Was Papst Franziskus zu dem Kniefall vor südsudanesischen Politikern angetrieben hat, weiß keiner so genau. Er vermutlich auch nicht, außer dass er das vielleicht einmal in irgendeinem lustigen Film („Ein Papst zum Knutschen“ oder so ähnlich) so gesehen hat – oder einfach ähnliche (nur eben etwas masochistischere) Gefühle entwickelte wie dereinst Macron bei seinem Besuch in St. Martin.

Bedankte sich der Papst für die Massenmigration?

So gibt es reichlich Raum für Spekulationen. der bekannte twitter-Account „Braves Bürgerlein“ etwa vermutet:

„Der Papst bedankt sich bei den südsudanesischen Warlords für ihren Anstoß zur Massenauswanderung von Afrikanern. Das Zeitalter der Europäer geht mit dieser Geste spektakulär zu Ende; wir übergeben unsere Gebiete mit keuchender Kapitulation an die neuen Siedler.“

Wenig überzeugend die halboffizielle Erklärung, die aus Vatikanischen Kreisen kam: der Papst habe die Politiker eindringlich zum Frieden ermahnen wollen. Weder in der Römischen Tradition noch un Argentinien ist allerdings ein solcher Brauch der Unterwerfung im Zusammenhang mit der Ermahnung zum Frieden bekannt.

Dass Andrea Tornielli, der bereits völlig gegensätzliche Handlungen Benedikts gelobt hat, nun diese Geste retten will, in dem er sie mit der Fußwaschung des Gründonnerstags vergleicht, zeigt nicht nur dessen byzantinisches Verhältnis zum Papstgehorsam, sondern auch ein praktisch nicht existentes Gefühl für die Rituale der Liturgie.

In krassem Gegensatz steht dieser Ausfall des Papstes zu der Verweigerung des Handkusses für gläubige Katholiken in Loreto – mit dem Hinweis, das sei unhygienisch. Sind die Schuhe von sudanischen Kriegstreibern hygienischer als der Kussmund von italienischen Katholiken?

Kurie stellt verzweifelte Überlegungen an

In der Kurie ist seit langem bekannt, dass Franziskus nicht zu den großen Denkern auf dem Stuhl Petri zählt, aber nun diskutiert man immer öfter, inwieweit Franziskus überhaupt noch als zurechnungsfähig gelten kann. Und ob in dem Fall, dass sich solche Ausfälle mehren, es kirchenrechtlich möglich, vielleicht sogar geboten ist, dass man ihn absetzt.

Wie man dies kirchenrechtlich einschätzen mag und wie das dann praktisch aussieht (ärztliche Gutachten, Initiative im Kardinalkollegium, traditionell vatikanische Lösung), ist völlig unklar – klar ist aber: Mit jedem Tag, den dieser Mann im Amt ist, fügt er der Kirche immer größeren Schaden zu.