(Michael van Laack) Man muss Verständnis für das bayerische LKA und die Bundesregierung haben. Für die Kriminalstatistik wäre es sehr schlecht, wenn der Dreifachmord von Würzburg als islamistischer Terrorakt gewertet würde. Zumal, da der oberste Dienstherr der Behörde erst am Tag vor der Tat erklärt hatte, es gäbe keine größere Bedrohung für unsere Demokratie als jene von rechts.

Und für die Bundesregierung muss es auch darum gehen, Geld zu sparen: die Corona-Hilfen, der Green Deal, die Migrationskosten. All das hat die Kassen schwer belastet. Wenn die Tat als islamistisch eingestuft würde, hätten Hinterbliebene aber auch traumatisierte Verletzte Anspruch auf ein zusätzliches  „Schmerzensgeld“. Wer bitte soll das bezahlen?

Einstufung als Terrorakt politisch nicht gewollt

Das ist ja alles schön und gut, sagte neulich Bundesinnenminister Seehofer. Der Mörder habe „Allahu Akhbar“ gerufen. Aber das würde von Hunderten Moscheen auch zum Gebet gerufen, sei also vergleichbar mit einem Stoßgebet der Katholiken, ein „Gott steh mir bei“ zum Beispiel. Das könne also nicht als Indiz für einen islamischen Hintergrund gewertet werden.

Auch hat der Mörder gegenüber einer Polizistin geäußert, er befinde sich im Dschihad. Aber das habe er vermutlich nur so vor sich hingeplappert. Denn er sei psychisch krank und sich deshalb seiner Worte und deren Wirkung auf voreingenommene Nicht-Muslime kaum bewusst.

Jeder kommt doch irgendwann ins Paradies, oder?

Last but not least: Ja, er hat seiner in Somalia lebenden Mutter wenige Minuten vor der Tat eine Textnachricht von einem seiner zwei sichergestellten Smartphones (nicht schlecht für einen von der Gesellschaft vernachlässigten Obdachlosen, der in Deutschland vor sich hin darben muss) geschickt, die wie folgt lautet:

„Wir sehen uns im Paradies wieder!“ Aber auch das, so meinen LKA und Bundesregierung, würden nur böswillige Menschen in einen radikalislamischen Kontext stellen. Der Mörder könnte damit auch gemeint haben: Es gibt keine Chance dafür, dass ich Dich aus Somalia nach Deutschland nachholen kann, Mutter. Wir werden uns in diesem Leben nicht mehr wiedersehen.

Weiteres angebliches Indiz für nichtislamisches Motiv

Der Täter – so das LKA – schweige sich über sein Motiv aus. Wäre er ein islamischer Terrorist, würde er jedem erzählen, was ihn antreibt, weil er so Anerkennung in der Welt des Terrors gewänne. Sein Schweigen sei ein Zeichen dafür, dass er selbst nicht wisse, warum er gemordet habe. Dies wiederum sei nur bei psychisch-kranken Menschen der Fall.

Auch – so heißt es – würden islamische Terroristen alles daransetzen, nach ihrer Tat getötet zu werden. Aber das habe Abdirahman J. A. nicht getan. Er habe sich fast widerstandlos festnehmen lassen, nachdem er ein paar Polizisten sein Messer „gezeigt“ habe. Großartig, oder? Endlich kennen wir die Wahrheit. Das Gerede vom „islamistischen Terroranschlag“ war wieder nur Nazi-Propaganda und übelste AfD-Hetze mit dem Ziel, die Asylanten und Migranten in Deutschland in ein negatives Licht zu stellen.

Daher mein Vorschlag: Alle anständigen und aufrechten Mitglieder der Zivilgesellschaft, die bekanntlich mehr sind, sollten sich dagegen wenden und zum Gedenken an den Mörder von Würzburg Mahnwachen vor Moscheen und Demos vor AfD-Geschäftsstellen veranstalten, bei denen sie sich aus Solidarität mit Abdirahman J. A und allen Muslimen auf einen Gebetsteppich niederknien, als lediglich die BLM-Unterwerfungsgeste gegenüber dem Kriminellen George Floyd ein wenig erweitern.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.