(Michael van Laack) Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitstreiter waren sich sicher: Stirbt Adolf Hitler, stirbt der Nationalsozialismus. Wenn der Führer nicht mehr führt, ist Deutschland noch zu retten, kann der Krieg beendet und können alle „Verwundungen“ noch geheilt werden, die Deutschland und Europa zugefügt wurden.

Realistisch betrachtet aber hätte auch ein Erfolg der „Operation Walküre“ nur Symbolcharakter gehabt, zu stark war die Ideologie verwurzelt und zu vielfältig das Interesse der anderen Player im Weltkriegs-Szenario.

Die Führerin der freien Welt und ihre Erben

Angela Merkel, ihr desgnierter Nachfolger Laschet und deren Entourage stehen für so ziemlich alles, für das wir Liberal- oder National-Konservative nicht stehen: Für eine bunte Gesellschaft, offene Grenzen, maßlose Zuwanderung, für die Entchristlichung Europas, Islamophilie, für ein am Sozialismus und der Gender-Ideologie orientiertes Familienbild, einen europäischen Zentralstaat, einen indifferenten Lebensschutz, eine radikale Energiewende, für ein neues Feindbild (USA und Russland) und neue Freunde (China und Arabien), für Ressentiments gegenüber Israel und die Verachtung nationaler Identität.

„Merkel muss weg!“ – Dann wird alles wieder gut!

Ist die „letzte Verteidigerin der freien Welt“ erst einmal weg, kann Deutschland zurückfinden zu jener Demokratie, auf die wir alle bis zur Jahrtausendwende stolz waren, die Deutschland wiederaufgebaut, durch die Krisen der Jahrzehnte getragen und erfolgreich gemacht hat. Viele haben sich in den vergangenen Jahren dieser Illusion hingegeben.

Manche tun es auch jetzt noch, wo eine Vizekanzlerin Baerbock unter Laschet droht, obwohl jedem klar sein muss: egal wieviel Prozent die Grünen bei Wahlen geholt haben, wird zu 50 % grüne Politik gemacht, weil die größeren Koalitionspartner um des Machterhalts willen viele Zugeständnisse machen.

Dies auch, weil der ÖRR praktisch unter der Kontrolle roter und grüner Journalisten steht, die Koalitionverhandlungen entsprechend „begleiten“. Nüchtern die Situation analysierenden Stimmen wachsen in den letzten Monaten zwar ein wenig an, sind aber immer noch in der Minderheit.

Die Gesellschaft ist bereits mehrheitlich links indoktriniert

Entscheidend ist – und diesem Fakt muss die bürgerliche Mitte (seien wir nun AfD‘ler oder was auch immer) uns endlich stellen, sonst werden wir niemals eine erfolgreiche multiple Strategie entwickeln können, sondern uns weiter fleißig an einzelnen Feindbildern und Entscheidungen abarbeiten: In Deutschland steht eine Mehrheit der Gesellschaft links der Mitte. Diese Gesellschaft ist nun nicht plötzlich einfach da, ist kein „Phänomen“ (ein gern genommenes Wording, wenn man etwas nicht erklären kann oder möchte), sie ist seit vielen Jahrzehnten gewachsen, hatte zwischendurch mal einen kleinen Stillstand, ist aktuell allerdings stabile Mehrheit.

Doch das ist nicht Merkel allein zuzurechnen. Vorherige Regierungen, Parteien, Medien und  Kirchen haben diese Entwicklung aktiv gefördert, und so eine Bevölkerung geformt, die sich, so lange der Wohlstand gesichert ist, fremdbestimmen lässt. Eine bisher nicht dagewesene Mischung aus Kapitalismus und Hedonismus, Sozialismus und Konsumismus.

„Baerbock ist da!“ – Die Ernte wird eingefahren

Nichts ist sicher, doch vieles wahrscheinlich. Wir müssen uns als Konservative neu ausrichten. Unsere „Feindbilder“ dürfen nicht einzelne Personen sein, nicht einzelne Politikfelder. Die Bedrohungslage hat sich verschärft. Der Sozialismus greift wieder nach Deutschland und – verzweifelt ob des Gegendrucks, der sich bereits in anderen Ländern aufbaut – will er nun rasch in Europa Tatschen schaffen und Linien ziehen, hinter dies es kein Zurück mehr gibt.

Eine Spielart des aktuellen Sozialismus ist in Deutschland der Öko-Faschismus, den ich gern Buntfaschismus nenne. Ihn gilt es anzugreifen und dies – ich sehe schon die Zornesröte im Gesicht vieler AfD-Mandatsträger – spätestens mittelfristig mit der Union und der FDP gemeinsam.

Die zieren sich gerade nicht nur, sondern sie schlagen auf uns ein. Aber das wird weniger, je klarer wir unsere Strategie zur Abwechslung mal auf Gemeinsamkeiten ausrichten und nicht grundsätzlich alles in Grund und Boden verdammen, was aus diesen Parteien kommt. Ihnen muss klar und glaubwürdig kommuniziert werden: Wir haben bei all den Unterschiedlichkeiten ein gemeinsames Feindbild.

Die Jugend ernst und an die Hand nehmen

Und wir müssen der Jugend aufs Maul schauen. Die ist immer bereit, sich begeistern und leiten zu lassen, sich einer Sache hinzugeben. Viel zu lange hat das schon keine Partei mehr getan. Die jungen Menschen brauchen Leitsterne, Ideale nach denen es sich zu streben lohnt. Sie wollen nicht wissen, was sie nicht richtig finden sollen.

Sie möchten schlüssig und nicht oberlehrerhaft erklärt bekommen, warum was gut ist und vor allem sich selbst, ihre Hoffnungen, Pläne, Ziele und Ängste mit in die Debatte einbringen können.  Sie werden keiner Anti-Greta oder Anti-Luisa (sei sie nun 16 oder 46) folgen, auf deren Stirn das Etikett „Deutscher Michel“ geklebt ist. Sie werden nur einen deutschen Michel beachten, der authentisch ist, der sichtbar nach außen strahlt und glüht für das, was ihn umtreibt, was er für unser Vaterland erreichen will. Keinen Erklärbär, sondern einen Anführer, der zugleich als Freund – als Gefährte auf einem mühsamen und langen Weg – gesehen wird.

Neue Mitte gesucht! – Geben wir uns keiner Illusion hin!

Ganz egal, wie viele Menschen sich in den Ostbundesländer zukünftig für die AfD entscheiden… Der Westen – das mag uns gefallen oder nicht, bestimmt die Geschicke Deutschlands und hat somit Einfluss auf Entwicklungen in der EU. Das Asylthema ist immer noch ein wichtiges Thema und wir müssen es auch weiterhin anfassen.

Aber wir werden Deutschland nicht vor dem Fortschreiten der Islamisierung bewahren, nicht vor dem Ausverkauf unserer Unternehmens-Filetstücke, nicht vor dem Genderwahn, nicht vor völliger Aufgabe nationaler Identität oder des Lebensschutzes, wenn wir uns nicht zeitnah Gedanken über zukünftige mögliche Verbündete machen. Und das ist eben in der Tat primär die Nach-Merkel-Union ab 2025; vielleicht auch noch die FDP, falls sie sich von Lindners Kotau vor Merkel in der Causa Kemmerich noch einmal erholen sollte.

Nein, niemals dürfen wir unsere Prinzipien über Bord werfen. Aber eine kompromissunfähige Alternative für Deutschland, die es sich in der Opposition gemütlich machen will und Tag um Tag die erheblichen Vorurteile und Vorbehalte der anderen Parteien verstärkt, indem sie Provokation zu ihrem Alleinstellungsmerkmal macht, ist eine verwesende Alternative, so sie nicht eine Zweidrittel-Mehrheit in einem Parlament besitzt oder den Diktator stellt. Ersteres werden wir niemals erreichen, letzteres sehnt niemand von uns herbei.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.