(David Berger) Wenn ein hoher Geistlicher heute öffentlich bestätigt, was in der kirchlichen Tradition selbstverständlich ist, dann sollte das kein „skurriles Randphänomen“ mehr sein, sondern ein ernster Weckruf. Es geht um die Anerkennung der Wirklichkeit des Bösen – nicht nur als abstraktes Konzept, sondern als reale, geistliche Existenz, die das menschliche Leben tief prägt und herausfordert.
In einem offenen Gespräch im EWTN-Podcast „Himmel, Herz & Hirn“ erinnerte Weihbischof Schwaderlapp daran, was die Kirche seit jeher lehrt: Dämonen und der Teufel sind keine Fabelwesen, keine psychologischen Projektionen, sondern real existierende geistliche Akteure im Ringen um die Seele des Menschen. Dabei stellte er klar, dass das Böse nicht als eigenständige Macht neben Gott steht – die Schöpfung ist gut, und Gott hat klare Grenzen gesetzt –, wohl aber durch Versuchung und List im Alltag wirkt und Menschen von Gott wegzuführen sucht.
Psychische Störung oder dämonische Besessenheit?
Der Weihbischof widerspricht dabei eindeutig einer modernen Tendenz, biblische Exorzismus-Berichte als bloße Symbole psychischer Störungen zu deuten. Er betont, dass die Evangelien selbst zwischen Heilungen und Dämonenaustreibungen unterscheiden – ein Unterscheid, der theologisch wie pastoral ernst genommen werden muss. Nur selten, so Schwaderlapp, gebe es echte Besessenheit; sie setze voraus, dass ein Mensch den Teufel bewusst eingeladen habe. Für gewöhnlich aber wirkt das Böse „in verführerischer Gestalt“, subtil und verführerisch – etwa in der Zerstörung zwischenmenschlicher Beziehungen durch Entwertung des Anderen.
Doch was bedeutet diese Lehre für uns heute, in einer Zeit, in der viele geistliche Realitäten verleugnet oder ins Psychologische verbannt werden? Schwaderlapp sieht in der Betonung der realen Existenz des Bösen mehr als eine theologische Fußnote: Sie ist ein Aufruf zur spirituellen Wachsamkeit. Gegen die Dämonie hilft kein moralischer Aktivismus, sondern die Ausrichtung des Herzens auf Gott, das Gebet, das Weihwasser und die Anrufung des Namens Jesu und des Erzengels Michael – Mittel, die in der kirchlichen Tradition tief verwurzelt sind und oft zu Unrecht als „mittelalterlich“ abgetan werden.
Wie C. S. Lewis in seinem kleinen Klassiker „Dienstanweisungen an einen Unterteufel“ zeigt, handelt der geistliche Kampf nicht an der Oberfläche des Lebens, sondern im Innersten unserer Herzensentscheidungen – und jeder Christenmenschen ist darin aufgerufen, das Licht Gottes gegen die Finsternis zu verteidigen.
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