(Michael van Laack) Der letzte von Jens Spahn vor einigen Wochen eingeführte magische Wert von 20 ist mittlerweile vielerorts unterschritten. In einigen Bundesländern liegt die Inzidenz bereits im einstelligen Bereich. Keine guten Aussichten für den Bundesgesundheitsminister, denn mit dem Ende der Maskenpflicht wird manche Maske fallen und der Druck auf ihn sich erhöht.

Deshalb soll mindestens bis zu den Sommerferien alles so bleiben, wie es ist. Jetzt bitte nichts überstürzen, erklärte Spahn gegenüber der Funke-Medien-Gruppe. Klar, er möchte noch bis zur Bundestagswahl im Amt bleiben. Dazu war die vom Bundestag verabschiedete Verlängerung der epidemischen Notlage bis zu BTW ein wichtiger Schritt. Aber das reicht nicht. Wenn alle Bürger wieder ohne Maske herumlaufen würden, könnten sie sich zu frei fühlen.

Die Maske muss bleiben, solange es geht!

„Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“. Dafür sind wir alle dem Schöpfer der Bundesnotbremse selbstverständlich unendlich dankbar. Aber selbstverständlich haben wir in vielen Regionen Deutschlands gern und gehorsam die frische Luft über viele Monate gefiltert genossen. Und mussten zudem auch nicht in jede „Hackfresse“ schauen. Blicke sagen bekanntlich mehr als tausend Worte.

In Innenräumen freilich sieht das anders aus. Die bösen Mutanten sind noch nicht besiegt. Deshalb sollte die Maskenpflicht in Schulen, der Gastronomie und im Einzelhandel beibehalten werden, bis die Inzidenz stabil unter 5 liegt und die Überlastungsgefahr der Intensivmedizin nicht mehr besteht. Wann das soweit sein wird? Nun, das entscheidet Spahn dann vermutlich in einer Sechserrunde mit Merkel, Söder, Müller, Lauterbach und Wieler.

Bis Herdenimmunität erreicht ist?

Das zumindest fordert Karl Lauterbach. In Innenräumen sei es zuvor unverantwortlich, auf Masken zu verzichten, meinte er. Auch sollte sicherheitshalber bis dahin die Innengastronomie nicht geöffnet werden. Ob das kompatibel mit Spahns „Stufenplan“ ist, wissen wir nicht. Aber es steht zu befürchten

„Herdenimmunität bedeutet: Es sind so viele Menschen immun gegen ein Virus, dass sich das Virus nicht mehr verbreiten kann.“, erklärte uns neulich die Medizinjournalistin Christina Sartori. Doch die „Escape-Varianten helfen dem Virus, der Wirkung des Impfstoffes zu entkommen.“ Deshalb würde Herdenimmunität – besonders mit Blick auf die Globalität – vermutlich nie erreicht. Gute Aussichten also auf einen ewigen Maskenball.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.