(Michael van Laack) Menschen vernichten, Biografien zerstören. Das war schon immer der Lieblingssport der BILD-Zeitung. Daran  hat sich auch nichts geändert in einer Zeit, in der BILD und „Welt“ sich phasenweise auf die Seite der Kritiker der Corona-Politik der Bundesregierung stellten. Denn auch dort geht es BILD nicht wirklich um die Rechte der Bürger, sondern primär um die Abschaltung von ungeliebten Politikern, z. b. um den Sturz von Jens Spahn.

Die Causa Woelki jedoch nimmt eine „Qualität“ an, die wir nicht mehr gesehen haben, sei Kai Diekmann einen Bundespräsidenten (Christian Wulff) aus dem Amt geschrieben hat.

Das Erzbistum Köln war eines der ersten, dass unabhängige Gutachten zu den Missbrauchsfällen in seinem Jurisdiktionsbereich hat anfertigen lassen. Ausgerechnet das Bistum, an dessen Spitze ein Erzbischof steht, der gegen die Aufhebung des Zölibats, gegen die Priesterweihe der Frau und vor allem gegen einen größeren Einfluß der LGBTI-Lobby auf die kirchliche Sexuallehre steht.

Woelki entlastet? Das muss geändert werden!

Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass Woelki keinerlei Vergehen begangen hat, die ihn dazu veranlassen müssten seinen Rücktritt einzureichen oder gar vom Papst unmittelbar enthoben zu werden. Ein absolutes No-Go für die Hasser konservativer katholischer Theologie, weshalb die BILD unmittelbar nach Veröffentlichung begann, ihre bis dahin auf kleiner Flamme gefahrene Schmutzkampagne voll zu entfachen.

Mehrfach wurden die Leser mit Falschmeldungen versorgt, mehrfach erwirkte das Erzbistum dagegen einstweilige Verfügungen und Verpflichtungen zu Richtigstellung. All das hielt aber BILD-Reporter nicht davon ab, weiter im Stil ihres großen Vorbilds Relotius frei erfundene Geschichten in die Welt zu senden. Die Folge war, dass es im Bistum zu einem „Aufstand der Anständigen“ gegen Woelki kam. Dies war für die BILD dann ein weiterer Beweis dafür, dass der Erzbischof nicht zu halten sei. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Mit anderen Bischöfen weitaus gnädigerer Umgang

Der Münchener Erzbischof Marx, der Vorsitzende der DBK (Georg Bätzing), die Bischöfe von Essen, Münster oder Rottenburg-Stuttgart – ihnen allen oder ihren Vorgängern im Amt werden erhebliche Verfehlungen vorgeworfen. Sie alle haben Gutachten erstellen oder zumindest noch nicht veröffentlichen lassen. Aber sie alle stehen für die BILD und andere MSM auf der Seite der Guten. Auf der Seite jener, die die römisch-katholische Kirche Deutschlands gemeinsam mit einigen Laienverbänden in einen linksgrün-versifften Kulturbetrieb und/oder eine Staatskirche verwandeln wollen, die weniger das Evangelium als die Ideologie der Bundesregierung predigen soll. Von Gender Mainstream über Klimawandel bis zur Migration.

Kanzlei Höcker erwirkt fünfte einstweilige Verfügung

An der Wahrheit und fairem menschlichen Umgang interessierte Journalisten und Chefredakteure hätten vermutlich spätestens nach der zweiten Verfügung die Direktive „Zurückhaltung“ herausgegeben. Nicht so aber die lupenreinen Demokraten und den Schlüssel zum Hort der Wahrheit besitzenden Zeitungsschmierer der BILD-Zeitung.

Für sie zählt nur eines. Der Erzbischof, der sich am deutlichsten gegen die innerkirchliche Revolution stellt und dazu noch eines der größten Bistümer der Weltkirche leitet, ist ein Feind unserer „offenen“ Gesellschaft und muss liquidiert werden. Dazu ist ihnen jedes Mittelrecht. So bejubelte BILD zunächst, dass der Papst eine Visitatorengruppe nach Köln entsandte und sah Woelki bereits am Abgrund. Als diese Gruppe bereits nach einer Woche wieder abreiste und Woelki noch nicht öffentlich auf der Domplatte geteert und gefedert worden war, lief die Lügenpresse sofort wieder auf Hochtouren.

Feinde meiner Feinde

„Irgendetwas bleibt immer hängen!“. Und je mehr schmutz man wirft, umso mehr kleine Flecken bleiben sichtbar. Man mag zu Kardinal Woelki theologisch stehen wie man will. Aber wie menschlich mit ihm umgegangen wird, wie die BILD seine Zerstörung anstrebt, sollten selbst jene nicht schweigend hinnehmen, die mit ihm in vielen anderen Fragen nicht d’accord sind. Dass sie es dennoch tun, ist ein weiteres Beispiel für die Gleichgültigkeit vieler , die entweder nach dem St. Florians-Prinzip orientieren oder verlernt haben sich außerhalb veröffentlichter Meinung ein eigenes Bild zu machen

Aber auch für eine Haltung, die das „Feinde meiner Feinde“-Prinzip wieder hoffähig macht. Egal ob DBK, ZdK, ob KAB, kfd, Kolping oder der Diözesanrat im Erzbistum. Sie alle wissen, dass BILD lügt, aber sie saugen diese Lügen begierig auf und machen sie sich argumentativ zu eigen, weil sie eine Chance wittern, einen der mächtigsten konservativen Widersacher ihrer bunten Kirche zu beseitigen: Rainer Maria Kaarfdinal Woelki, Erzbischof von Köln, dem es vielleicht jur ein schwacher Trost sein wird, wenn wir hier schreiben:

SEIEN SIE VERSICHERT: AUF UNSERER SOLDARITÄT KÖNNEN SIE SICH VERLASSEN, EMINENZ!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.