Ulmen/Fernandez: Da stinkt etwas ganz gewaltig zum Himmel!

(David Berger) Wenn man sich die aktuelle Debatte rund um die Causa Ulmen/Fernandez anschaut, drängt sich ein ziemlich unangenehmer Eindruck auf: Kaum ist der eher lächerlich als kriminell wirkende, aber emotional über-aufgeladener Fall aufgetaucht, wird er medial derart aufgeblasen, dass er plötzlich als Blaupause für neue, aber schon länger geplante Gesetze gegen die Meinungsfreiheit herhalten soll – obwohl das Verfahren noch nicht einmal richtig angelaufen und nichts abschließend geklärt ist.

PP ist unter den neuen Medien nicht der Ort, am dem hinter allem sofort eine große Verschwörung gewittert wird. Aber wenn ein ungeklärter Einzelfall quasi über Nacht zum politischen Hebel wird, dann darf man schon misstrauisch werden. Genau das passiert hier: Aus mutmaßlichen Vorwürfen wird ein moralischer Notstand konstruiert, der angeblich nur mit Klarnamenpflicht im Internet zu lösen ist.

Massenpsychotische Emotionalisierung

Und ja – machen wir uns nichts vor: Die großen Medien können das immer noch. Häuser wie „Der Spiegel“ und „Bild“ sind nach wie vor in der Lage, eine Empörungswelle loszutreten, die perfekt zu politischen Vorhaben passt. Und dass dann auch noch die „Tagesthemen“ nicht fehlen dürfen, wundert keinen. Das läuft dann wie aus dem Lehrbuch: Erst wird ein Thema emotional aufgeladen, dann wird – ganz ähnlich wie vorangehend beim „Social media-Verbot“ für Kinder und Jugendliche – politischer Handlungsdruck aufgebaut: „Jetzt muss endlich etwas passieren!“

Die Emotionalisierung geht so weit, dass man Ulmen sogar einen Rechtsbeistand verweigern möchte bzw. dessen Rechtsanwalt dafür angreift, dass er dessen Verteidigung übernommen hat. Immerhin muss man der ARD noch lassen, dass sie hier mit dem Kommentar der großartigen Iris Sayram noch einen Funken rechtlichen Anstand zu wahren weiß:

Für alle, die nun schreien:
– Schwurbler
– Faschist
– Freak
– Frauenhasser
Dieser Kommentar kommt von Iris Sayram und sie trifft hier exakt den Punkt in der Causa Fernandes / Ulmen. pic.twitter.com/b6NfrXvttq

— kitchennews (@kitchen_news_de) March 21, 2026

Das hat man so oder ähnlich schon erlebt. Auch im Zusammenhang mit der Alternative für Deutschland wurde einst mit großem Pathos behauptet, es gebe belastendes Material, das drastische Konsequenzen rechtfertige. Am Ende blieb davon deutlich weniger als angekündigt, ja inzwischen so gut wie nichts Relevantes. Der Schaden fürs Vertrauen? Das gilt in ganz extremer Weise auch für die von „Correctiv“ verbreiteten Falschinformationen zum sog. Potsdam-Treffen, mit deren Hilfe die gleichgeschalteten Medien – allen voran wieder Bild und Spiegel – einen Massenhysterie unter den Deutschen auslösten.

Toxisches Östrogen

(C) Screenshot Focus

Was hier besonders auffällt: Frühere Argumente – etwa der Schutz vor Desinformation – haben offenbar nicht gezogen. Zumal gerade nicht die Falschnachrichten verbreiteten und verbreiten, die man gerne über das „Verbot von Falschnachrichten“ zum Schweigen bringen wollte, sondern ZDF & Co. Also greift man jetzt zu einem deutlich wirksameren Mittel: maximale Emotionalisierung. In einer Zeit des toxisch-östrogengesättigten „Bauchgefühls“, das weite Strecken der Gesellschaft vergiftet hat, mit großem Erfolg.

Da kommt ein Thema, das Schutzinstinkte triggert, moralischen Druck erzeugt und kaum Widerspruch duldet, gerade recht. Der das Verbrechen der echten Vergewaltigung übelst relativierende Begriff der „virtuellen Vergewaltigung“ kommt da gerade recht und passt in die Methode. Dass dann Frau Fernandez bei ihren Vorwürfen zum Teil wenig glaubwürdig wirkt, fällt den meisten in ihrem Erregungszustand überhaupt nicht mehr auf (Foto r., dazu: FAZ). Hadmut Danisch fragt zurecht: „Wenn von einem Deep-Fake-Pornos in Umlauf sind, die einem unangenehm sind – verhält man sich dann ruhig, damit es keiner merkt, und auch keiner auf die Idee kommt, dass das eine Fernsehschauspielerin sein könnte, oder brüllt man es durch alle Medien, damit jeder sie sucht, jeder sie sehen will und jeder sofort weiß, wer das sein soll, preist sie also mit Hochdruck noch extra an?“

Eine hochverlogene Sekte

Wie die im Darknet verbreiteten Videos, die (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder zeigen, einst Frau von der Leyen dazu dienten, die erste Kontrollmaßnahmen des Internets weitgehend widerstandslos durchzusetzen, so soll nun auch dieser Fall moralischen Druck ausüben: Wer will sich schon gegen Maßnahmen stellen, die angeblich Opfer schützen? Dass es den Zensurfanatikern niemals um den Schutz der Opfer ging, ja dass sie dieses einfach ein zweites mal für ihre machtgelüste missbrauchen, sehen wir täglich am Umgang mit der importierten Gewalt an Kindern und Frauen.

Julian Adrat hat das kurz und bündig beschrieben: „Jeden einfach jeden Skandal nutzt das Altparteienkartell, um Freiheit einzuschränken und uns zu gängeln, während illegale, aber reale Sexualverbrecher mit Samthandschuhen gebauchpinselt werden: Fall Ulmen/Fernandes: Möglicherweise hat Ulmen die Persönlichkeitsrechte seiner Ex-Frau verletzt, was passiert: Sofort Ruf nach Digitaler-ID, Ministerinnen stehen sofort vor der Kamera mit fertig ausgearbeiteten Gesetzesentwürfen für mehr Zensur- und Überwachung, und verkaufen sich als Frauenschützer. Die gleichen, die dich medial steinigen, wenn du sagst, dass Männer weder in den Frauensport noch in die Frauensauna gehören. Es ist eine hochverlogene Sekte: Selbst über zehn Jahre nach den Massenvergewaltigungen auf der Domplatte zu Köln hat man nicht juristisch nachjustiert, geschweige denn die Grenzen dicht gemacht. Alles, alles, was sie können, ist ihre eigene Macht auszubauen, während sie das Volk entmündigen. Es geht ihnen nie um Schutz, sondern immer um Kontrolle.“ (Quelle)

Reale Gewaltprobleme: „Jetzt sind sie halt da“

Kurzum: Wenn jetzt plötzlich höchste Dringlichkeit herrscht, um „virtuelle“ Übergriffe zu verhindern, stellt sich zwangsläufig die Frage, warum bei realen Gewaltproblemen oft weit weniger Eile an den Tag gelegt wurde und wird. Da gilt doch häufig die mit einem Schulterzucken und Demos gegen rechts aufgegriffene Merkelsche Devise: „Jetzt sind sie halt da!“ Diese perfide Schieflage springt ins Auge – und sie untergräbt die Glaubwürdigkeit der aktuellen Forderungen massiv.

Am Ende entsteht ein Bild, das schwer zu ignorieren ist: Medien bekommen ihre Aufmerksamkeit und Klicks, politische Akteure den passenden Druck für ihre Vorhaben – und die Öffentlichkeit wird durch eine orchestrierte Empörungswelle in die gewünschte Richtung geschoben. Ob das nun bewusst gesteuert ist oder einfach zynisch ausgenutzt wird, macht kaum noch einen Unterschied. Wer nicht als billiges Objekt der Empörungsindustrie missbraucht durch die Gegend läuft, dem ist längst klar, dass es sich um nichts anderes als eine „absurde, durchsichtige Räuberpistole“ (Marcel Luthe) handelt: Das stinkt alles ganz gewaltig zum Himmel!

***

Dieser Blog ist auf Ihre Unterstützung angewiesen! Auch die finanzielle. Wenn Sie unsere Arbeit gut und wichtig finden, dann können Sie das u.a. hier zeigen:

PAYPAL


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

Trending

VERWANDTE ARTIKEL