(Michael van Laack) Ich bin der Letzte, der Armin Laschet verteidigen würde, wenn es um seine Politik geht. Der Shitstorm der von politisch linken bis radikalfeministisches Kreisen jedoch gestern Abend und auch heute Vormittag aktuell über ihn hereingebrochen ist, veranlasst mich, der ich für einen Blog schreibe, dessen Mitarbeitern die Freiheit des Wortes als hohes Gut gilt, in die Position des Advokaten zu wechseln.

Gestern gab NRW-Ministerpräsident Laschet dem WDR ein Interview zur Starkregen-Katastrophe. Das Interview lief im für den WDR übliche Stil ab: Das heißt: Gibt der Verhörte (Befragte) nicht die erwünschten Antworten, wird im halben Satz unterbrochen oder in die Antwort eine Intention interpretiert, die diese nicht hergibt.

 CO2-frei ab sofort?

Selbstverständlich durfte auch die Frage nicht fehlen, ob Laschet mit sofortiger Wirkung härtere Maßnahmen verkünden würde, um den Klimawandel zu stoppen und Ereignisse wie das in der Eifel zukünftig zu verhindern. Denn schließlich hatte auch die vBundeskanzlerin sofort deutsche AKW b vom netz genommen nach Fukushima. Immer wieder bohrte die WDR-Moderatorin nach und unterbrach Laschets Erklärungsversuche.

Dann wurde es ihm endlich zu bunt und er sagte (vermutlich, denn manche interpretieren sein Wording noch viel harmloser – siehe unten Liane Bednarz‘ Tweet dazu); „Entschuldigen Sie, junge Frau…“. Das tat er möglicherweise in der Absicht, um zum Ausdruck zu bringen, er hätte hier einen Teenager vor sich, dem die nötige Reife fehlte, seiner Argumentation zu folgen. Vielleicht ist es ihm aber auch nur so herausgerutscht, vielleicht war es gar nur ein Versprecher.

Der Baerbock-Fanclub tobt!

Bis vor wenigen Jahren galt „junge Frau“ für Damen der Generation 40+ als Kompliment. In einer Zeit, in der Schwarzfahrer und Zigeunerschnitzel zu rassistischen Begriffen erklärt werden und Menschen, die das Gendersternchen nicht sprechen oder schreiben, als Teil des rechten Bodensatzes gelten, gilt selbstverständlich auch „junge Frau“ als Herabwürdigung.

Eigentlich sollte die Moderatorin Laschet dankbar dafür sein, dass er sie (falls überhaupt) „junge Frau“ genannt hat, statt ihr einfach zu sagen: „Das Interview ist hiermit beendet. Ich diskutiere nicht live mit Leuten, von denen man den Eindruck gewinnen muss, sie hätten die Journalisten-Ausbildung noch nicht vollständig absolviert.“ Dann hätte Linkstwitter sich gern echauffieren können. Auch wenn es letztendlich wahr ist!

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie ihn für sein Engagement hier unterstützen:

PayPal

Vorheriger ArtikelMissionarische Mutanten: Katholische Hirten rufen ihre Schafe zur Corona-Schutzimpfung auf
Nächster ArtikelFranziskus: So schlägt er Papst Benedikt XVI. ins Gesicht
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.