
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat die Maske endgültig fallen gelassen. Was als „humorvolles“ Onlinespiel für Kinder und Jugendliche daherkommt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als offene kulturelle Kriegserklärung an die eigene Mehrheitsgesellschaft. Gastbeitrag
Im Zentrum steht nicht mehr nur der spießige „Alman“-Lehrer aus der ARD-Comedyserie “Almania” von Phil Laude, sondern nun explizit die deutsche Oma als Symbol des Alten, des Deutschen, des Überkommenen und daher zu Überwindenden. Die erweiterte Perspektive macht das Muster brutal deutlich: Die Oma fungiert beim Staatsfunk mal als Umweltsau, mal als Nazisau – und nun im Mobile-Game-Sketch “Almaniac – The Game” aus dem KiKa-Format “MOOOMENT!” sogar als „rassistische, deutsche Oma“, die von „Migra-Kids“ in mehreren Levels bezwungen und im Finale in einem braunen Abfluss ertränkt (!) werden muss. Der User “Critical Cat” bringt es auf X treffend auf den Punkt: Hier wird die Großmutterfigur – traditionell Sinnbild von Fürsorge, Kontinuität und familiärer Wärme – zur ultimativen Bedrohung umgedeutet: Alt, weiß, deutsch, mutmaßlich rassistisch.
Die Heldenrolle hingegen fällt den migrantischen Kindern zu, die das verknöcherte Alte aktiv „bezwingen“ müssen. Das braune Abfluss-Motiv ist dabei besonders perfide: Es evoziert nicht nur Fäkalien, sondern spielt bewusst mit braunen Assoziationen aus dem nationalsozialistischen Kontext. Die Oma wird buchstäblich im braunen Sumpf der Vergangenheit versenkt. Das ist kein Witz und das ist erst recht keine Satire; es sind pädagogisch verpackte Gewaltphantasien gegen die eigene Herkunft, ausgestrahlt im gebührenfinanzierten ÖRR-Erziehungsfernsehen. Während jede negative Darstellung anderer Gruppen sofort als „Hass“ gebrandmarkt wird, gilt die systematische Entwertung und Verhetzung der deutschen Oma als fortschrittlich und offenbar als notwendig. Der Staatsfunk erzieht hier gezielt zur Distanz, ja zur offenen Feindschaft gegenüber der eigenen Großelterngeneration.
Pfeiler der sozialen Reproduktion
In jeder stabilen Gesellschaft kommt traditionellen Figuren wie der Oma und dem Lehrer eine zentrale kultursoziologische Funktion zu: Die Oma verkörpert Kontinuität, gelebte Erfahrung, emotionale Wärme und die Weitergabe von kulturellem und familiärem Erbe. Sie ist die Hüterin des Alltags, der Rituale, der Geschichten aus einer Zeit, in der Deutschland noch nicht primär als Problem, sondern als Heimat empfunden wurde. Der Lehrer wiederum steht für Ordnung, Wissensvermittlung, Disziplin und die Initiation in die Regeln der Gemeinschaft. Beide Figuren sind Pfeiler der sozialen Reproduktion: Sie sorgen dafür, dass eine Kultur sich nicht selbst auflöst, sondern sich in veränderter Form fortsetzt. Genau diese Rollen werden im öffentlich-rechtlichen Programm systematisch demontiert. Der Alman-Lehrer an der fiktiven „Cem-Özdemir-Gesamtschule“ – was man nach dem Wahlsieg des Politikers auch ganz anders dekodieren kann – wird zur Lachnummer: seine Ordnungsliebe zur Pedanterie, seine Regeln zum Problem, seine deutsche Korrektheit zum peinlichen Relikt. Die Oma mutiert vom warmherzigen Familienmitglied zum rassistischen Endgegner, den es spielerisch zu eliminieren gilt.
Diese Umwertung ist kein Zufall. Sie folgt einer kulturrevolutionären Logik: Traditionelle Autoritätsfiguren der Mehrheitsgesellschaft müssen als repressiv, veraltet oder sogar gefährlich dargestellt werden, damit die neue, „diverse“ Ordnung als Befreiung erscheinen kann. Der Lehrer wird vom Wissensvermittler zum Hindernis für „Authentizität“, die Oma vom früheren Garanten der vertraulichen Kontinuität zur Verkörperung von Schuld und Rückständigkeit. Wer die eigene Großmutter als Boss-Level sieht, das man bezwingen muss, hat bereits den Bruch mit der eigenen Biographie vollzogen.
Diese Linie schließt nahtlos an ältere Skandale an: 2019 sang der WDR-Kinderchor fröhlich „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“ – mit Texten über SUV-fahrende Großmütter, die Opis überfahren und Discounterfleisch kaufen. Als Kritik aufkam, legte ein freier WDR-Mitarbeiter nach: „Eure Oma war keine Umweltsau. Sondern eine Nazisau.“ Die deutsche Oma dient seither als doppelte Projektionsfläche: Klimasünderin und/oder Erbtäterin. Sie verkörpert das Überholte, das Schuldige, das zu Dekonstruierende.
Das perfekte Pendant dazu sind die „Omas gegen rechts“: Während die traditionelle, unbelehrte Oma als Umweltsau oder Nazisau diffamiert und im Spiel sogar ertränkt wird, wird die aktivistische, rosabemützte Oma zur moralischen Instanz hochgejazzt. Es handelt sich um eine professionell inszenierte Kampagne: Zärtlichkeit als politische Waffe. Die gute Stube, der gedeckte Tisch, die sanfte Hand über dem Kinderkopf – all das wird zur Bühne der Delegitimierung umfunktioniert. Wer nicht mitmacht, gilt nicht mehr als politischer Gegner, sondern als Feind der Fürsorge selbst. Der Kontrast ist zynisch bis ins Mark: Die „falsche“ Oma – deutsch, konservativ, anständig, bürgerlich, traditionsverbunden – wird im braunen Abfluss versenkt. Die „richtige“ Oma – systemkonform woke, “gegen rechts”) darf mit sanfter Stimme ausschließen, ächten und den moralischen Zeigefinger erheben. Beides dient demselben Zweck: die kulturelle und biologische Kontinuität der Mehrheitsgesellschaft zu brechen.
Volkserziehung statt Information
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich aus Zwangsgebühren – einem Instrument, das ursprünglich der Sicherung von Vielfalt, Ausgewogenheit und hochwertiger Information dienen sollte. Heute dient es vor allem der Indoktrination und Volkserziehung in eine ganz bestimmte Richtung. Statt neutraler Berichterstattung oder pluralistischer Unterhaltung betreibt der Staatsfunk systematische Sozialisationsarbeit: Er definiert, was „normal“ ist, wer kritisiert werden darf und wer als schützenswert gilt. Er wird von kulturmarxistischen Aktivisten zum Kampfinstrument im ausgerufenen Kulturkampf gemacht – finanziert von denen, die er verwirren und desorientieren will. Denn jeder Haushalt zahlt mit, damit Kinder lernen, ihre eigene Oma als rassistisches Hindernis zu sehen und migrantische Helden als Befreier zu feiern.
Das ist kein Rundfunk mehr, sondern ein staatlich alimentiertes Umerziehungsprogramm. Die Gebührenzahler finanzieren ihre eigene kulturelle Enteignung – und das unter dem Deckmantel von „Aufklärung“ und „Diversität“. In der Spätmoderne ist der Medienkonsum zur zweiten Schule geworden, oft sogar zur dominanten. Während die reale Schule unter Lehrermangel und Disziplinproblemen leidet, wirken KiKa, ARD und ZDF rund um die Uhr. Kinder internalisieren Deutungsmuster nicht nur im Klassenzimmer, sondern vor allem durch Bildschirme: Wer ist der Feind? Der pedantische deutsche Lehrer. Wer ist der Boss, den man killen muss? Die eigene Oma. Wer ist cool und zukunftsfähig? Der importierte oder ideologisch konforme Gegenentwurf.
Pädagogische Sozialisationswaffen
Diese „zweite Schule“ prägt weitaus tiefer, als viele ahnen. Kinder lernen früh, dass deutsche Ordnung lächerlich, deutsche Tradition schuldhaft und deutsche Identität etwas ist, das man überwinden muss. Langfristig erzeugt das keine selbstbewussten, verwurzelten Bürger, sondern entwurzelte, schuldbeladene oder aktiv selbstverleugnende Individuen. Die Medien übernehmen damit eine Sozialisationsfunktion, die früher Familie, Kirche und Schule gemeinsam trugen – nur mit umgekehrtem Vorzeichen: statt Integration in die eigene Kultur die systematische Distanzierung von ihr. “Almania” und “Almaniac” setzen diese Linie nahtlos fort. An der fiktiven Gesamtschule wird deutsche Ordnung zum Running Gag, die eigene Kultur zum zu bezwingenden Hindernis. Kinder und Jugendliche lernen spielerisch: Die eigene Kultur ist nicht etwas, das man bewahrt oder fortführt – sie ist etwas, das man bezwingen muss. Mit Vielfalt hat das nichts zu tun, vielmehr , das mit systematischer Umkehr der kulturellen Hierarchisierung.
Im Kinder- und Jugendprogramm wiegt diese Indoktrination besonders schwer – denn hier formt sich früh das Weltbild, hier werden Deutungsmuster implementiert: Wer darf verspottet werden? Der Alman und die traditionelle Oma! Wer gilt als authentisch? Der „andere“. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk etabliert damit faktisch ein Deutungsmonopol – zwangsfinanziert von allen, durchgesetzt gegen die Mehrheit.
Deutungsmonopol der Selbstentwertung
Eine konservative, rechtsintellektuelle Kritik an solchen Formaten ist nicht ein Plädoyer gegen Spiele, Humor oder kulturelle Selbstreflexion. Es ist ein Aufschrei gegen die systematische kulturelle Selbstzerstörung auf Kosten der Zwangsbeitragszahler. Wenn in einem vom Steuerzahler finanzierten Format migrantische Kinder die „rassistische deutsche Oma“ in einem braunen Abfluss ertränken, hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag von Ausgewogenheit und Pluralität endgültig verraten.
Er betreibt stattdessen ein Deutungsmonopol der Selbstentwertung: Der Alman ist lächerlich, die Oma ist besiegbar, die eigene Tradition ist der Boss, den man killen muss. Die Oma darf aber weder “Umweltsau” noch “Nazisau” noch versenkbarer Endgegner sein. Sie ist Trägerin von Erfahrung, Weisheit, Kontinuität und familiärer Identität und muss als solche gewürdigt werden. Kinder haben ein elementares Recht darauf, ihre eigene kulturelle Herkunft nicht primär als rassistisches oder klimaschädliches Hindernis zu erleben; schon gar nicht als spielerisches Tötungsziel!
Solange der Staatsfunk mit Zwangsgebühren solche perversen Signale sendet und zugehörige Phantasien fördert, bleibt die Empörung darüber nicht nur berechtigt; sie ist unabdingbar und verpflichtet zum Widerstand. Notwendige Gegenwehr gegen diese Form der medialen und spielerischen Umerziehung ist ein Akt elementarer kultureller Selbstverteidigung. Es geht dabei um nichts Geringeres als die Frage, ob Deutschland sich selbst noch als fortsetzungswürdige Kultur begreifen darf – oder ob es sich selbst liquidieren soll – spielerisch, pädagogisch und mit sanfter Oma-Stimme.
Der Beitrag erschien zuerst bei ANSAGE.ORG.
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