Die „alte Messe“ als Neuheitserlebnis
Eduard von Habsburg-Lothringen, der zudem versierter Kenner der katholischen Philosophie- und Theologiegeschichte ist, ist dabei nur einer von vielen. Er wurde mit der Neuen Messe groß, ohne von der Existenz der überlieferten Liturgie zu wissen. Ihre Entdeckung führte bei ihm zu einer bedeutungsvollen Vertiefung seiner Glaubenspraxis und Christusverbundenheit.Bereits vor Erscheinen dieser Schrift hat der ehemalige Botschafter Ungarns am Heiligen Stuhl in verschiedenen Interviews betont, dass die alte Messe ist für ihn keine ideologische Kampfansage ist, wie man gerne deren Freunden nachsagt.
Lebendige geistliche Heimat
Von Habsburg widerspricht ausdrücklich dem verbreiteten Klischee, Anhänger der alten Messe seien rückwärtsgewandt oder rebellisch. Nach seinen eigenen Beobachtungen handelt es sich vor allem um Familien mit Kindern, die aus spirituellen Gründen kommen – nicht aus Protest oder politischer Motivation. Die TLM sei „nicht das, wofür man sie karikiert“, sondern Ausdruck von Glauben, Gebet und Ehrfurcht.
Für Habsburg steht die Transzendenz, Stille und Sakralität der alten Messe im Vordergrund. Er stellt sie nicht als Ersatz für die ordentliche Form dar, sondern als legitimen geistlichen Reichtum der Kirche, der vielen Gläubigen – besonders jungen Familien – Orientierung und Tiefe gibt. Zudem ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Gläubigen, die die alte Messe besuchen, nicht gegen das letzte Konzil oder die Einheit der Kirche stehen. Gerade deshalb hält er pauschale Einschränkungen für pastoral problematisch. Implizit knüpft seine Position an die Linie Benedikts XVI. an: Die Koexistenz verschiedener liturgischer Formen schade der Kirche nicht, sondern könne sie bereichern. Die alte Messe sei kein nostalgisches Relikt, sondern für viele eine lebendige geistliche Heimat.
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