Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Es ist vermutlich dem Durchschnittsalter ihrer Konsumenten von round about 60 Jahren zuzuschreiben, dass die öffentlich-rechtlichen Medien bei Anlässen, die eng mit unserer Kultur verwoben sind, noch nicht den Mut haben, sich dazu so weit mit ihrem Nein aus dem Fenster zu lehnen, wie es ihrem linksgrünen, dem Konservativen feindlich gegenüber stehenden, Weltbild entspricht.

Die Weihnachtszeit provoziert bei ihnen geradezu den Zwang, sich zwischen die ungleichen Stühle zu setzen und beides zu bedienen, auch wenn es nicht zusammenpasst: Christliches und Multikulturelles. Der BR camoufliert seinen Unwillen, Ersteres zu bekennen, und präsentiert folglich ein Als-ob mit seiner Sendung „Gedanken zur Adventszeit“.

Anspruch trifft Wirklichkeit

Die Sendung stellt sich so vor: „Inspiration für den Alltag. Momente, die einen anderen Blickwinkel eröffnen. Die „Gedanken zum Tag“ laden zum Meditieren ein. Texte von Autorinnen und Autoren, voller Lebensweisheit und Spiritualität.“ (Quelle)

Wie sieht dieser Anspruch in „Gedanken zur Adventszeit“ aus?

Die Vermutung, es hätte irgendwie mit Advent, d.h. mit der (nach christlicher Überzeugung) „Ankunft“ Jesu in der Welt zu tun, entlarvt sich als Irrtum. Weder fällt sein Name, noch die „ Sache“, für die er steht.

Das Bild auf der entsprechenden Webseite ist Maske: Eine brennende Kerze mit verschwommenen, mystischen Lichtern im Hintergrund suggeriert scheinbaren Bezug zum Hochfest der Christen.

Weihnachten handelt nicht vom Sterben

Der kurze Beitrag ist eine Meditation (!) über das Sterben, über die Erfüllung letzter Wünsche vor dem Heimgang ins Nirgendwo. Kein einziger, leiser Ton von der Geburt des christlichen Hoffnungsträgers, der den Tod eben nicht als „Schwarzes Loch“ erwarten lässt. (Vielleicht will man vermeiden, dass Menschen ganz anderen Glaubens unter uns Anstoß daran nehmen könnten?)

Genauso gut hätte sich als „Meditation“ das Thema Punsch oder Plätzchen anbieten lassen. Die dahinterstehende  Tradition mag gemütliche Gedanken hervorrufen. Mit christlicher Hoffnung, der eigentlichen Bedeutung der Adventszeit, Zeit, in der auf die Ankunft Jesu gewartet wird, hat das nichts zu tun. Ebensowenig, wie Ostern mit dem Hasen einen ursächlichen Zusammenhang hat.

Aber mit der Bewusstmachung vom Kern unserer spirituellen Kultur haben die Bezahlmedien sowieso nichts am Hut. Dann sollen sie aber auch die Finger von den Bräuchen dieser Kultur lassen und keine „Umwertung“ dieser Werte vornehmen.

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für ‚Philosophia Perennis’“