Trump hat in Davos Klartext geredet, den europäischen Migrations- und Energiewendewahn erneut scharf kritisiert, sich über „Sleepy Joe“ und eine Schweizer Politikerin lustig gemacht. Er will den Krieg in der Ukraine rasch beendet sehen und Grönland vor den Chinesen und Russen „retten“.
NTV schreit nun „Rassismus“, der Staatsfunk schickt seine Faktenchecker los. Was sie übersehen: So kommen sie den Knallhartansagen und der Comedy, mit der er sich über sie lustig gemacht hatte, nicht bei. Ganz im Gegenteil, sie machen sich zusammen mit den hinter ihnen stehenden Politikern zurecht zum Gegenstand seines Spottes und der weltweiten Verachtung.
Trump hat – während Frau Baerbock in einem kleinen Nebenraum vor einer Handvoll Zuschauern ihren Job bei der UNO anpries – einem Heer an kleinen hypokrit-verlogenen Wichtigtuern (Merz, Macron usw.) wie Politik auch sein kann – ehrlich, sympathisch und glaubwürdig.
Unser Fundstück der Woche dazu von dem X-Account „mini“:
(Einige Kraftausdrücke wurden so beibehalten, obwohl sie nicht dem Stil von PP entsprechen, ich bitte die empfindlicheren Seelen unter meinen Lesern hier Nachsicht zu üben)
„…und rammelt das Rednerpult einmal jedem ins Maul“
Großer Saal. Polierte Gesichter. Geölte Phrasen.
Bis hierher typisch wenn sich die Weltpolitik trifft. Stundenlanges Gelaber mit exakt NULL Wirkung.
Und dann tritt Trump auf die Bühne und rammelt das Rednerpult einmal jedem ins Maul, quer durch den Saal. Keine Charmeoffensive, kein Betteln, kein diplomatisches bauchpinseln. Sondern Ansage mit ungewohnter Wut in der Stimme. Hart, direkt & unverblümt. Daher fand ich das Bild von damals wahnsinnig passend. So stellt man sich vor die Welt, wenn man Eier hat und sie mit jedem Satz hörbar auf den Tisch knallt das der Boden kurz bebt. Satz für Satz. Ohne Zittern. Ohne Rückversicherung, volles Risiko. Ohne Angst vor betretenem Schweigen.
Er redet über Handel wie über Krieg. Über Macht wie über Besitz. Über Abhängigkeiten wie über Schwächen. Er benennt Preise ohne Summen (nur: es kostet eben), Drohkulissen, Hebel. Er schaut nicht nach links, nicht nach rechts. Er spricht, als wäre der Deal längst beschlossen und alle anderen hätten bloß noch aufmerksam zuzuhören und hinzuschauen wenn er jedem im Raum offen in den Hals scheißt. Genau das lähmt den Raum sichtlich, die Mission ist aber erst erfüllt wenn ALLE ihn für komplett bekloppt halten. Diese absolute innere Gewissheit. Diese Haltung: Ich setze die Regeln, ihr reagiert wie ihr immer reagiert.
Der Saal friert ein. Manager rechnen. Politiker schlucken. Kommentatoren hyperventilieren. Die übliche Empörungsroutine läuft an. Bekloppt. Unberechenbar. Gefährlich. Dabei liegt die Beklopptheit woanders. Bei all jenen Tintenscheißern, die seit Jahrzehnten so tun, als wäre Macht ein Gesprächskreis. Als könnte man Interessen wegmoderieren. Als würde jemand freiwillig verzichten, bloß weil man höflich bittet.
Trump macht das Gegenteil. Er eskaliert kontrolliert. Er zwingt jeden Akteur in eine Kosten- Nutzenanalyse. Laut. Öffentlich. Unausweichlich. Und genau deshalb wird der Plan aufgehen. Weil Panik entsteht. Weil Märkte zittern (tun sie jetzt schon).
Weil Regierungen hektisch nach Kompromissen greifen, um Schlimmeres abzuwenden. Der Preis dafür bleibt lächerlich klein verglichen mit dem Ertrag. Konzessionen hier. Zugeständnisse dort. Alles unter dem Deckmantel der Schadensbegrenzung.
Zuhören, einordnen, akzeptieren!
Diese Performance lebt von Selbstglauben. Von dieser absurden, fast beleidigenden Selbstverständlichkeit. Ich will das. Hier meine Eier, nuckel gefälligst dran! Ich bekomme das. Punkt. Das permanente Querstellen des eigenen Ego’s im Raum, frei nach dem unausgesprochenen Befehl: zuhören, einordnen, akzeptieren. Das traut sich niemand sonst. Nicht aus Mangel an Informationen, sondern aus Mangel an Rückgrat.
Ähnliche Kaliber existieren. Putin agiert verdeckt, mit Schichten aus Täuschung und Geduld. Orbàn geht frontal, als wäre Konfrontation Alltagsgeschäft. Xi arbeitet leise, präsentiert erst Ergebnisse. Trump dagegen liebt das offene völlig niveaulose Schlachtfeld. Er will gesehen werden. Er will Schock. Er will die Erstarrung. Und genau darin liegt seine Stärke.
Während die Welt sich empört, sortiert er bereits die Beute
Was dabei viele übersehen: Diese Inszenierung richtet sich weniger an den Saal als an die Abwesenden. An Ministerien, Zentralbanken, Konzernzentralen, Handelsdelegationen. Jeder Satz sendet ein Signal in Lieferketten, Vertragswerke, Währungskorridore. Unsicherheit wird zur Waffe. Erwartungsdruck zum Werkzeug. Wer zuerst zuckt, zahlt. Wer zu spät reagiert, verliert Gestaltungsspielraum. Das ist brutal ehrlich und genau deshalb effektiv.
Trump zwingt Systeme, Farbe zu bekennen. Freund oder Gegner. Profiteur oder Zahler. Diese Nummer funktioniert, weil sie Regeln verletzt, die andere heilig halten. Höflichkeit. Berechenbarkeit. Gesichtswahrung. Trump zertritt das Porzellan und zwingt alle, die Scherben zu fressen. Roh. Er steht daneben, nackte Eier baumeln irgendwo auf Kniehöhe. Wirksam. Und während die Welt sich empört, sortiert er bereits die Beute.
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