Merz: Wenn man erst am Ostersonntag Abend bemerkt, dass Ostern ist…

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Im Internet wurde bereits wild spekuliert. Hatte Friedrich Merz vergessen, dass Ostern ist? Zum Ramadan grüßte er die Muslime ausgiebig, fast schon so, als sei er selbst konvertiert. Doch zum höchsten Fest der Christenheit schwieg der Hüne in den sozialen Medien. Erst Sonntagabend um 18 Uhr fiel ihm ein: Da war doch was. Gastbeitrag von Dennis Riehle

In einem Video wandte er sich an die Nation. Mit gerade einmal 63 Worten. In einer überaus lieblos wirkenden Botschaft, mit nahezu griesgrämigem Gesichtsausdruck, spricht er von Neuanfang und Zuversicht. Da gehen Mimik und Inhalt wie eine Schere auseinander, kaum seltener wirkte eine Ansprache erzwungener, unglaubwürdiger und überflüssiger. Nahezu stakkatoartig, ohne jede spürbare Emotionalität, abgeklärt wie ein Eisklotz, konnte man fast meinen, der Sauerländer sei in der Trauer des Karfreitag stecken geblieben. Es war einem Regierungschef unwürdig, was er dort in die Kamera diktierte. Unsummen werden für Berater ausgegeben, damit am Ende ein kommunikatives Desaster herauskommt.

Die Osteransprache wirkte wie ein erzwungener Gruß, wie eine Hiobsbotschaft an die Nation!

Von Verbindlichkeit keine Spur, abgearbeitet wie Routine. Ohne jeden überspringenden Funken, lässt der Katholik keinen Zweifel daran, dass ihm bereits ein Jahr nach Amtsantritt die Puste ausgegangen ist. Wer es nicht schafft, als Vorsitzender einer Partei mit dem „C“ im Namen eine der Freude wie Hoffnung angemessene Erklärung über den Äther zu senden, die dem Geist und Anlass der Auferstehung gerecht wird, der muss sich allerspätestens seit gestern fragen, was er eigentlich noch in dieser Position zu suchen hat.

Für die Ukraine empfindet er Euphorie, für den Islam in der Bundesrepublik ebenso. Eigene Brauchtümer und Traditionen scheinen hingegen eher Ballast. Gepresst wie erzwungen muten seine wenigen Zeilen an, die er kurz vor knapp und ohne würdevollen Rahmen dem Bürger vorsetzte. Friss oder stirb, so machte es zumindest den Eindruck. Ich muss etwas sagen, auch wenn ich keine wirkliche Lust dazu habe. So hätte der Untertitel lauten können. Ohne Ansporn, Überzeugung oder Geist.

Wortwahl und Mimik reihen sich ein ins Bild eines empathielosen und kaltherzigen Hünen…

Insgesamt passt der Auftritt allerdings zu einem Bundeskanzler, den man mit bestem Willen noch als sachlich und nüchtern beschreiben kann. Trefflicher wären wohl eher Kühle, Distanz und Überheblichkeit. Vollkommen daneben gegriffen war seine Präsentation, nicht etwa ein Ausrutscher, sondern mittlerweile eine systematische Fehlbesetzung, dieser 70-Jährige, der das Volk in Kiew besser motivieren könnte als die Menschheit zwischen Lörrach und Lübeck.

Da ist nichts von Inspiration oder gar Empathie. Wer allein mangelndes Fingerspitzengefühl attestiert, untertreibt maßlos. Bekannt für seine oftmals flapsigen und provokanten Formulierungen, für Selbstgefälligkeit und Ungeschick, dessen Stil nicht selten jenem eines arroganten Chefs gleicht, der den moralischen Zeigefinger gegenüber seinen Untergebenen erhebt. Paternalistisch und elitär klingt sein Gehabe, mitreißen kann der Eisklotz aus der Berliner Waschmaschine nahezu keinen. Sein Dienst gebärdet sich wie Pflicht, nicht wie Kür.

Zum Ramadan ging es deutlich fröhlicher zu: Welcher Gott ist der Ihrige, Herr Merz?

Er serviert seine Vorstellungen ohne jegliche Garnitur, erwartet in einer verstörend abgestumpften Manier Gehorsam und Disziplin. Wie will er die Bürger an statt hinter das Licht führen, wenn er selbst im Dunkeln wandelt? Erfahren und gekonnt taumelt er allenfalls in der Außenpolitik. Innerhalb unserer Grenzen reiht er stattdessen eine Zumutung an die nächste, nicht nur mit Blick auf angebliche Reformen, sondern insbesondere auch hinsichtlich seiner persönlichen Temperamentlosigkeit. Landesväter sollen durchaus Haltung zeigen.

Abseits von Jovialität und Konzilianz, fern von Courtoisie und Umgänglichkeit lässt sich aber keine Vertrauensbasis aufbauen. Die Entfremdung zwischen Merz und dem kleinen Mann ist in vollem Gang, sollte denn jemals irgendeine Beziehung bestanden haben. Reif für den Rücktritt, weil den Aufgaben und Ansprüchen überhaupt nicht gewachsen, so lautet derweil ein übereinstimmender Befund der Beobachter. Konsequenzen wird Ostern 2026 nicht haben, dafür sitzt er zu fest im Sattel.

Der Beitrag erschien zuerst bei RIEHLE-NEWS.

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