Eine der traditionsreichsten katholischen Zeitschriften Deutschlands stellt sich neu auf: Mit Prof. Dr. Peter Stephan als Chefredakteur und PP-Herausgeber David Berger als Schriftleiter will die Una Voce Korrespondenz künftig noch entschiedener für die überlieferte Liturgie und die katholische Glaubenstradition eintreten – wissenschaftlich fundiert, publizistisch streitbar und mit einem deutlich erneuerten Erscheinungsbild. In wenigen Tagen erscheint die erste Ausgabe unter der neuen redaktionellen Verantwortung.
Seit mehr als einem halben Jahrhundert gehört die Una Voce Korrespondenz (UVK) zu den wichtigsten deutschsprachigen Publikationen, die sich der Bewahrung und Verteidigung der überlieferten römischen Liturgie verschrieben haben. In einer Zeit, in der die traditionelle Messe vielerorts erneut unter Rechtfertigungsdruck steht und kirchliche Entscheidungsträger das eigene liturgische Erbe zunehmend wie einen Fremdkörper behandeln, gewinnt diese Aufgabe neue Dringlichkeit. Mit dem jetzt vollzogenen Wechsel in der Redaktion verbindet der Vorstand von Una Voce Deutschland deshalb ausdrücklich keinen Bruch mit der bisherigen Linie, sondern deren entschlossene Fortführung und Weiterentwicklung.
Tradition braucht eine starke publizistische Stimme
In seiner Stellungnahme formuliert der Vorstand den Anspruch der neuen Redaktion: Die Zeitschrift soll „wissenschaftlich ernstzunehmend, traditionsverbunden, streitbar und zugleich lesbar sein“. Neben Liturgiewissenschaft und Kirchenrecht sollen künftig auch Philosophie, Dogmatik, Kirchengeschichte, Kirchenmusik und sakrale Kunst verstärkt zu Wort kommen.
Mit dem Kunsthistoriker Peter Stephan und dem Philosophen und Theologen David Berger übernehmen zwei Wissenschaftler die Verantwortung, die seit Jahrzehnten der katholischen Tradition verbunden sind. Stephan wird insbesondere seine Forschungen zum Zusammenhang von Liturgie, Kirchenraum, Kunst und Schönheit einbringen. Berger, der als habilitierter Theologe unter anderem sieben Jahre lang die Zeitschrift Theologisches leitete, übernimmt als stellvertretender Chefredakteur und Schriftleiter die laufende redaktionelle Arbeit. Dabei geht es keineswegs darum, die UVK in eine weitere innerkirchliche Nachrichtenzeitschrift zu verwandeln. Ihr besonderes Profil soll gerade darin bestehen, aktuelle Auseinandersetzungen mit den großen theologischen, historischen und geistigen Fragen des Katholizismus zu verbinden.
Georg May, Papst Leo XIV. und die Schönheit der Liturgie
Auch das Erscheinungsbild wurde überarbeitet. Die Beiträge sollen künftig allgemeinverständlicher, griffiger und kompakter werden, ohne ihre wissenschaftliche Substanz einzubüßen. Eine reichere Bebilderung soll der Tatsache Rechnung tragen, dass die katholische Glaubenswelt nicht nur durch Begriffe und Texte, sondern ebenso durch Bilder, Architektur und die Schönheit des Gottesdienstes vermittelt wird. Im Editorial der neuen Ausgabe heißt es dazu: „Der Katholizismus ist auch eine Bildreligion und das Auge liest mit.“ Die Zeitschrift will sich damit ausdrücklich einem breiteren Leserkreis öffnen, ohne ihre theologischen Überzeugungen preiszugeben. Denn katholische Tradition ist keine museale Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern ein lebendiges Erbe, das gerade angesichts der gegenwärtigen Kirchensteuerkirchen-Krise, die zugleich mit einer Renaissance des klassischen Katholizismus bei jungen Menschen einhergeht, seine geistige Kraft entfalten kann.
Wie dieses Programm aussehen soll, zeigt bereits das neue Heft 3/2026. Es beginnt mit einer ausführlichen Würdigung des großen Kirchenrechtlers und Priesters Georg May, der im September seinen 100. Geburtstag feiern konnte. May gehört seit den Anfängen zu den prägenden Autoren der Una-Voce-Bewegung. Sein Lebenswerk steht exemplarisch für die Überzeugung, dass die Verteidigung der überlieferten Liturgie keine Frage nostalgischer Vorlieben ist, sondern unmittelbar mit dem katholischen Glauben, dem Priestertum und dem sakramentalen Wesen der Kirche zusammenhängt. Michael Charlier untersucht unter dem Titel „Zwischen Duldung und Ausgrenzung“ die Perspektiven der traditionellen Liturgie unter Papst Leo XIV. David Berger widmet sich in einer umfangreichen Studie der Theologie und Liturgiegeschichte des Weihrauchs und geht in einem weiteren Beitrag der Frage nach, ob die Gläubigen in der traditionellen Messe tatsächlich nur passive Zuschauer sind – oder ob neuere empirische Untersuchungen nicht gerade das Gegenteil nahelegen. Peter Stephan erschließt am Beispiel des marianischen Hymnus Alma Redemptoris Mater die faszinierende Verbindung von Theologie, Dichtung und bildender Kunst. Jan Bentz erinnert an die Oxford-Bewegung vor 200 Jahren und fragt nach ihrer Bedeutung für die gegenwärtige Theologie.
Ergänzt werden diese größeren Beiträge durch zahlreiche aktuelle Nachrichten, Stellungnahmen und Buchbesprechungen, unter anderem zu Kardinal Burke, Kardinal Sarah, Kardinal Brandmüller und Bischof Athanasius Schneider.
Keine Nostalgie, sondern Zukunft der Kirche
Programmatisch steht über der neuen Ausgabe das Lebenswerk Georg Mays. Der Priester und Gelehrte hat über Jahrzehnte bewiesen, dass wissenschaftliche Redlichkeit und unerschütterliche Treue zum überlieferten Glauben keine Gegensätze sind. In einer kirchlichen Landschaft, in der Anpassung an den Zeitgeist häufig als Fortschritt ausgegeben wird, ist dies ein notwendiges Gegenmodell. Die neue Una Voce Korrespondenz will daran anknüpfen. Sie will nicht nur dokumentieren, was der katholischen Tradition angetan wird, sondern vor allem zeigen, welchen Reichtum diese Tradition besitzt und weshalb die Kirche auf ihn nicht verzichten kann. Wenn der gegenwärtig angesichts des Papstbesuchs in Frankreich deutlich gewordene Frühling des Katholizismus auch in Europa eine nachhaltige Chance haben soll, dann kann diese nur aus der Tradition heraus entstehen.
Wer die traditionelle Liturgie liebt, ihre theologischen Grundlagen besser verstehen möchte und sich eine anspruchsvolle, zugleich gut lesbare katholische Zeitschrift wünscht, sollte die neue Una Voce Korrespondenz kennenlernen – und abonnieren. Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich. Das Jahresabonnement kostet im Inland 40 Euro, das Digitalabonnement 22 Euro. Ein Förderabonnement ist für 50 Euro erhältlich; Einzelhefte kosten 8,50 Euro zuzüglich Versand, digital 6,50 Euro.
Bestellungen und Abonnements: leserdienst@una-voce.de
Redaktionelle Zuschriften und Manuskripte: redaktion@una-voce.de
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