(Michael van Laack) Stephan Brandners Auftritte im Bundestag schätze ich sehr. Umso mehr irritiert mich, welche – bei allem Respekt – wirklich hirnverbrannte These er zur Verlangsamung des Jetstream aufstellt, die mitverantwortlich sein mag für die Starkregenereignisse in NRW und Rheinland-Pfalz und so den poltischen Mitbewerbern Munition liefert.

Auch die MSM werden Branders Erklärungsversuch in den nächsten Monaten mit Wonne einsetzen, um die Gesamtpartei lächerlich zu machen. – Wir sind uns einig: Hier handelte es sich um ein regionales Katastrophen-Szenario, von dem nicht einmal die Meteorologen von ARD und ZDF es wagen, eindeutig den Klimawandel verantwortlich zu machen. Sie sprechen bisher lediglich davon, dass solche Ereignisse sich in den nächsten Jahren wegen der Erderwärmung häufen könnten.

Windräder rauben dem großen Jetstream die Kraft – Wie bitte?

So weit, so gut. Und ja: Es ist Wahlkampf. Und ebenfalls Ja: Wir müssen alles dafür tun, dass die Grünen möglichst klein gehalten werden, damit ihre sozialistische Politik nicht ab Herbst zu Regierungspolitik wird. Das lässt sich aber nicht mir abstrusen Theorien erreichen, wie jener, die Stephan Brandner hier zum Besten gibt. Es gibt verlässliche Studien zum Abbremsphänomen. Sie alle sagen, dass die Temperaturauswirkung von Windparks stets lokal eng begrenzt ist und keinerlei Auswirkung auf die Entwicklung der Gesamtsituation hat.

Windräder rauben dem Wind die Kraft? Wodurch? Durch ihre Flächen! Dann sollte man doch lieber alle Großstädte mit ihren Hochhäusern abreißen, denn an ihnen bricht sich viel mehr Wind. Wenn Brandner das als Ursache für die Verlangsamung des Jetstream ausgemacht hätte, könnte man mit seine Aussagen wenigstens noch Wahlkampf gegen die Einfamilienhaus-Verbotspolitik der Grünen machen…

Wie kann man noch glaubwürdig den politischen Mitbewerbern vorwerfen, sie instrumentalisierten die Starkregenkatastrophe, wenn man es selbst massiv tut. Grüne: Fossile Brennstoffe sind schuld – AfD: Die Windräder sind schuld. Großartig!

CDU und Grüne bedanken sich für solche Elfmeter

Das hier aber ist einfach nur lächerlich und wird bestenfalls nicht schädlich für den Wahlkampf der AfD sein. Ich sage immer: Zwölf Stunden, bevor man ein Interview gibt, kein Alkohol, kein Tütchen und keine Line ziehen.

Warum, so werden sich jetzt vielleicht einige Leser Fragen, veröffentlicht ein Autor, der selbst eng bei der AfD steht, einen solchen Artikel? Das ist doch Nestbeschmutzung! Nein, das Nest beschmutzen andere. Nämlich die, die seit Jahren fortwährend zu verschiedensten Themen krude Theorien verbreiten oder mit ihrem Wording auf roten Linien tanzen. Das muss aufhören!

Im Schneckentempo über den gärigen Haufen?

Das wird aber nicht aufhören, wenn man nach außen schweigt und nur nach innen leise oder laute Kritik übt. Die verpufft, die versandet. Die Entscheider schieben dann Probleme nur vor sich her oder entsorgen im schlimmsten Fall sogar die Kritiker. Gestern im Sommerinterview hat Jörg Meuthen die Folgen des Zögerns und Zauderns der vergangenen Jahre am eigenen Leib erfahren müssen.

Ihm wurden alte Versäumnisse vorgehalten und es blieb ihm nichts als die schwache Verteidigung, er habe sich manches erst einmal ein paar Jahre anschauen müssen, um sich öffentlich entschlossen äußern und entsprechend handeln zu können. Ja, die AfD ist eine junge Partei mit Kinderkrankheiten. Aber sie hat nicht die Zeit, so lange zu warten, bis Herdenimmunität gegen diese Krankheiten erreicht ist. Zumal es manche Krankheiten gibt, die Langzeitschäden verursachen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.