Donnerstag, 29. Februar 2024

Ukraine: Ein Jahr deutsche Kriegsgeilheit

(David Berger) Den ersten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine feiern zur Stunde die Spitzen des deutschen Staats im Schloss Bellevue in Berlin mit einer zentralen Veranstaltung. Der ukrainische Präsident Selenskyj soll mit einer Rede zugeschaltet werden. Auch nach einem Jahr gewissenlosen Blutvergießens scheint die Kriegsgeilheit der Deutschen und die Kriegshetze ihrer Medien ungebrochen.

Ein Jahr heiße Phase des Ukraine-Kriegs, das ist auch ein Jahr bislang unvorstellbarer Kriegsgeilheit in der veröffentlichten Meinung europaweit, ganz besonders aber in jenem Land, das bereits den Ersten und Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen hat. Gewissenlos hetzten deutsche Mainstreammedien seit dem über viele Jahre u.a. von den USA provozierten Einmarsch russischer Gruppen in die Ukraine die Deutschen in einer Weise auf, die man hier in Kriegsdingen zuletzt beim „Stürmer“ zu lesen bekam.

Jeder, der auch nur ganz vorsichtig und mit der standardisierten Verurteilung der russischen Intervention auf die wahnwitzige Idee kommt, an Friedensverhandlungen zu denken, den baldigen Endsieg über den Russen und ein möglichst rasches Ende des Bluvergießens in der Ukraine zu fordern, wird sofort als gewissenloser Putinist beschimpft und – so er denn prominent ist – besonders von der Springerpresse öffentlich hingerichtet. Bestes Beispiel dafür derzeit die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

„Friedensschwurbler“

Gleichsam die Krönung der Kriegshetze der Mainstreammedien bietet anlässlich des Einjährigen der „Spiegel“ mit einem Artikel von Sascha Lobo. Für alle, die mit dem Namen nichts anfangen können: dass ist der stark gealterte Mann mit einer Punkfrisur, die vermutlich ein alternatives Denken insinuieren soll. Aber ähnlich wie der Punk der „Toten Hosen“ doch zu einer Signatur des geistlosen Mitläufertums weißer Cis-Männer geworden ist, die ihre beste Zeiten längst hinter sich haben:

„Die Friedensschwurbler wollen hauptsächlich Frieden für sich selbst: Eine deutsche Querfront verlangt von der Ukraine, sich mit ihren Mördern und Vergewaltigern zu arrangieren. Dahinter stecken Selbstbesoffenheit und Egoismus.“ – lässt Lobo darin wissen.

„Schwurbler“? Da fällt uns doch zuerst die Hetze gegen alle ein, die an der sich nun immer deutlicher als Jahrhundertverbrechen zeigenden Coronapolitik des Systems Merkel, von Spahn, Lauterbach und all den anderen geistigen Kretins, auch nur die leisesten Zweifel übten.

Corona als Trainingslager

Nun wird der seltsame Begriff gegen alle eingesetzt, die sich nicht so recht für die allgemeine Kriegshetze, für tödliche Waffensysteme und das tausendfachen sinnlose große Schlachtfest in der Ukraine erwärmen können. Dass das Wort hier nun Verwendung findet, passt freilich sehr gut:

Die derzeit deutlich abgekühlte Massenpsychose, die die Corona-Krise bestimmte, erleben wir nun unter neuem Vorzeichen, live und in Farbe in einer neuen Version. Recht behalten haben nun diejenigen, die prophezeiten: Wenn das, was in der Corona-Diktatur passierte, möglich war, ist alles möglich! Die „Friedensschwurbler“ werden am Ende genauso recht behalten wie die „Coronaschwurbler“.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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