Päpstlicher Korb für Macron: Kein gemeinsamer Auftritt in Notre-Dame

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(David Berger) Emmanuel Macron wollte Papst Leo XIV. bei dessen Besuch in Notre-Dame einige Minuten persönlich begleiten. Doch der Heilige Stuhl lehnte den Wunsch des französischen Präsidenten ab. Angesichts der Politik Macrons besitzt dieser protokollarische Korb eine kaum zu übersehende Symbolkraft.

Wie die französische katholische Tageszeitung La Croix über die Vorbereitungen der Frankreichreise von Leo XIV. berichtet, hatte der Élysée-Palast ausdrücklich darum gebeten, Macron einige Minuten an der Seite des Papstes in Notre-Dame auftreten zu lassen. Der Vatikan ging darauf nicht ein. Das ist deshalb von besonderer Brisanz, weil Macron wie kaum ein anderer französischer Präsident der jüngeren Geschichte für eine Gesellschaftspolitik steht, die in zentralen Fragen der katholischen Morallehre widerspricht. Unter seiner Präsidentschaft wurde 2024 die „Freiheit“ zur Abtreibung in der französischen Verfassung verankert; auch bei der Legalisierung der Sterbehilfe gehört Macron zu den treibenden politischen Kräften. Ausgerechnet dieser Präsident hätte nun gerne den Papst demonstrativ in Notre-Dame begleitet – und damit Bilder erhalten, die sich hervorragend zur politischen Selbstdarstellung geeignet hätten. Rom verweigerte sie ihm.

Starke Traditionalisten in Frankreich

Natürlich wird Leo XIV. Macron während seiner Frankreichreise offiziell treffen. Doch die Bilder eines gemeinsamen Auftritts im geistlichen Herzen des französischen Katholizismus wird es nicht geben. Ob der Vatikan Macrons antichristliche Gesellschaftspolitik bei seiner Entscheidung ausdrücklich im Blick hatte, ist nicht bekannt. Die Symbolik bleibt dennoch unübersehbar. Und sie wird den extrem eitlen Macron enorm verärgern.

Hinzu kommt eine für Macron unangenehme innenpolitische Realität: Traditionelle und konservative Katholiken bilden in Frankreich einen erheblichen Teil des praktizierenden katholischen Milieus und stehen politisch seit Jahrzehnten vielfach deutlich rechts. Gerade in diesen Kreisen verfügen zunächst der Front National und heute das Rassemblement National über eine weit überdurchschnittliche Zustimmung. Auch deshalb dürfte jedes päpstliche Signal der Distanz zu Macron dort aufmerksam registriert werden.

 


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