter ist bzw. „dass der eine oder andere von ihnen ebenfalls für solche Ideologien anfällig ist“. Deshalb dürfe sich Deutschland jetzt aber nicht „international abschotten“.

Jetzt auch wieder bei der CSU aufkommende Bedenken seien kein Anlass zur Sorge: Die Behörden legten bereits bei der „Einreise“ großen Wert auf den „Abgleich mit Datenbanken“, in denen man „terroristische Gefährder“ gespeichert habe. Zugleich bemerkte Altmeier jedoch, dass der Attentäter von Würzburg eben noch nie als Terrorist in Erscheinung getreten und daher nicht in der Datenbank aufgetaucht sei. Insgesamt seien aber in der letzten Zeit durch sein Engagement große Erfolge erzielt worden, nun sei es an der Zeit, das Internet stärker zu kontrollieren.

Auch Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich einem Interview mit der Bildzeitung zu den Vorgängen. Seine ganz von Empathie getragenen Strategie gegen den Terror:

„Wir müssen besser verstehen, woher die Krisen im Nahen und Mittleren Osten kommen, aber vor allem, warum einige junge Menschen in unseren europäischen Gesellschaften so empfänglich sind für radikale islamistische Ideen und sich für menschenverachtende Untaten instrumentalisieren lassen.“

Im scharfen Kontrast zu all dem, was wir über den Axt-Terroristen von Ochsenfurt wissen, bemerkte Gauck, dass die terroristischen Mörder„aus dem gesellschaftlichen Abseits“ kämen und die Deutschen sich zur Verhinderung weiteren Terrors „um eine Verbesserung von Zukunftsperspektiven“ für Migranten kümmern müssten.

Zugleich gab er wohlweislich bekannt, dass er – im Unterschied zu früheren Positionen – nun gegen Volksentscheide sei. Etwa in Fragen der Sicherheit gebe es kein einfaches Ja oder Nein, nach dem man die Menschen in Deutschland befragen könne. „Oft müssen schwierige Kompromisse gefunden werden, die mit Volksentscheiden nicht möglich sind.“Das könnten nur unsere Politiker bzw. „unsere repräsentative Demokratie“.

Eine Bemerkung noch für alle, die es nicht ohnehin schon wissen: Das Wort „Islam“ wurde überall peinlich vermieden. 

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© By RudolfSimon (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons.

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[…] vorkommen dürfen die Opfer des Terrors. Viele fragten sich ja bereits im letzten Sommer bei dem Axt-Massaker durch einen islamistischen Asylanten in einer Regionalbahn in Nordbayern, warum Merkel oder ein […]

A. Konnertz-Janicki
Gast
A. Konnertz-Janicki

Wir brauchen keine Internetzensur (DDR Gebaren) oder Bargeldverbot. Damit wollen sie uns nur unter Vollkontrolle haben. Mehr Versklavung geht nicht. // Es wird Zeit für eine Regierungszensur seitens der Bevölkerung (Volksentscheid) W I R bezahlen die da “oben“. Also haben wir auch mit zu entscheiden. WORAUF warten wir alle denn noch. Es sind schon zu viel Tote von u n s.

Friedrich P
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Friedrich P

Ich würde gerne einmal wissen, was denn die verstärkte Zensur im Internet bringen soll auf der alle Politiker herumreiten. Der Attentäter von Würzburg kam offenbar schon radikalisiert und vom IS unterwiesen aus Pakistan. Mit der Internetzensur die sie jetzt auf allen Schienen fahren verhält es sich so, wie mit dem fälschungssicherem Personalausweis oder beabsichtigtem Bargeldverbot. Null Auswirkungen auf Terrorismus.

Hans Heiden
Gast
Hans Heiden

Herr Altmaier: Es geht nicht um Beschwichtigungen, ob ein Täter hier geboren ist, oder nicht! Den Schwerverletzten wird das relativ egal sein. Die Motivation wäre bei jedem islamistischen Terroranschlag die selbe. Es gibt kein Verstehen, warum und wie, Herr Gauck, wenn es darum geht, dass unser Grundgesetz von einem islamistisch-faschistischen System angegriffen wird!
Ein bisschen mehr Zorn, meine Herren! Ein bisschen mehr Konzept, ein bisschen mehr Konsequenz! Schützen Sie die Bevölkerung, effektiv, jetzt!

Martin Eden
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Martin Eden

Das ausgeleierte „besser verstehen“ – gilt das dann auch für autochthone Massenmörder? Und werden geschichtliche Vorkommnisse jetzt ebenso empathisch in’s – doppeldeutig gemeinte – rechte Licht gerückt? Nein, man macht für „nicht hier geborene“ eine Ausnahme, schafft quasi einen Freiraum, sich hier bald schon ungehindert „auszutoben“. Bis dahin kann man noch ausatmen und alles willkommen heißen, was sich in die bis zum Exzess ausgebreitete Kategorie „Flüchtlinge“ einreihen lässt, und das man als „große Erfolge“ des eigenen Engagements verbucht. Schließlich sind die Initiatoren derlei Terroranschläge dem „gesellschaftlichen Abseits“ zuzuordnen. Alles hänge von einer „Verbesserung der Zukunftsperspektiven“ ab und sei von den… Mehr lesen »

Clemens Schöneberger
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Clemens Schöneberger

So wird ein radikaler politischer Wechsel vorbereitet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Deutschen noch lange über sich ergehen lassen werden. Und dann kommt unausweichlich der Bürgerkrieg, denn unser Land ist voll mit potentiellen IS-Kriegern oder Erdogan-Anhängern … ein kleines Signal und sie stehen mit Äxten und Messern auf unseren Plätzen, Straßen und vor unseren haustüren

Johannes J.Duve
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Johannes J.Duve

…“…hier geboren…“ Da platzt mir wieder der Kragen…- abgesehen davon,daß dies in den meisten Fällen nicht stimmt – ( Attentäter von Nizza und Würzburg beispielsweise waren nicht „hier “ geboren.) Herr Altmaier probiert mit dieser Lüge einmal mehr den Bürger hinters Licht zu führen, um diese wahnsinnige unkoordinierte Flüchtlingspolitik – ohne Rücksicht auf bestehende nationale und internationale Gesetze – gut und positiv erscheinen zu lassen. Jetzt passiert aufgrund dieses „Ulbricht-Schönredners “ a la SED genau das, was nicht passieren sollte: Die Menschen lehnen nun ALLES Ausländische ab, alle Migranten, alle Flüchtlinge – ( – analog ALLE Homosexuelle,da diese ja nur… Mehr lesen »

Maria Anna
Gast
Maria Anna

Habe gerade einen dazu passenden Text von Christoph Spielberger gelesen. Der Autor weist vorsichthalber darauf hin, alles sei bewußt zynisch geschrieben, aber … Ich zitiere einige Zeilen: “ Was die Zahl der Toten bestimmt verringern würde, und was ein Umdenken schneller einsetzen ließe, wird höchstwahrscheinlich an der taktischen Klugheit des IS scheitern: wenn der IS sich prominentere Ziele aussuchen würde. Ein Anschlag mit 42 Toten im Kanzleramt, dem Kölner Dom oder dem ZDF würde wirken. Im Sinne der Abwägung des geringsten Übels, eines unnötigen Blutvergießens, einer Minimierung der Opferzahl, wäre es wünschenswert. Es bräuchte weniger Opfer, und nebenbei träfe es… Mehr lesen »