(Michael van Laack) Kurz nach Beendigung ihrer von ARD und ZDF als „historischer Befreiungsschlag“ gewerteten Rede auf dem Parteitag der Grünen entfuhr Baerbock das Wort „Scheiße“. Lange wurde spekuliert, worauf sie sich bezogen haben könnte. Nun scheint klar: Annalena hat sich darüber geärgert, dass es ihr wieder einmal nicht gelungen war, am Rednerpult auch die Sätze fehlerfrei abzulesen, die sie nicht selbst geschrieben hat und deshalb auch nicht versteht.

Vielleicht sollte es sie in Zukunft so wie der von ihr in die zweite Reihe gedrängte Robert Habeck machen, der grundsätzlich frei und ohne jegliches Hilfsmittel (nicht einmal mit Namen von Parteikollegen auf der Handinnenfläche) spricht. Obwohl….

Jeder kann sich mal versprechen

Doch die Häufigkeit und vor allem Form und Art der Versprecher deuten darauf hin, dass Baerbock nicht gut mit Druck umgehen kann, sobald eine Kamera auf sie gerichtet ist. Sobald es also darum geht, sich möglichst fehlerfrei zu präsentieren.

Im Studium lernte ich manchen Kommilitonen kennen, der Angst vor mündlichen Prüfungen hatte und dann kaum ein Wort sauber herausbrachte. Mag sein, dass die grüne Kanzlerkandidatin, wenn sie demnächst Außenministerin im Kabinett Laschet sein wird, die Simultanübersetzer Putins nicht zur Verzweiflung bringt, weil sie in angenehmer Atmosphäre bei Wodka, Krimsekt und Kaviar fehlerfrei, locker und trotzdem energisch über Nordstream 2 oder die Abschaltung aller russischen AKWs plaudert.

Vielleicht sollte Baerbock einen Logopäden zurate ziehen

Aber so richtig daran glauben kann ich nicht. Und so bin ich trotz alldem Bedrückenden, was uns in den vergangenen 15 Monaten von Frau Merkel zu Corona und den Ergebnissen der MPKs vorgetragen wurde, sehr dankbar, all das nicht aus dem Mund Baerbocks gehört haben zu müssen. Viele Bürger hätten diese zusätzliche Belastung nicht mehr verkraftet. Die Psychotherapeuten wären hinsichtlich der Kapazität noch schneller an ihre Grenzen gestoßen, als die Kliniken bei den Intensivbetten. Unweigerlich wären wir so an den Punkt gelangt, wo die Bundeskanzlerin hätte verkünden müssen: „Wir machen jetzt den tatolen Docklown!“

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie ihn für sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelDie Inzidenz sinkt und sinkt – die Bundesnotbremse bleibt
Nächster ArtikelSawsan Chebli: In Deutschland leben muslimische Kinder 24/7 mit der Angst, von Rechten ermordet zu werden!
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.