
Papst Leo hat katholische Politiker weltweit aufgefordert, ihre Worte und Handlungen mit dem Naturrecht und der damit verbundenen kirchlichen Lehre über die Heiligkeit des Lebens in Einklang zu bringen.
Diese erneute Bekräftigung folgt auf eine kürzlich erfolgte Pro-Life-Botschaft, in welcher der Papst dazu aufrief, die „Stimme des Todes“ abzulehnen und eine Kultur des Lebens anzunehmen. Papst Leo wies die falsche Vorstellung jener Politiker entschieden zurück, die sagten, sie seien wohl „persönlich für das Lebensrecht“, die aber zugleich politisch für die Abtreibung abstimmen: „Es gibt keine Spaltung in der Persönlichkeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Leben.“
Alles müsse unter dem „Blick Gottes“ stehen und der christlichen Gewissensverantwortung entsprechen.
Fundamentale Bedeutung des Naturrechts
Das Oberhaupt der katholischen Kirche bekräftigte die Bedeutung der katholischen Soziallehre, die im Einklang stände mit der menschlichen Natur, mit dem natürlichen Sittengesetz, das alle Menschen durch die Schöpfungsordnung mit ihrer Vernunft erkennen können, somit auch Ungläubige.
Daher seien christliche Politiker verpflichtet, dieses Naturrecht gegenüber allen – auch Nichtchristen – zu verteidigen, weil es das Wohl jedes Menschen anstrebe.
Leos erster und wichtigster Vorschlag an katholische Abgeordnete laute aber: „Verbindet euch immer näher mit Jesus, lebt von ihm und bezeugt ihn.“
Der Papst fügte hinzu: In „bestimmten westlichen Gesellschaften, in denen Christus und seine Kirche marginalisiert, oft ignoriert und manchmal verspottet wird, kann nur die Vereinigung mit dem gekreuzigten HERRN euch den Mut geben, für seinen Namen zu leiden.“ Leo XIV. forderte die katholischen Politiker auf, die christlichen Standpunkte in ihren gesetzlichen Entscheidungen widerzuspiegeln, insbesondere in Fragen wie Abtreibung, Euthanasie und dem Schutz der Schwachen.
Die Pro-Life-Haltung des Papstes ist nicht neu. In einer Predigt in der Diözese Albano erklärte er bereits: „Gottes Barmherzigkeit ruft uns auf, jedes Leben zu schützen, besonders jene Menschen, die diese Gesellschaft übersieht – das noch nicht geborene Kind und die Alten, die sich ihrem Ende nähern – weil jeder das Antlitz Christi trägt.“
US-amerikanische Originalquelle: https://www.lifenews.com/ Übersetzung durch das „Christliche Forum“.
Addendum (DB): Was ist das Naturrecht?
Da es zu dem vom Papst gebrauchten Begriff des Naturrechts immer wider Missverständnisse gibt, hier eine kurze Erklärung, zumal dieses das Fundament jeder Politik sein sollte:
Das Naturrecht ist eine allen Menschen gemeinsame, durch die Vernunft erkennbare moralische Ordnung. Es ist das ins Herz des Menschen eingeschriebene Grundgesetz, das nicht von einer bestimmten Religion oder Kultur abhängt, sondern universale Geltung beansprucht.
Das Naturrecht ist die vernunftgemäße Teilhabe des Menschen an der ewigen göttlichen Ordnung. Es bildet eine Brücke zwischen Glaube und Vernunft und soll die Grundlage für eine gerechte Gesellschaft sein.
Das Naturrecht ist also zuerst einmal keine Instanz, um „innerkirchliche Normen“ zu begründen, sondern um allgemein-menschlich gültige Maßstäbe in Ethik, Recht und Gesellschaft einzubringen. Z.B.
- Nach dem Naturrecht ist das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod unverfügbar.
- Nach dem Naturrecht ist die Ehe eine auf Dauer angelegte Verbindung von Mann und Frau, die auf Nachkommenschaft und gegenseitige Liebe hingeordnet ist.
- Das Naturrecht begründet die unantastbare Würde jedes Menschen. Daraus folgt die Pflicht zu gerechtem Lohn, Schutz der Armen, Recht auf Eigentum, aber auch die Verantwortung für das Gemeinwohl.
- Der Mensch ist nach dem Naturrecht auf die Wahrheit hingeordnet. Darum gibt es ein Recht auf Religionsfreiheit, aber auch eine Pflicht, die Wahrheit zu suchen und zu leben.
Wer sich diese Punkte genauer anschaut, bemerkt sehr schnell, dass das einzige Parteiprogramm der deutschen Parteien, das diese Punkte ansatzweise umsetzen möchte, das der AfD ist. Diese hat im vergangenen Jahr – auf Einladung von Nicole Höchst – einen eigenen Kongress zu dem Themenkomplex veranstaltet. Dort auch mein Vortrag über:
Naturrecht und Transhumanismus
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