(Michael van Laack) Klar, es ist Wahlkampf, die Zeit für markige Sprüche. Für Paul Ziemiak allerdings auch mal wieder die Zeit für übelste Diskreditierung politischer Mitbewerber. Umso verständlicher ist, dass Ziemiak oben auf seinem Twitter-Profil einen Artikel aus dem Jahr 2019 fixiert hat, den alle, die es besuchen, zuerst lesen sollen. Damit jeder sofort weiß: Sie betreten das Profil eines lupenreinen Demokraten.

Nein, auch wir halten nicht viel von der zentralen Figur des Flügels. Aber was der CDU-Generalsekretär in seinem Interview mit dem Spiegel über die AfD insgesamt und Björn Höcke im Besonderen sagt, erinnert doch sehr an Walter Ulbricht und Erich Honecker, denen jede sprachliche Herabwürdigung recht war, um den Klassenfeind im eigenen Land verächtlich zu machen. Gesagt hat er all das vor über zwei Jahren, aber er steht augenscheinlich auch heute noch dazu. Mehr als je augenscheinlich. Deshalb scheint es nützlich, seine Aussagen über die AfD von 2019 mit der CDU von 2021 abzugleichen.

„Die AfD ist eine Anti-Deutschland-Partei“

Das hören wir aus dem Mund des Generalsekretärs einer Partei, die die Auflösung Deutschlands in einem europäischen Zentralstaat anstrebt, die die Unterwerfung deutschen Rechts unter europäisches so schnell als möglich ausgeweitet sehen möchte; sich ein bunteres (migrantischeres) Deutschland wünscht; deren Familienbild (Keimzelle der Gesellschaft) weit über Mama, Papa und Kinder hinausgeht; die gemeinsam mit den Grünen Deutschland in eine Energiekrise stürzen möchte; der die Regenbogenfahne heiliger ist als die deutsche Flagge; die den Entzug der Grundrechte für ein probates Mittel jeglicher Krisenbewältigung hält; und die last but not least 12 % der Deutschen, die vor vier Jahren AfD gewählt haben, aus dem Diskurs ausschließt.

Björn Höcke sei ein Nazi, weil…

…er am 1. September 2018 mit den „Brandenburger Frontmann der Alternative für Deutschland, Andreas Kalbitz gemeinsam mit Rechtsextremisten und gewaltbereiten Hooligans“ an einem „Trauermarsch für den in Chemnitz von einem Asylbewerber erstochenen Daniel H.“ teilgenommen hat.

Klar, ginge es nach Ziemiak, dürften deutsche Medien erst gar nicht darüber berichten, wenn ein Asylbewerber oder ein anderer PoC einen Biodeutschen hingemeuchelt hätte. Vor allem dürfte es anlässlich solcher Taten keine Gedenkveranstaltungen geben. Wir sollten in solch einem Fall vermutlich eher dankbar sein, weil die Auslöschung des Lebens eines „alten weißen Mannes“ unsere Gesellschaft wieder ein klein wenig bunter gemacht hat.

AfD auf dem Weg zur NPD 2.0

„Björn Höcke trug zu diesem Anlass am Revers eine weiße Rose. Damit stellt er sich bewusst in die Traditionslinie der Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl, die gegen das NS-Regime kämpfte.“ Das zeige ganz klar, „wes Geistes Kind dieser Björn Höcke ist. Höcke ist für mich ein Nazi und die AfD mit ihm auf dem Weg zur NPD 2.0.“

Ist nicht eher, lieber Paul Ziemiak, die CDU auf dem Weg zu einer SED 3.0? Die Version 2.0 ist ja schon durch die Linkspartei kreiert worden. Die CDU, eine Partei, die applaudiert, wenn eine Bundeskanzlerin einen gewählten Ministerpräsidenten zum Rücktritt zwingt; eine Partei, deren Vertreter keine Probleme damit haben, sich auf Demos zu zeigen, wo Vertreter der linksextremen Antifa und der kommunistischen Plattform zugegen sind, wenn es um den „Kampf gegen Rechts“ geht; eine Partei, die das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesverfassungsgericht mit treuen Dienern der Kanzlerin besetzt hat.

Eine Partei, deren Fraktionsmitglieder vor Mandatsträgern der AfD auf den Fluren des Bundestages auf den Boden spuckt, wenn keine Kameras in der Nähe sind; eine Partei, sich ungeniert der von den Bürgern finanzierten Medienmacht der ARD und des ZDF bedient, um Wahrheiten mäßig zu entstellen und den politischen Mitbewerber zu diskreditieren; und auch hier last but not least eine Partei, die Druck vor allem auf die römisch-katholische Kirche ausübt, sich im Sinne ihrer Ideologie zu reformieren und gleichzeitig Erdogans ditib den Religionsunterricht an den schulen anvertraut.

Mantel der Bürgerlichkeit

Diesen Mantel müsse man der AfD wegreißen. Auch hier verkehrt Ziemiak wieder die Verhältnisse. Denn es ist die CDU, die unter dem Mantel der Bürgerlichkeit eine linke Agenda über Abtreibung, Gender Mainstream, ALG II, eine verfehlte China- und Türkeipolitik und dem Hypen von Minderheiten (Muslime, Schwule) mitträgt und fördert.

Ja, Herr Ziemiak hat recht: manch einen in der AfD sollte man mit Vorsicht genießen. Aber das gilt für Vertreter anderer Parteien auch. Zum Beispiel für Jens Spahn, der sich und die im Gesundheitsministerium ein und aus gehenden Lobbyisten samt deren Lobbys in der Coronakrise reich gemacht hat (Kliniken, Apotheken); oder für Olaf Scholz, der im Wirecardskandal Milliarden sehenden Auges verbrennen ließ. Und auch für Annalena Baerbock, die straflos Unwahrheiten in ihren Lebenslauf schreibt. Von den ehemaligen SED-Genossen der Linkspartei wollen wir mal gar nicht reden.

Ein Missgünstiger attestiert Missgunst

Die AfD würde, so meint Ziemiak weiter, „Hass, Neid und Missgunst schüren, damit Deutschland auseinandertreibt.“ Das sagt ein Mann, der täglich die Gesellschaft in die Guten und die Bösen einteilt, in die Aufrechten und Anständigen auf der einen und die Gendero-, Islamo- wie auch Homophoben auf der anderen Seite, ein Mann, der Wähler und Mandatsträger verachtet, die es wagten, sich von der alleinseligmachenden CDU abzuwenden, ein Mann, der täglich diskreditiert und seine tiefste Verachtung für politisch Andersdenkende zum Ausdruck bringt, spricht von Hass, Missgunst und Neid. Perverser geht es kaum mehr!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.