Für Friedrich Merz wird es zunehmend ungemütlich – inzwischen sogar in den eigenen Reihen. Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn kam es zu einer offenen Abrechnung mit dem Bundeskanzler. Der bayerische CSU-Delegierte Jan Pfadenhauer warf Merz vor laufender Kamera vor, in der Rentenpolitik einen „Raubzug gegen die junge Generation“ angeführt zu haben.
Auch die gewaltige Neuverschuldung auf Druck der SPD und das umstrittene Rentenpaket nahm Pfadenhauer ins Visier. Besonders bitter für Merz: Der junge Christsoziale verglich dessen Umfragewerte mit denen der britischen Premierministerin Liz Truss in ihren letzten Amtstagen. Die musste nach nur 49 Tagen zurücktreten. Dann folgte der eigentliche Paukenschlag. Pfadenhauer forderte Merz auf, seinen Dienstwagen zu nehmen, zum Bundespräsidenten zu fahren und um seine Entlassung zu bitten. Jubel im Saal … Eine unmissverständliche Rücktrittsforderung ausgerechnet auf dem Deutschlandtag der eigenen Parteijugend.
Merz ging auf diese Aufforderung Berichten zufolge nicht ein. Doch der Auftritt zeigt, dass der Unmut über seine Politik längst nicht mehr auf die Opposition beschränkt ist. Gerade die junge Generation soll die finanziellen Lasten einer Politik tragen, die immer neue Schulden auftürmt und notwendige Reformen aufschiebt. Dass sich nun selbst ein CSU-Nachwuchspolitiker öffentlich gegen den Kanzler stellt, dürfte in der Unionsführung für erhebliche Unruhe sorgen.
Sehen Sie hier die Abrechnung mit Merz im Video:
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