(Michael van Laack) „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist!“ oder „Sag zum Abschied leise Servus!“ sind zwei geflügelte Worte, die zur Farbe eines solchen Artikels zu passen scheinen. Doch das eine trifft es nicht und das andere ist nicht mein Stil. Etwas mehr als vier Jahre, nachdem ich meinen ersten Artikel auf PP veröffentlicht habe und fast auf den Tag genau zwei Jahre, nachdem David Berger und ich beschlossen, Philosophia Perennis als Redaktionsteam zu führen, trennen sich nun unsere Wege.

David will PP – wie er mir sagte – nach einer etwas längeren Sommerpause in leicht veränderter Form weiterführen. Ich selbst werde nach einem vierwöchigen Urlaub zum 1. September 2021 mit einem eigenen Blog an den Start gehen. Er wird „Aus Zeit und Ewigkeit“ heißen und Themen aus Politik, Gesellschaft und Religion behandeln; also exakt die Palette, die ich auch auf PP abgedeckt habe.

Die Trennung ist schmerzhaft, aber unumgänglich

Die Freundschaft zwischen David und mir wird durch diese Entscheidung nicht belastet. Ganz im Gegenteil. Die Trennung auf dem Blog verhindert, dass es zu einer Belastung kommt. Zwei starke Köpfe können einen Blog nur gemeinsam führen, wenn hinter ihnen ein ganzes Team steht, wie wir es auf den großen Blogs oder Seiten sehen. Zwei starken Köpfen ohne ein Team drumherum gelingt zwar (auch über einen längeren Zeitraum) ein gutes Nebeneinander, aber kaum ein strategisches Miteinander.

Zumeist waren und sind David und ich uns in der Bewertung der politischen Situation (auch in philosophischen und theologischen Fragen) einig. Aber eben nur zumeist, sodass es in Zukunft – wenn wir den Blog weiterhin gemeinsam betreiben würden – immer mal wieder zu Reibungen kommen könnte, die potenziert nicht guttäten. Uns nicht und auch unseren Lesern nicht.

Verschiedene Optionen kamen infrage

Über einen längeren Zeitraum (ab Ende des vergangenen Jahres) sah unser Plan noch ein wenig anders aus. David wollte sich von Philosophia Perennis zurückziehen und mir den Blog zum Herbst dieses Jahres übergeben. Doch dann wuchsen die Bedenken bei ihm und bei mir.

Bei ihm, weil er fürchtete, ich würde möglicherweise Themen spielen, Positionen vertreten und Autoren ins Boot holen, die nicht dem Geist entsprächen, unter dem er den Blog gegründet hatte. Zu parteipolitisch, zu kritisch in einigen die LGBTI-Community betreffenden Fragen, mehr konservativ als liberal.

Zwischendurch mal eines meiner Lieblingslieder, auch wenn es nicht zum Thema passt!

Bei mir wuchsen die Bedenken, dass es auch nach Übernahme der eingeführten Marke PP nicht gelingen würde, aus dem Schatten von David herauszutreten. Denn in der Vergangenheit musste ich immer wieder feststellen, dass öffentliches Lob für und Kritik an meinen Artikeln zumeist an David gerichtet wurde, als sei er der Autor oder aber doch zumindest der geistige Auctor, der Urheber meiner Beiträge. Um es überspitzt zu formulieren: In der öffentlichen Wahrnehmung blieb Michael van Laack für viele (vor allem auf Facebook und Twitter) ein „alias“ von David Berger.

Entscheidung vor wenigen Wochen

Und so gelangten wir vor noch nicht allzu langer Zeit zu dem Schluss, dass eine zeitnahe Trennung unumgänglich ist. So wie bisher weitermachen wollte ich nicht. Und auch David wäre es schwergefallen, zur alten Normalität und einer „ewigen Doppelspitze“ zurückzukehren, nachdem er die Entscheidung getroffen hatte, den Blog nicht an mich zu übergeben.

Ganz oder gar nicht! Gehen oder bleiben! Auch wollte ich nicht länger im Außenverhältnis als Adlatus von David wahrgenommen werden, obwohl ich über einen längeren Zeitraum viele den Blog betreffende Aufgaben (Moderation, Bespielen der FB- und Twitter-Accounts usw.) allein gestemmt und phasenweise den Blog auch ohne seine Beteiligung mit Artikeln bespielt habe.

Ebenso wollte ich nicht mehr bei jedem Artikel darüber nachdenken müssen: „Schreibst Du jetzt etwas, dass David oder einigen seiner langjährigen Weggefährten nicht gefällt? Gibt es dann vielleicht wieder Stress für ihn hinter den Kulissen, den er ggf. an Dich weitergibt, weil ihm gar nichts anderes übrig bleibt?“

David sah wie ich die Gefahr, dass wir uns zwangsläufig eines vielleicht nicht einmal mehr ganz so fernen Tages – vielleicht nur wegen einer Kleinigkeit – überwerfen würden. Vor allem deshalb gehen wir nun einander weiter freundschaftlich verbunden und uns in Zukunft mit unseren Blogs wechselseitig dort unterstützend, wo es möglich ist und sinnvoll erscheint, ab dem morgigen 30.07.2021 getrennte Wege.

Ich habe David viel zu verdanken!

Ohne viel über mich zu wissen, hat er mich seinerzeit auf dem Blog zunächst gefördert und dann als Redaktionspartner ins Boot geholt. Durch ihn konnte ich mein politisches Netzwerk in den vergangenen Jahren deutlich vergrößern. Vor allem aber hat er mich immer wieder ermuntert, mein selbst gewähltes Dasein als „Ghost“ hin und wieder zu verlassen und öffentlich in Erscheinung zu treten, wie zuletzt beim Interview mit Joanna Cotar und Joachim Wundrak.

Auch seine Geduld mit mir und sein Respekt vor meinem Standpunkt vor allem in der Phase, als unsere Meinung zum Umgang mit Corona noch deutlich weiter auseinanderlief als aktuell, war bewundernswert. Nicht zuletzt wegen dieser bestandenen Feuerprobe unserer Freundschaft bin ich zuversichtlich, dass wir uns in Zukunft – wenn wir auf zwei verschiedenen Blogs unterwegs sind – nicht als Konkurrenten betrachten, sondern weiterhin gegenseitig befruchten werden.

Nun kommt doch noch das „leise“ Servus, liebe Leser!

Last but not least möchte ich mich bei Euch und Ihnen – unseren Lesern – bedanken, die es nicht immer ganz leicht mir hatten, da ich vor allem viele politische Themen kompromisslos behandelt und manchen Finger in offene Wunden gelegt habe. Dennoch habe ich jeden Tag auf dem Blog genossen. Vor allem die Lebendigkeit in der Kommentarspalte – die offenen, manchmal pointierten, manchmal ausführlichen, mal populistischen und mal intellektuellen Antworten – war mir oft Bestätigung und Motivation zugleich.

Und so hoffe ich und wünsche mir am Ende dieses Artikels, der länger als zunächst geplant geraten ist, dass manch einer von Ihnen und Euch nach der anstehenden Sommerpause PP die Treue halten, aber auch meinen Blog „Aus Zeit und Ewigkeit“, den ich Ende August freischalten und ab dem 1. September bespielen möchte, mit dem ein oder anderen Besuch beehren wird. Wir brauchen in Zeiten wie diesen mehr alternative und freie Medien. Dazu möchte ich ab September meinen bescheidenen Beitrag leisten.

Machts gut, Leute!

Die Jahre mit Euch waren wunderschön.

Große Zeiten kommen auf uns zu.

Lasst sie uns gemeinsam überstehen.

Gott schütze unser Vaterland!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.