(Michael van Laack) Auch wenn er aufgelöst ist, so existiert er selbstverständlich immer noch als Netzwerk: der Flügel. Und in ihm existiert ein weiterer Flügel. Der rechte Flügel des Flügels, wenn man so will: die Völkisch-Nationalen und nationalen Sozialisten. Deren sächsischen Vertretern gelten manche für den Bundestag gewählte Direktkandidaten als Weicheier, obwohl sie über Jahre der „wahren AfD“ im Osten und im Bund treu gedient haben.

Nun aber stehen sie auf der Abschussliste:  Michael Klonovsky (Gaulands Redenschreiber) und Matthias Moosdorf (Erstunterzeichnern der „Gemeinsamen Erklärung 2018 gegen illegale Masseneinwanderung“ und manche andere, z. B. Caroline Bachmann, Direktkandidatin im Wahlkreis 161 (Mittelsachsen).

Offen wird der Austausch gewählter Direktkandidaten gefordert

Ermuntert wurden die Hardliner der Partei – die beim Aufstellungsparteitag der Listenkandidaten gejubelt hatten, weil sie zahlreiche Plätze erobern konnten – von den jüngsten Umfragen, welche die AfD in Sachsen aktuell vor der CDU sehen. Dies könnte deutlich mehr Direktmandate bedeuten, als bisher erwartet. Mehr Direktmandate bedeutet weniger Mandate über die Liste. Viele, die sich schon auf einem weichen Sessel im Bundestag sahen, müssten nun möglicherweise auf dem harten Klappstuhl in ihrer heimatlichen Datsche sitzen bleiben.

Deshalb möchten die Völkisch-Nationalen nun ein größeres Stück vom Direktmandatskuchen, als ihnen zusteht. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es, gemäßigte Kandidaten zu mobben, sie intern zu verzeichnen, sie charakterlich und in anderen Bereichen als ungeeignet für einen Sitz im Bundestag darzustellen, um entgegen den Wahlentscheidungen der Wahlkreis-Delegierten durch die Hintertür mit ihren Kandidaten die so entstehenden Lücken zu schließen.

Auch Klonovsky und Moosdorf auf der Abschussliste

„Der Flügel kennt keine Ehre!“, sagte erst neulich ein Landtagsabgeordneter der AfD. Dass dies nicht nur eine unbewiesene Behauptung, sondern eine Tatsache ist, zeigt sich in diesen Wochen überdeutlich. Gemäßigte Flügler oder doch zumindest nicht als Vertreter der bürgerlichen Mitte einzuordnende Direktkandidaten sollen durch Hardliner ersetzt werden, die Deutschland gern in den Grenzen von 1436 sähen: Neapel ist unser!

So wurde versucht, auf die Tagesordnung des Chemnitzer Parteitags, der Anfang Juni stattfinden soll, Michael Klonovskys Absetzung zu setzen. Das schlug zunächst einmal fehl. Aber nur, weil der Antrag nicht fristgerecht einging. Man darf also davon ausgehen, dass der Druck auf Gaulands Redenschreiber in den nächsten Tagen erhöht und auch ein Weg gefunden wird, über diesen rechtlich vom Grundsatz her unzulässigen Antrag dennoch abzustimmen. Denn die Zeit drängt für die nationalen Sozialisten Sachsens. Bis Mitte Juli müssen die Listen- und Direktkandidaten der Landeswahlleitung gemeldet werden.

Der Druck im Kessel steigt

Matthias Moosdorf wurde in einem kursierenden Brief, der auch den Landesvorstand erreichte, in vielerlei Weise verächtlich gemacht. Lanciert hatten ihn Zwickauer „Parteifreunde“. Im Landesvorstand wurde der Brief besprochen und klargestellt, dass das Gremium grundsätzlich nicht gewillt sei, Direktkandidaten auszutauschen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Die Hardliner der Partei halten den Druck aufrecht und suchen weiter nach „Leichen im Keller“, um ihr Ziel zu erreichen.

Knapp 50 Tage haben sie noch Zeit, ihre Kandidaten durchzusetzen. Und sie werden nichts unversucht lassen, ihr Ziel zu erreichen. Deshalb wünschen wir Michael Klonovsky, Matthias Moosdorf und manch anderem das notwendige Stehvermögen und dem AfD-Landesvorstand Sachsen, das er sich nicht von den Mobbern weichkochen lässt oder einem Wunsch der im Bund agierenden Flügelspitzen im vorauseilenden oder tatsächlichem Gehorsam unterwirft.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.