(Michael van Laack) Prognostiziert hatte man im allerschlechtesten Fall – weil die Bundesregierung bekanntlich alles bestens steuert und im Griff hat – einen Umsatzverlust von 2,0 %. Was wir nun sehen, ist ein Umsatzverlust von 7,7 % im März und 5,5 % im April. Für den Mai werden ähnlich dramatische Zahlen erwartet. Tatsächlich aber ist für den Mittelstand (Einzelhandel, Handwerk) auf die Dauer der Pandemie gesehen der Umsatzverlust noch deutlich höher (im zweistelligen Bereich) Und das auch nicht erst seit der Bundesnotbremse.

Onlinehandel der einzige Gewinner

Denn bei der Einzelhandelsbilanz werden auch die Umsätze von auf eigenen Internetplattformen präsenten größeren Unternehmen wie Bau- und Gartenmärkte berücksichtig, die in der Krise teilweise zulegen und so ggf. auch Kunden langfristig an sich binden konnten.

Zudem verzeichnete der reine Onlinehandel (Amazon usw.) im Vergleich zum Vormonat im April ein Plus von 13,1 % und auf das Coronazeitalter ab März 2020 hochgerechnet ein Plus von 22,7 %. – Die entscheidende Frage: Werden die Käufer nach Corona wieder zu alten Kaufgewohnheiten zurückkehren? Oder hat die Coronakrise dem Online-Handel endgültig zum Sieg verholfen, sodass in Zukunft immer mehr Innenstädte veröden und die Geschäftsstraßen auch in Großstädten bald einer Leerstandswüste gleichen werden?

Für Scholz & Co. zählen nur die Steuereinnahmen.

Dem Staat freilich wird es egal sein: Hauptsache der Konsum bleibt – selbstverständlich klimaneutral – extrem hoch. Von wem die Steuern kommen, wie viele kleine und mittlere betriebe auf der Strecken bleiben, unter welchen Tarif- und Arbeitsbedingungen der Umsatz erwirtschaftet wurde… Das alles interessiert bestenfalls in Feiertagsreden zum 1. Mai oder vielleicht drei bis vier Wochen vor einer Bundestagswahl.

Weshalb auch Nikis Frage, die er heute Nachmittag auf Twitter stellte, eine rein rhetorische ist und somit unbeantwortet bleiben dürfte:

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.