(Michael van Laack) Vermutlich blickt Armin Laschet sehr wehmütig auf die Zeit vor 2013 zurück, als es die AfD noch nicht gab. Da war in Deutschland die Welt noch in Ordnung und die Demokratie stand noch fest auf dem von Angela Merkel gemauerten Fundament. Damals wählten alle Bürger mit rechtsextremer Gesinnung noch die CDU. Nun aber, so Laschet gestern bei Maischberger, wäre alles anders. Die wunderbare Demokratie des Durchregierens in Zwei-Parteien-Koalitionen sei vorbei.

Durch die AfD gerät die Ordnung durcheinander

„Wenn in einem deutschen Landtag die AfD vorne liegt, ist das ein Problem für die Demokratie“ erklärte der CDU-Kanzlerkandidat gestern sehr zum Wohlgefallen der Moderatorin und der anderen handverlesenen Gäste am Abend bei Maischberger. Deshalb sei es mehr als nur symbolhaft, ob die AfD z. B. in Sachsen-Anhalt am Wahlabend vor oder hinter der CDU liegt. An der Regierung werde man die Partei zwar auch dann nicht beteiligen, aber mit der Alternative für Deutschland auf Platz 1 würde ein verheerendes Signal in das bunte Deutschland gesendet, Deshalb werde es auch nicht so weit kommen.

Schließlich gab es nur die Ausrutscher-Umfrage von INSA, die folgenden Umfragen hätten das bekanntlich wieder eingefangen. Deshalb waren Laschet und die anderen Diskutanten auch zuversichtlich, dass das Wahlergebnis sehr nah an den Befragungen für ARD und ZDF liegen und der CDU einen klaren Vorsprung bescheinigen würden.

Notfalls gemeinsam mit der Linkspartei die Demokratie verteidigen

Auf jeden Fall müsse ein Erfolg der AfD „mit allen Mitteln“ verhindert werden. Deshalb appellierte Laschet an die andern im Landtag vertretenen Parteien inklusive der Linkspartei, fest als Bollwerk gegen die Demokratiefeinde zu ziehen, Brandmauern zu errichten, mit keinem AfD-Politiker auch nur zu reden und notfalls zum Schutz des Grundgesetzes eine Allparteien-Koalition in Betracht zu ziehen. Nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch zukünftig dort, wo die Demokratie durch das Kreuz an der falschen Stelle des Wahlzettels in Gefahr gerate.

Brandmauer auch zu Max Otte und der Werte-Union nötig

In seinem Landesverband NRW seien alle auf Linie, verkündete Baerbocks künftiger Diener (ganz egal, ob in der Funktion des Kanzlers oder Vizekanzlers) stolz, als er von Maischberger auf die Konservativen in der postchristlichen CDU angesprochen wurde. „Ich kenne in NRW kein einziges CDU-Mitglied und keinen Abgeordneten, der mit dieser Truppe etwas zu tun haben will“.

Gut so Armin, mit Dissidenten wollte Dein und Angelas großes Vorbild – die auch aus der CDU bestehende SED – bekanntlich auch nichts zu tun haben. Dort hatte man wie in der NRW-CDU den Laden fest im Griff. Denn der antifaschistische Schutzwall und die „Demokratie“ ließen sich nur sichern, weil Querulanten frühzeitig identifiziert, Abweichler benannt und diese Truppe entsprechend „behandelt“ werden konnten.

Einziger Lichtblick: Für ein Parteiausschlussverfahren sieht Laschet keine ausreichenden Gründe. Er rede zwar viel Unsinn, aber das sei ja (noch nicht) verboten. – Na ja, warten wir mal die Wochen nach der Bundestagswahl ab. Dann wird zweifellos das Großreinemachen in der CDU beginnen. Dann wird man sich für die grüne Braut schön machen und den trotz intensiver Bemühungen in fast 20 Jahren Merkel-Dominanz noch immer nicht zerstörten konservativen Rest aus der Partei ausmerzen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.