Neuer Nuntius in Berlin: Msgr. Hubertus van Megen übernimmt diplomatische Schlüsselrolle

(David Berger) Papst Leo XIV. hat einen neuen Apostolischen Nuntius für die Bundesrepublik Deutschland ernannt. Der niederländische Erzbischof Hubertus Maria van Megen folgt auf Nikola Eterović, der das Amt in den vergangenen Jahren innehatte. Mit dem neuen Vertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland ist die Hoffnung verbunden, dass die deutsche Amtskirche ihren eigentlichen Auftrag wieder ernst nimmt.

Van Megen war zuvor als Vatikanbotschafter im Sudan sowie zuletzt in Kenia tätig. Mit seiner Ernennung übernimmt er nun eine zentrale diplomatische Funktion zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland. Der Apostolische Nuntius gilt als Bindeglied zwischen Vatikan und Ortskirche sowie als Ansprechpartner für politische Institutionen.

Van Megen wurde am 4. Oktober 1961 im niederländischen Eygelshoven geboren. Er empfing 1987 die Priesterweihe für das Bistum Roermond und trat anschließend in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Seine Karriere ist stark international geprägt. Er war unter anderem in Somalia und Brasilien, Israel und der Slowakei sowie bei den Vereinten Nationen in Genf tätig. Später arbeitete er als Geschäftsträger in Malawi, bevor er 2014 zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius im Sudan ernannt wurde. Kurz darauf übernahm er zusätzlich die Zuständigkeit für Eritrea. 2019 wechselte er nach Ostafrika und wurde Nuntius in Kenia sowie im Südsudan. Gleichzeitig vertrat er den Vatikan auch als Beobachter bei UN-Organisationen wie dem Umweltprogramm (UNEP) und UN-Habitat. Verständlich dass van Megen im Ruf steht, klassischer Vatikan-Diplomat mit großer internationaler Erfahrung zu sein.

Harter Kritiker von Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie

Die neue Aufgabe bringt für den 1950 geborenen Geistlichen ein komplexes Umfeld mit sich. Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich seit Jahren in einem immer gefährlicher werdenden Los von Rom-Prozess und einer fatalen Gleichschaltung mit einem weithin nihilistisch agierenden Regime. Dadurch sieht sich die deutsche Amtskirche mit sinkenden Mitgliederzahlen und wachsender Distanz weiter Teile der Bevölkerung konfrontiert. Für den Nuntius bedeutet dies, sowohl innerkirchliche Entwicklungen aufmerksam und korrigierend zu begleiten als auch den Dialog mit Staat und Gesellschaft in kritischerer Weise zu pflegen als das sein Vorgänger noch getan hat..

Van Megen könnte dafür der geeignete Mann sein, denn er ist für klare Positionen bekannt. Bereits 2019 äußerte er sich kritisch zur Entwicklung westlicher Gesellschaften und sprach von einer zunehmenden moralischen und sozialen Orientierungslosigkeit: „Die Lehren der westlichen Gesellschaft über Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie sind klare Symptome einer Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat und hilflos auf dem stürmischen Meer der menschlichen Wünsche treibt, geschüttelt und in jeder Hinsicht geschwächt.“ Und weiter: „Es ist für jedermann offensichtlich, wie der Westen, eine säkulare Gesellschaft, seine Kraft verloren hat und immer mehr mit sich selbst beschäftigt ist“, sagte er weiter. Er fügte hinzu, dass die westliche Gesellschaft „von einem Licht für die Nationen“ dazu übergegangen ist, „ihre Lampe unter den Scheffel zu stellen, ihr Licht wird immer schwächer.“

Klare Worte gegen spalterische Tendenzen bei deutschen Bischöfen?

Auch der Vorwurf an die westlichen Gesellschaften, sie würden sich „nicht einmal um ihre eigenen Kinder“ kümmern, könnte zu einer mahnenden Stimme an die migrationsbesoffene deutsche Amtskirche werden. Van Megen unterstreicht immer wieder die Bedeutung der Botschaft des Evangeliums für die heutige Gesellschaft, der Kirche für die Welt und nicht umgekehrt. Die Lehren Jesu sind gerade für die eine menschlich ausgerichtete Gesellschaft unverzichtbar, wo sie uns zur Heiligkeit und Vollkommenheit rufen, seien sie kein Traum, sondern reale Möglichkeit.

Die für gewöhnlich in kirchlichen Fragen bestens informierte „Tagespost“ bemerkt: „Van Megen stammt aus einer katholischen Hochburg bei Limburg in den ansonsten sehr stark säkularisierten Niederlanden und hat sich den tiefen Glauben seiner Heimat bewahrt, was er mit einem geistreichen Humor zu verbinden weiß.“

Äußerungen solchen tiefen Glaubens- verbunden mit der Freude katholisch zu sein – könnten in Deutschland heilsam auf eine Kirche wirken, die durch ihre zu große Berlin-Nähe und zu starken Aversionen gegen die Catholica und den Vatikan auf einem tragischen Weg in die Bedeutungslosigkeit ist.


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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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