(David Berger) Harte Kritik an Angela Merkel hat der bekannte aus Syrien stammende Politikwissenschaftler und Islamexperte Bassam Tipi in einem Interview mit der „Welt“ (4. Juli 2016) geübt.  Er befürchtet große Konflikte wegen der vielen syrischen Flüchtlinge, die nicht nur arm, sondern auch mit völlig falschen Vorstellungen hier nach Europa gekommen sind.

Die „Welt“ fragt den 72-jährigen Gelehrten: „Wieso sehen Sie in Angela Merkels Politik nur eine des Versagens und des undemokratischen Diktats? Sie bringen immer wieder ihre DDR-Sozialisation ins Spiel und sagen, sie „entwestliche“ das Land. Ist dies nicht auch rassistisch?

Tibi erinnerte darauf hin an John Stuart Mills Schrift „On Liberty“. Das sei für ihn die Bibel der Demokratie:

„Das war Pflichtlektüre für die Nachkriegsdeutschen. Ich studierte bei Carlo Schmid, dem Mitverfasser des Grundgesetzes. Die DDR-Menschen sind nicht in diesem westlichen Geiste erzogen worden. Und mit Merkels Entscheidung, eineinhalb Million Menschen ins Land zu lassen, verändert sich Deutschland immens. Das sehen Sie schon an Göttingen: Die Stadt war früher sehr studentisch, 20 Prozent waren Ausländer, eine verträumte, idyllische Stadt. Heute sieht sie aus wie ein Flüchtlingslager. Da laufen die Gangs, ob afghanisch oder eritreisch, durch die Straßen, und man bekommt es mit der Angst. Das Göttinger Gemeinwesen ist erschüttert. Und über all das: keine Sitzung oder Debatte des Bundestages! Alles der Alleingang einer Frau.“

Es schmückt den zuständigen Redakteur der Welt nicht wirklich, dass er daraufhin ins Gespräch einwarf, Tibi rede „wie die AfD“.

Der erwiderte darauf aber schlagkräftig:

„Wenn man etwas Kritisches sagt, kommt gleich die AfD-Keule! Wir brauchen hier endlich eine Debattenkultur, die diesen Namen auch verdient. Das ist Demokratie.

Wir müssen nicht übereinstimmen. Aber wenn ich widerspreche, darf man sich nicht gleich hämisch über mich äußern.“

Die von Merkel zu verantwortende Lage sei schlicht unerträglich: „Da kommen Menschen mit keiner Ausbildung und wenig Geld. Und sie erleben eine prosperierende Gesellschaft. All das ist hart erarbeitet. Das kann man nicht einfach verschenken. Mit der Zeit werden aus diesen Gruppen Gangs, die sich das dann holen.

Göttingen wird in einem Jahr eine Stadt voller Kriminalität. Und das verdanken wir Frau Merkel. Das ist keine Einwanderung wie im Falle Amerikas, wo man sich die qualifizierten Immigranten aussucht. Das hier ist eine demografische Lawine, die über uns schwappt.“