(Michael van Laack) Hätte es statt über 100 Flutopfer z. B. in Bad Münstereifel oder irgendwo in Rheinland-Pfalz einen islamischen Terroranschlag mit 20 oder 30 Toten gegeben, wäre die Frage „Am 67. Geburtstag Sektempfang oder Öffentlichkeitsgang“ schnell zugunsten des so herrlich golden gefärbten Prickelwassers entschieden gewesen. Nun aber schwankt die Kanzlerin noch. Aus meiner Sicht wäre es besser, wenn sie zu Hause bleibt.

Eine rauschende Party wird es zum heutigen 67. Geburtstag der Kanzlerin ohnehin nicht geben. Nach ihrem USA-Besuch wollte Merkel ohnehin nur im kleineren Kreis ihren letzten Geburtstag im Amt der ebenfalls letzten Verteidigerin der freien Welt feiern. Doch vermutlich wird nichts daraus, denn die Starkregen-Katastrophe bringt ihre Pläne ins Wanken.

In den vergangenen Jahren hat die Kanzlerin zumeist geschwiegen oder sich nicht öffentlich gezeigt, wenn es brenzlig wurde. Deshalb wäre ein Auftritt im Katastrophengebiet verlogen. Niemand braucht das zu PR- und Wahlkampfzwecken geheuchelte Mitleid einer Kanzlerin, der es, als auf dem Breitscheid-Platz Menschen starben, nicht schnell genug gehen konnte mit der Fortsetzung des Weiihnachtsmarkts und des Konsums von Glühwein, und Zwiebelrostbraten wenige Meter von der Stelle entfernt, wo Menschen einem islamischen Terroristen zum Opfer gefallen waren.

Merkel sollte sich treu bleiben und nicht zum Katastrophenort reisen

Alles andere wäre unglaubwürdig. Ja, OK… glaubwürdig und Merkel sind ohnehin zwei Begriffe, die schwerlich in einen Satz passen. Denn in 16 Jahren Kanzlerschaft war ihr das Schicksal der Bevölkerung fast immer sch… egal nicht nur bei Terroranschlägen von den Falschen. Merkel in der COVID-Krise in Seniorenheimen oder Krankenhäusern? Merkel bei den von der Arbeitslosigkeit Betroffenen in deutschen Kohle- und Stahl-Industrie? Fehlanzeige! Merkel bei einer Versammlung von Kleinanlegern von VW, den betrogenen Dieselfahrern, geschädigten der Wirecard-Affäre oder zuvor der Bankenkrise? Nö, warum auch?

Denn in all den Fragen ginge es um Opfer von ereignissen, die sie in irgendeiner Form mitzuverantworten hatte. Zu Krisen oder schrecklichen Ereignissen äußert sich Merkel nur dann und auch ausgiebig, wenn es um die richtigen Opfer geht oder sie sich sicher ist, in welcher Form auch immer nicht in Mithaftung genommen werden zu können. Also wäre es nur konsequent, wenn sie sich nicht an die Orte dramatischer Überflutungen begibt. Das sollte sie Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock überlassen, die sich um ihr trauriges Erbe streiten.

Trotz allem: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Sie sollte heute lieber Geburtstag feiern im kleinen Kreis, sich bis zum Ende ihrer Amtszeit nur noch äußern, wenn Muslime oder Wahlsieg der grünen bedroht werden und die so entstehende Tagesfreizeit dafür verwenden, in der Weltgeschichte umherzureisen und sich noch ein paar Ehrendoktorwürden abzuholen. Trotz allem: Ad multos annos, Frau Bundeskanzlerin. Aber bitte nicht in irgendeinem politischen Amt, in dem sie Einfluss auf die Geschicke unseres Vaterlandes haben.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.