(David Berger) Neue FBI-Dokumente werfen ein anderes Licht auf Donald Trumps Rolle im Fall Jeffrey Epstein, als es viele Schlagzeilen nahelegen. Statt Vertuschung deuten die Akten auf frühe Hinweise Trumps über die kriminellen Machenschaften des Epstein-Netzwerkes an die Behörden hin.
Die jüngst freigegebenen Dokumente aus den Ermittlungen im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben in den USA enorme Aufmerksamkeit erzeugt. Im Mittelpunkt steht diesmal eine bislang unveröffentlichte Aussage eines ehemaligen Polizeichefs aus Palm Beach, der sich an ein Gespräch mit Donald Trump im Jahr 2006 erinnert. Laut dieser Niederschrift soll Trump die Polizei ermutigt haben, Ermittlungen gegen Epstein zu verstärken – statt wie Mitglieder der demokratischen Partei dessen Verbrechen zu vertuschten oder zu verharmlosen.
Böse und unmoralisch
Das FBI-Protokoll, das Teil der umfangreichen Akten ist, zeigt den damaligen Polizeichef Michael Reiter im Jahr 2019 im Gespräch mit Ermittlern. Demnach habe Trump gesagt, Epstein sei weithin für sein „unmoralisches“ Verhalten bekannt, und er sei froh, dass die Behörden eingriffen. Auch auf Ghislaine Maxwell, Epsteins enge Vertraute und spätere Verurteilte, habe Trump ausdrücklich hingewiesen und sie als „böse“ beschrieben.
Die Berichte belegen alles andere als eine Epstein-Freundschaft oder Vertuschungsversuche durch den heutigen Präsidenten. Sie dokumentieren ein mögliches frühes Interesse an dessen Strafverfolgung.
Anti-Trump-Propaganda wider alle Fakten
Angesichts der tiefen politischen Polarisierung in den USA und auch in Deutschland ist es wenig überraschend, dass jede neue Veröffentlichung in manchen Medien sofort instrumentalisiert wird. Besonders linke Kreise und Teile der internationalen Presse haben in den vergangenen Tagen wiederholt versucht den Eindruck zu erwecken, als ob Trump ein „Epstein-Freund“ oder sogar ein aktiver Mitwisser der schlimmsten Taten gewesen sei.
Dabei scheut man sich auch nicht einmal mit KI erstellte, irreführende Bilder zu verbreiten oder Fotos Trumps mit seiner Tochter in einen schmierigen Zusammenhang zu stellen, um den Beweis zu erbringen, dass Trump Teil des Pädophilen-Netzwerkes war. Es existiert schlicht kein Dokument, das Trump in konkrete kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit Epstein verstrickt war. Vielmehr deuten die vorliegenden FBI-Protokolle eher darauf hin, dass Trump die Behörden über problematische Umstände informiert hat, als dass er diese zu vertuschen versucht hätte.
Kritiker mögen anführen, Trump habe Epstein in den frühen 2000er Jahren öffentlich positiv dargestellt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass positive Worte aus der Vergangenheit nicht automatisch Vertuschung bedeuten, besonders wenn spätere Bemerkungen – wie in diesem Fall – eine andere Haltung nahelegen. Ebenso wichtig ist, zwischen den millionenfachen Aktenseiten, die nun sukzessive veröffentlicht werden, und konkreten, verifizierten Aussagen zu unterscheiden: Viele neue Dokumente enthalten bloße Behauptungen oder Erinnerungen aus drittem Mund, die noch überprüft werden müssen.
Auch der deutschsprachige Journalismus wäre gut beraten, seine von Hass auf Trump erfüllte Propagandamentalität aufzugeben, sich an belegte Informationen zu halten und Trump als jenen zu zeigen, der nicht nur die Veröffentlichung der Akten möglich machte, sondern auch vor Epstein warnte, als andere sich noch indirekt den Wahlkampf aus seinem Netzwerk heraus finanzieren ließen.
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