(Michael van Laack) Es ist zweifellos ein ironisch-hämischer Tweet, den Marcus Blume heute Morgen abgesetzt hat. Doch kann er nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Ministerpräsident Markus Söder und die große Schwester CDU mit vielem liebäugeln, was die Grünen vorgeschlagen haben. Auch hat die CSU alles mitgetragen, was die Regierungskoalition bzw. die Unionsfraktionen in den vergangenen Jahren und vor allem den letzten Monaten beschlossen haben.

So z. B. die CO2-Abgaben, die am Ende immer der Verbraucher allein tragen wird, weil sowohl Vermieter über die Miete als auch Unternehmen über die Produktpreise ihre Vorleistungen weitergeben werden. Auch das Festhalten am Atomkraftausstieg wieder jegliche Ratio stellt für die CSU kein Problem dar.

Ein wenig sitzt Blume auch im Glashaus

Besonders lächerlich wirkt der Punkt „offene EU-Außengrenzen“. Denn die Regierung Merkel hatte mehr als fünf Jahre Zeit, dieses Problem anzugehen. Zwar haben wir theoretisch keine offenen Grenzen, doch in der Praxis erweist sich das alles nur als Papiertiger. Auch bei der CO2-Bepreisung in der Landwirtschaft vertreten zahlreiche Unionsmitglieder die Auffassung, dass hier Regelungsbedarf bestünde.

Dennoch trifft die CSU-Grafik grundsätzlich ins Schwarze. Mit den Grünen werden wir mehr Verbote sehen und eine Überregulierung in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft. Und auf dem Parteitag, müssen wir damit rechnen, dass Hardliner das aktuelle Programm aus der Feder von Habeck und Baerbock noch verschärfen wollen.

Grüne wahrscheinlichster Koalitionspartner der Union

Sollte die Umfrageentwicklung sich über den Sommer Bestand haben, werden zudem die Grünen der natürliche Koalitionspartner der Union sein. Manches von dem, was Blume also heute noch empört, wird unter einer Regierung Laschet/Baerbock in den nächsten Jahren zur Wirklichkeit.

Wieviele Wähler abschrecken wird, hängt auch mit der Entwicklung von FDP und AfD in den nächsten Monaten zusammen. Wenn die FDP sich weiterhin so an die Grünen heranwirft, wird sich ihr Zwischenhoch rasch erledigt haben.  Und die AfD? Die ist seit Jahren und aktuell so intensiv wie nie zuvor mehr mit sich selbst beschäftigt als mit Wahlkampfstrategie. In ihr kämpfen zwei Parteien darum, wer denn nun tatsächlich eine bzw. die bessere Alternative für Deutschland darstellt.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.