(David Berger) In der SPD atmet man erleichtert auf: Das Duo Schwan und Stegner wollten die wenigsten SPD-Mitglieder als Parteivortsitzende. Und Jan Böhmermann hat heute Morgen freiwillig seinen Rückzug bekannt gegeben.

Die SPD hat über ihren Vorsitz abgestimmt und gestern wurde ausgezählt. Die SPD würde aber gegen alle Vorurteile ihrer Partei gegenüber verstoßen, wenn nun das Ergebnis feststehen würde. Olaf Scholz und Klara Geywitz gewannen zwar die Wahl, sie verpassten aber eine Mehrheit. Und so kommt es zwischen vom 19-29. November zur Stichwahl zwischen Scholz/Geywitz und Borjans/Esken.

Nase voll von Klamauk und grantigen Gesichtern

Die SPD, die heute bei der Thüringenwahl erneut vom Wähler abgestraft werden wird, bleibt also ihrem Kurs des „Wir wissen nicht so recht, wohin, nur dass wir an der Macht bleiben wollen – koste es, was es wolle“ treu.

Eines ist aber jetzt schon klar: Von Klamauk und miesepetrigen Gesichtern, die den aktuellen Zustand der Partei adäquat wiedergeben, hat die Basis die Nase gründlich voll:

Am wenigsten Stimmen erhielt gestern das Duo aus Ralf Stegner und Frau Schwan. Sehr zum Missfallen der AfD und ihrer Sympathisanten, die mit der SPD bundesweit um den 3. Platz im Parteiengefüge ringen. Aber ganz sicher zur Erleichterung der Genossen, die endlich ihren Sturzflug in die Bedeutungslosigkeit zumindest etwas abbremsen wollen.

Jan Böhmermann: „superenttäuscht und wütend“

Da dürfte es nur gelegen kommen, dass der linke professionelle Spaßvogel Jan Böhmermann heute Morgen bekannt gegeben hat, „nicht mehr länger als Kandidat für den SPD-Vorsitz zur Verfügung“ zu stehen und sei sehr wütend. Der Grund: Er und „sein Team“ seien „superenttäuscht und wütend“ von dem Wahlausgang des gestrigen Abends.

Noch vor wenigen Tagen klang das ganz anders: Da hatte Böhmermann auf seinem Lieblingsspielfeld Twitter bekannt gegeben, er wolle auf dem SPD-Parteitag Anfang Dezember von 50 Delegierten zum Kandidaten für den SPD-Vorsitz gewählt werden. Vermutlich ist ihm allerdings gestern – nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Mitgliederbefragung – doch klar geworden, dass seine Chancen für diesen Akt eher gering anzusiedeln sind.

SPD will wieder ernst genommen werden

„Die Rettung der deutschen Sozialdemokratie scheint eine viel größere Herausforderung zu werden, als wir befürchtet hatten.“ – lässt er nun wissen und sagt damit indirekt, dass die SPD ohne ihn kaum Chancen zu haben scheint gerettet zu werden. Aber wenn man nicht gerettet werden will, kann auch Superböhmermann nichts machen…

In der SPD, wo man gerne die großen Zeiten als ernstzunehmende Volkspartei beschwört und diesen Ruf nicht endgültig durch eine Comedy-Partei, die vor allem mit Shitstorms und Tiwttersperrungen arbeitet, kaputt machen will, dürfte dieser Rückzug mindestens ebenso große Erleichterung ausgelöst haben, wie die Tatsache, dass die Zeiten von Stegner und Schwan endgültig vorbei sind. Noch ist die Chance wenigstens einen Teil alten Glanzes zurückzuerobern, nicht ganz vertan.

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