(David Berger) Während viele Kölner Kneipen vor der linken Sprachpolizei in die Knie gehen, bleiben einige wenige Kölner Wirte hart und haben vor allem die Tradition und die Wünsche ihrer Gäste im Auge: Das beliebte Zigeunerschnitzel wird auch weiter so heißen.

Der Kölner „Express“ berichtet aktuell, wie nach Knorr und REWE nun auch die ersten Kölner Gasthäuser einknicken und das klassische Zigeunerschnitzel nicht mehr so nennen wollen, wie es seit unseren Kindertag heißt. Und das obwohl die Mahnungen der politisch überkorrekten Sprachpolizei längst überholt sind und von den Betroffenengruppen entschieden zurückgewiesen werden.

Allen voran wird hier das Schnitzelrestaurant „Bei Oma Kleinmann“ auf der Zülpicher Straße genannt.

„Oma Kleinmann“ geht vor der Sprachpolizei in die Knie

Mit der „Oma Kleinmann“, die ich noch aus meinen Studentenzeiten kannte, hat das Restaurant allerdings nicht mehr viel zu tun: die Preise sind extrem hoch und es schmeckt lange nicht mehr so gut wie damals. Obwohl rund um die Kneipe die etwas schmuddelige Atmosphäre der links geprägten Studentengegend geblieben ist. Da muss man dann irgendwie anders Werbung für den Laden machen. Wirtin Maureen Wolf im O-Ton zum EXPRESS:

„Ja, wir möchten unser Schnitzel auch umbenennen. Wenn Menschen sich durch diese Bezeichnung gekränkt und ausgegrenzt fühlen, nehmen wir das Ernst und halten es nicht für besonders schwer, den Namen zu ändern und das Problem so aus der Welt zu schaffen.“

Brauerei „Zum Pfaffen“ am Heumarkt bleibt dabei

Es gibt aber eben auch noch ganz andere Wirte, denen die Tradition, die in Köln seit Jahrhunderten hoch angeschrieben steht, ebenso wichtig ist, wie die Wünsche ihrer Gäste, die in Zukunft kein „Schnitzel Rote Zora“, wie bei Oma Kleinmann angedacht, bestellen möchten.

So etwa Günther Schneider, der Inhaber des Wirtshauses Brauerei „Zum Pfaffen“ am Heumarkt (Foto l. © calflier001 / CC BY-SA), der gegenüber dem Express wissen lässt: „Bei uns heißt das Jägerschnitzel auch Jägerschnitzel, muss ich das auch ändern? … Ich bin 60 und mache das Theater nicht mehr mit. Solange die mich dafür nicht Haft stecken, bleibe ich dabei.“

Brauhaus Reissdorf am Kleinen Griechenmarkt wird weiter die Wünsche der Gäste erfüllen

Ähnlich mutig zeigt sich auch sein Kollege Reiner Wilkens, Inhaber des Brauhaus Reissdorf am Kleinen Griechenmarkt: „Für uns ist der Begriff der Garnitur klassisch und auf keinen Fall diskriminierend. Die Gäste kennen und mögen ihr Zigeunerschnitzel so, wie es ist. Deshalb werden wir nichts ändern.“

Beide Restaurants kenne ich seit langer Zeit. Um ehrlich zu sein, habe ich dort nie ein Zigeunerschnitzel gegessen. Das werde ich aber schnellstmöglich nachholen und hier updaten. Alle anderen Gerichte dort waren bisher famos. Und zu dem dazu fast obligatorischen kühlen Kölsch brauche ich hier und gerade derzeit in der Sommerhitze kein Wort zu verlieren.

PS: Gerne erweitern wir diese Liste und sind daher für Rückmeldungen von Restaurants und Lesern dankbar! (gerne auch im Kommentarteil)

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