(Michael van Laack) Von Karl Lauterbach haben wir schon manchen seltsamen Tweet gelesen. Aber hier übertrifft sein Wording alles, was er bisher an Realsatire geliefert hat. Der Ludwig-Mecklinger-Gedächtnispreis wäre ihm – so es ihn gäbe – kaum mehr streitig zu machen. Wer Ludwig Mecklinger war? Der letzte Gesundheitsminister der DDR.

Die Motivation eines „Hochrisikoträgers“

Wie muss ich mir das vorstellen, lieber Karl? Vielleicht „Opa, lass Dich endlich impfen, damit Du länger lebst und Deine Enkel nicht schon vor dem ersten Grundschuljahr sterben.“? Oder „Du bist doch sicher schon 22 und hast eine feste Freundin. Habt Ihr ja alle in dem Alter! Stell Dir vor, sie wird schwanger und Ihr beide seid noch nicht geimpft.“?

Etwas ganz anderes: Ist Johnson@Johnson überhaupt schon zugelassen in Deutschland? Kann der Wirkstoff per E-Mail verabreicht werden? Oder genießt der Inhaber eines Accounts nach zweimaligem Empfang in einer Textnachricht den vollen Impfschutz? Das wäre toll! Noch besser wäre natürlich Johnson#Johnson. Alle aufrechten Influencer (wie z. B. Du) könnten dann ihre Follower per Hashtag immunisieren.

Ist eine symbolische Impfung wirksam?

Falls nicht, hast Du die gute Frau darüber informiert, dass sie schnellstmöglich einen echten Impftermin ohne Kameras ausmachen sollte? Und was sind eigentlich Stadtteilmütter? So etwas wie Corona-Blockwarte? Vermutlich, denn in der DDR waren die IM bekanntlich auch allesamt Idealisten!

Es wäre besser, lieber Karl, wenn Du Dich nicht an PR versuchst, sondern bis zur real oder auch nur fiktional über uns hereinbrechenden vierten Welle nach der Bundestagswahl weiterhin für die meisten Deiner Fans unverständliche Tabellen, Grafiken und Links zu Studien in englischer oder französischer Sprache veröffentlichst, die Du im Teaser gern weiterhin mit sachgrundlosen Horrorszenarien verknüpfen darfst.

Ich hoffe, Deine Berater sehen das genauso. Denn niemand von uns möchte an einem chronischen Lachflash erkranken. Schließlich geht es auch uns darum, die Auslastung der Intensivstationen so gering wie möglich zu halten und selbst keine von innen sehen zu müssen. Also bitte mäßige Dich, mein Gutester!

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie ihn für sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelGrüner Parteitag: Wie eine Erweckungssekte
Nächster ArtikelSchweiz stimmt gegen CO2-Gesetz
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.