(Michael van Laack) Stimmenkauf wird dem am vergangenen Sonntag auf Platz 1 der saarländischen Landesliste der Linkspartei gewählten Thomas Lutze vorgeworfen. Es gibt bereits staatsanwaltschaftliche Vorermittlungen. Solche in Sozialistenkreisen selbstverständlich vollkommen unüblichen Vorgänge rufen  auch Oskar Lafontaine auf den Plan, der dazu aufruft, seine eigene Partei bei der BTW nicht zu unterstützen.

Lafontaine und seine Frau Sahra Wagenknecht scheinen mittlerweile die einzigen Prominenten in der SED 2.0 mit Haltung und Charakter zu sein.

„Jeder, der bei der kommenden Bundestagswahl im Saarland bei der Zweitstimme Die Linke ankreuzt, stimmt für den Kandidaten Lutze und damit für eine Politik und ein Verfahren innerparteilicher Willensbildung, die von Sahra Wagenknecht und mir grundsätzlich abgelehnt werden.“, erklärte der Vorsitzende der Linksfraktion im saarländischen Landtag gestern Abend.

Bundespartei entsetzt, dass Lafontaine keine Betrüger duldet

Bernd Riexinger sieht das völlig anders. Dann müsse man halt den Delegierten mehr bieten, als Lutze es tat, um seine Wahl zu verhindern. So jedenfalls lässt sich die Einlassung des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag interpretieren: „Wenn einem der Kandidat nicht gefällt, dann muss man sich eben bemühen, Mehrheiten für einen anderen Kandidaten zu gewinnen.“

Auch Dietmar Bartsch findet es völlig falsch, eine Partei nur deshalb nicht zu wählen, weil ein Stimmenkäufer auf Platz 1 einer Landesliste steht. Für Bartsch kommt Lafontaines Forderung selbstverständlich zur Unzeit, denn die Linkspartei braucht in diesen Tagen jede Stimme, um wieder in den Bundestag einzuziehen. Auch die Stimmen für Bestecher und Betrüger. Denn wichtig ist nur die Gesinnung, nicht der Charakter.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.