(Michael van Laack) Eine Impfpflicht – da sind sich (noch) alle einig – werde es nicht geben. Denn so viel Wein könne man den Richtern am Bundesverfassungsgericht bei einem Abendessen nicht kredenzen, damit sie einen solchen Beschluss des Bundestages und Bundesrates – vom Bundespräsidenten dann als Gesetz unterzeichnet – durchwinken.

Deshalb – so der saarländische Ministerpräsident, der vor einem Jahr bereits gefordert habe, die Hufeisentheorie müsse aufgegeben und die Brandmauer der CDU zur Linkspartei eingerissen werden, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland – sollen die Bürger durch moralischen Druck, Fortbestehen von Restriktionen oder in anderer Form zur Impfung „veranlasst“ (gezwungen) werden.

Ungeimpften nicht die gleichen Freiheiten zurückgeben

„Mit Impfen zeigt man Solidarität, mit Impfverweigerung zeigt man Egoismus“ – Solidarität! Dieses Codewort ist Bestandteil der immer mehr an Boden gewinnenden alten „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“-Ideologie. Individuelle Entscheidungsrechte sollen unter dieser Forderung unsichtbar gemacht werden, letztendlich veröden.

Da von Geimpften eine wesentlich geringere Ansteckungsgefahr ausgehe als von Gepimpten (Hans klang auch schon mal anders: „Auch Geimpfte müssen Masken tragen, weil jeder Geimpfte ein Infektionsherd bleibt.“), darf man von ihnen nicht fordern, dass sie dauerhaft die gleichen Einschränkungen erdulden müssen. Ungeimpfte hingegen müssten mit fortwährenden – niemals aufzuhebenden – Einschränkungen rechnen.

„Es kann nicht sein,“, so Tobias Hans „dass sich für Geimpfte nichts ändert, nur weil die Gesellschaft dauerhaft Rücksicht auf die Verweigerer nehmen muss.“ Deshalb „wird es so sein, dass Impfverweigerer mehr Einschränkungen haben: Sie müssen zum Beispiel für Schnelltests zahlen oder können nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen.“ Für wie lange Herr Ministerpräsident: „So lange, bis Sie sich impfen lassen!“

Auch andernorts wird der Druck erhöht

Neulich hieß es noch: Der Inzidenzwert soll nicht mehr die einzige Größe sein, an der wir uns orientieren. Das hat man augenscheinlich wieder vergessen, es sei denn, ein neuer Richtwert wäre „Inzidenzvision“. Denn Gesundheitsminister Spahn hatte uns neulich eine Inzidenz von 800 für Oktober prophezeit, wenn wir nicht weiterhin strenge Regeln einhielten. Derselbe Mann hatte übrigen im Frühjahr im täglichen Überbietungswettbewerb mit Lauterbach für Ostern eine Inzidenz von 400 bis 1.500 in Aussicht gestellt. Es wurden nicht einmal 200.

Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Laschet hat bekanntlich einen ganz besonderen Draht zu Jens Spahn. Deshalb gelten ab Montag dort wieder strengere Regeln. Weitere Bundesländer dürften Armins „gutem Beispiel“. Bald werden andere folgen. So der bayerische MP Söderder erst gar nicht den Eindruck entstehen lassen will, er könne Coronabekämpfung nicht mindestens doppelt so gut wie alle anderen.

Urlauber ideale Opfer für ein Exempel

Spanien und die Niederlande gelten seit gestern wieder als Hochinzidenzgebiet. Also nach dem Urlaub für zehn Tage ab in die Quarantäne. Schlecht für die deutschen Urlauber, die sich bereits dort befinden. Gut aber für den Staat. Zigtausende werden jetzt den geplanten Urlaub absagen oder sich gegen Spontantrips entscheiden.

So kann man die Menschen in eigenes Land und somit unter Kontrolle behalten. Wer kann schon voraussehen, welche subversiven Gedanken denen sonst noch in fremden Ländern ins Ohr geflüstert würde über die deutsche Corona-, Migrations- und Klimapolitik. Oder um es einmal mehr an das Ende eines meiner Corona-Artikel zu stellen: „Es ist erst vorbei, wenn die Bundesregierung sagt: Es ist vorbei!“ Große Zeiten…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.