(Michael van Laack) Ab jetzt gehört „Afrika“ wie „Mohr“, „Zigeuner“ oder „Neger“ zu den unaussprechlichen Worten. Es dürfte daher nicht mehr lange dauern, bis Volkserzieher von ARD, ZDF, Tagesspiegel, FAZ und anderen systemrelevanten Medien nur noch vom A-Wort sprechen.

Wie das Unternehmen Bahlsen mitteilte, wisse das heutige anständige und aufrechte Bildungsbürgertum leider nicht mehr, dass Kakao hauptsächlich aus Afrika kommt. Das war vor über 60 Jahren der Grund, warum Bahlsen einer mit Schokocreme überzogenen und gefüllten Waffel den Namen „Afrika“ gab.

Schatz, bringt bitte „Perpetum“ für die Kinder mit!

Bahlsen fürchtet offensichtlich, dass dieses Wissen zukünftigen Konsumenten-Generationen noch weniger vermittelbar sein wird, weil diese sich nur für wichtige Themen wie biodiverse Ernährung oder solarbetriebene Smartphones interessieren werden.

Deshalb teilte das Unternehmen gestern – nachdem sich bereits vor über einem Jahr auf Instagram einige zukünftige Intellektuelle negativ zum Produktnamen geäußert hatten und das in Vergessenheit zu geraten drohte – mit, das Waffelprodukt umzubenennen. Es wird nun unter einem den Bildungsansprüchen der woken Generation genügenden Namen „Perpetum“ auf den Markt gebracht.

Neuer Name bringt Schwung und Zufriedenheit

Wie das Unternehmen weiter erklärte, seien bei vielen (vermutlich mehr als zehn) Kunden negative Assoziationen beim Lesen des Namens „Afrika“ auf der Verpackung aufgetreten. Soll wohl heißen: Sie mussten sofort an die Unterdrückung der Schwarzen in den USA und den Umgang der alten weißen Männer mit den Asylsuchenden unserer Zeit denken.

Wenn deutsche Konsumenten Rassismusvorwürfe in die Welt streuen, kann das selbstverständlich im schlimmsten Fall auch einen Weltkonzern in seiner Existenz bedrohen, nicht nur Oberbürgermeister, die sich über Negerschwänze verbreiten. Deshalb fand man einen zeitgemäßen Namensersatz für das Produkt!

Wird wokes Latein der neue Trend?

Na ja, die meisten Konsumenten von mit Schokolade überzogenen bzw. gefüllten Waffen werden erst mal googeln, was „Perpetum“ eigentlich heißt und ob sich dahinter nicht am Ende auch rassistische Ideologien verbergen. Doch diese Bedenkenträger können wir beruhigen. Oder vielleicht doch nicht? Denn für sich alleinstehend bedeutet Perpetum nichts fixes. In einem Satz bedeutet „perpetuum“ ewig. Aber so genau nimmt man es bei Werbetextern ohnehin nicht. Der Konzern jedenfalls will den Namen von „perpetuus“ abgeleitet wissen, was ununterbrochen oder aneinanderhängend heißt. Zumindest in seinen primären Wortbedeutungen.

Es kann aber auch als „lebenslänglich“ übersetzt werden. Und schon haben wir eine neue Crux. Darf so ein Produkt auf den Bestellzetteln für Gefangene in Justizvollzugsanstalten stehen? Eigentlich nicht! Da kann man nur froh sein, dass Gefangene keinen Internetzugang haben und auf Instagramm eine mehrköpfige Empörungswelle lostreten können. Denn eine zweite Umbenennung dürfte nicht nur das Produkt, sondern wohl auch der gesamte Konzern nicht überstehen. Fast 3000 Arbeitsplätze in Deutschland wären gefährdet.

Deutschland [70013]
Hätten die mal mich gefragt, ob „Perpetum“ sorgenfrei verwendet werden kann oder nicht. Denn die Nazis haben in den 30ern einen ewigen Kalender in Anhänger-Form auf den Markt gebracht. Den nannten sie (im Gegensatz zu Bahlsen grammatisch korrekt) „Perpetuum“-Kalender. Ein Kalender für die Ewigkeit, weit über das 1000jährige Reich hinausweisend. Hoffentlich erfährt das niemand, liebe Waffelfreunde!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.