Donnerstag, 29. Januar 2026

Abenteuer „Alte Messe“: Ein Reiseführer für Neugierige

Als vor über 60 Jahren die sich auf das Zweite Vatikanische Konzil berufende Liturgiereform erfolgte, geriet der überlieferte Römische Messritus vielfach in Vergessenheit, das heißt jener Ritus, der für die Kirche des Westens bis dahin allenthalben, sowohl innerhalb als auch außerhalb der katholischen Kirche, als Ausdruck der Normalität ihres liturgischen Lebens betrachtet wurde.
In dieser Kleinschrift eröffnet Eduard von Habsburg eine persönliche Perspektive auf die überlieferte Römische Messe und unternimmt damit den Versuch, Vorurteile, die auch heute noch hie und da gegen sie bestehen mögen, abzubauen und ihre spirituelle Tiefe zu verdeutlichen.
Das vorliegende Zeugnis ist vor allem eine Einladung zur Entdeckung der Schönheit dieser – heute leider zu Unrecht –, weitgehend unbekannten Liturgie. Gleichzeitig verdeutlich es, daß die heilige Liturgie gerade kein bloßes »Gemeinschaftsereignis« ist, sondern ein prägendes und tiefes Erlebnis, das zu Christus führt.

Die „alte Messe“ als Neuheitserlebnis

Eduard von Habsburg-Lothringen, der zudem versierter Kenner der katholischen Philosophie- und Theologiegeschichte ist,  ist dabei nur einer von vielen. Er wurde mit der Neuen Messe groß, ohne von der Existenz der überlieferten Liturgie zu wissen. Ihre Entdeckung führte bei ihm zu einer bedeutungsvollen Vertiefung seiner Glaubenspraxis und Christusverbundenheit.
Betrachten Sie den vorliegenden Reiseführer daher als Aufruf: sich auf den Weg zu machen und eine Liturgie (wieder) zu entdecken, die nie verboten sondern nur verschüttet war und, die ein wirkliches Fortkommen im persönlichen Glaubensleben bewirken kann.

Bereits vor Erscheinen dieser Schrift hat der ehemalige Botschafter Ungarns am Heiligen Stuhl in verschiedenen Interviews betont, dass die alte Messe ist für ihn keine ideologische Kampfansage ist, wie man gerne deren Freunden nachsagt.

Lebendige geistliche Heimat

Von Habsburg widerspricht ausdrücklich dem verbreiteten Klischee, Anhänger der alten Messe seien rückwärtsgewandt oder rebellisch. Nach seinen eigenen Beobachtungen handelt es sich vor allem um Familien mit Kindern, die aus spirituellen Gründen kommen – nicht aus Protest oder politischer Motivation. Die TLM sei „nicht das, wofür man sie karikiert“, sondern Ausdruck von Glauben, Gebet und Ehrfurcht.

Für Habsburg steht die Transzendenz, Stille und Sakralität der alten Messe im Vordergrund. Er stellt sie nicht als Ersatz für die ordentliche Form dar, sondern als legitimen geistlichen Reichtum der Kirche, der vielen Gläubigen – besonders jungen Familien – Orientierung und Tiefe gibt. Zudem ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Gläubigen, die die alte Messe besuchen, nicht gegen das letzte Konzil oder die Einheit der Kirche stehen. Gerade deshalb hält er pauschale Einschränkungen für pastoral problematisch. Implizit knüpft seine Position an die Linie Benedikts XVI. an: Die Koexistenz verschiedener liturgischer Formen schade der Kirche nicht, sondern könne sie bereichern. Die alte Messe sei kein nostalgisches Relikt, sondern für viele eine lebendige geistliche Heimat.

Eduard Habsburg-Lothringen, Abenteuer „Alte Messe“, 85 Seiten, A6, geheftet, matter Druck auf 115g-Bilderdruckpapier, 3 Euro Hier bestellen: Renovamen-Verlag.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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