(Michael van Laack) Selbstverständlich beteiligt sich die BILD-Zeitung auch an Aktionen gegen Hass und Hetze im Netz. Der stellvertretende BILD-Chefredakteur Ronzheimer empört sich auch regelmäßig über persönliche Diskreditierung, sei sie gegen Baerbock, Laschet oder andere politische Akteure gerichtet. Aber AfD-Politiker darf man nicht nur verächtlich machen, man scheint mittlerweile sogar die Pflicht dazu zu haben.

Die Feindbilder der buntfaschistischen Journaille

Dass auf dem Kunstdünger des Merkelianischen Hauptstadtjournalimus aufgewachsene Menschen wie Ronzheimer jeden als rechtsradikal bezeichnen, der nicht die Regenbogenfahne als neues Hoheitszeichen anerkennt, Abtreibung immer noch für Tötung hält, den Islam für eine gefährliche politische Ideologie hält, als rechtsradikal bezeichnet, ist nichts Neues. Zudem der Begriff rechtsradikal nicht geschützt ist. Ebenso wenig wie der Begriff Nazi.

Ich könnte also Paul Ronzheimer einen bunten Nazi (oder auch einfach nur Nazi) nennen, ohne dafür Beweis antreten zu müssen. So läuft das seit nicht wenigen Jahren in unserer auf Einigkeit, Recht und Freiheit aufgebauten Gesellschaft. – Neu ist auch nicht, dass alle Staatsführer, die nicht die Klima- und Migrationspolitik der Bundesregierung vertreten, nicht LGBTI huldigen, 492 (oder sind es schon 493) verschiedenen Geschlechter anerkennen oder Abtreibung als Menschenrecht proklamieren, pauschal in unseren Medien als rechts geframt werden.

So bei Trump, so bei Bolsonaro. Ist man dazu noch der oder den Kirchen des eigenen Landes eng verbunden, bekommt man zu der Klassifizierung als Rechter noch den Ehrentitel Errichter eines diktaturähnlichen Systems. Das gilt aktuell für Polen, Ungarn und Russland.

Mit islamischen Schlächtern und linken Terroristen darf man sich zeigen

Nicht einmal die BILD kritisiert Besuche von bundesdeutschen Politikern der Altparteien in muslimischen Staaten, in denen Homosexuelle am nächsten Baum aufgehangen werden und Frauen nur ganz knapp vor Haustieren rangieren. Niemand empört sich, wenn Grüne PKK-Politiker in der Türkei besuchen. Dem Syrer Assad freilich besucht man nicht. Denn der ist im Krisenszenario mit verschiedensten radikalislamischen Terrorgruppen und anderen Bewegungen der einzige Böse. Der legt sogar seine Hand schützend über die Christen im Land. Und das, obwohl diese ultrakonservativen Christen Abtreibungsfeinde sind.

Neue Diskreditierungsqualität

Schlagen wir mal nach, was abstoßend in Bezug auf Menschen bedeutet. Hässlich, ekelhaft und abscheulich sind die ersten A aufgeführten Synonyme. Klar, Herr Ronzheimer wird jetzt sagen: „Der böse Nazi van Laack will mir nur was andichten. Ich habe das Ganze doch gar nicht auf die Personen beziehen wollen, sondern nur auf ihre Politik.“ Das hat er selbstverständlich nicht, wie sich aus dem Kontext ergibt.

Der AfD wird oft vorgeworfen, sie tanze sprachlich auf roten Linien und verschiebe die Grenze des Sagbaren immer weiter ins Dunkle. Ich glaube, umgekehrt wird ein Schuh draus. Linkstwitter und „kluge“ Menschen in den Schreibstuben der Hauptstadtpresse testen zunehmend aus, wie weit sie gehen können, ohne Empörungswellen auszulösen. Auf der anderen Seite aber wollen sie den Korridor des Sagbaren immer weiter verengen, indem sie vom N- oder Z-Wort sprechen und jeden, der Zigeuner oder Neger schreibt bzw. sagt, sofort in die Kategorie „rechtsradikal“ einordnen.

Ein Kreislauf, der – das weiß Paul Ronzheimer so gut wie ich – diese Überlastung nicht mehr lang wird aushalten können. Mit dem bevorstehenden Kreislaufversagen stirbt dann die Demokratie. Ob das in Herrn Ronzheimers Sinn ist? Ich fürchte: Ja! Er gehört nicht mehr zu den Ärzten, sondern hat auf die Seite der Bestatter gewechselt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.