(Michael van Laack) Immer wieder erlauben – nicht nur zu Corona-Zeiten – einige Städte und Gemeinden den Moscheegemeinden den Muezzin-Ruf. Im Gegensatz zu Kirchenglocken, die tatsächlich nur zum Gottesdienst „rufen“ oder zum Gebet des „Ave Maria“ einladen wollen, hat der Muezzin-Ruf „Allahu akhbar“ eine politisch-religiöse Dimension. „Allah ist der Allergrößte“ „Es gibt keinen Gott außer Allah.“ – Wo sein Ruf erschallt, herrscht die Lehre seines Propheten.

Da die meisten deutschen Politiker – wenn überhaupt – nur noch Taufscheinchristen sind und ihre Religion nicht ernst nehmen, können sie sich oft nicht vorstellen, dass der Ruf des Muezzins eine über den Ruf zum Gebet hinausgehende Bedeutung hat. Sie „kämpfen“ nicht darum, dass das Christentum in unserem Land im Bewusstsein der Bürger fest verankert bleibt und deshalb geht es über ihre Vorstellungskraft hinaus, dass Menschen anderer Religionen mit Blick auf ihren Glauben andere Ansprüche haben könnten.

Muezzinruf-Störer drohen bis zu fünf Jahre Haft

Im nordrheinwestfälischen Herford hatte der 39jährige Marcel Bauersfeld – „bewaffnet mut Topfdeckel, Kochlöffel und Kuhglocke – über einen längeren Zeitraum im Sommer 2020 gegen die Erlaubnis des Muezzin-Rufs vor der Herforder Moschee demonstriert und so den Muezzin-Ruf zu übertönen versucht. Von der Polizei wurde er deshalb mehrfach festgenommen. Gestört hatte die Staatsgewalt dabei vor allem, dass viele Schaulustige seiner Ansicht waren und es in der Folge mehrere „Nachahmungstäter“ gab.

Nun hat die zuständige Staatsanwaltschaft Anklage gegen Bauersfeld erhoben. Vorgeworfen werden ihm Volksverhetzung, Störung der Religionsausübung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Während viele Staatsbedienstete klammheimlich Beifall klatschen, wenn Frauen von Maria 2.0 zum Kirchenstreik aufrufend Gottesdienstbesucher am Betreten der Kirche hindern und während der Liturgie draußen lautstark protestieren, kennt die Justiz keine Gnade, wenn der zu Deutschland gehörende Islam betroffen ist.

Kuhglocken für eine „feindselige Tat“ eingesetzt

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft ist maßlos entsetzt über die islamophobe Sogwirkung, die vom Täter ausging: „Die Anklage geht davon aus, dass er mit seinem Verhalten bewusst die religiöse Andacht stören wollte. Dabei ist es ihm darauf angekommen, andere Bürger, die seine Einstellungen teilten, zu ähnlich feindseligen Taten gegen die versammelten Muslime zu veranlassen“

Zudem sei bei den Aktionen gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen worden. Das stellt in Deutschland selbstverständlich nur bei Clan-Beerdigungen, antiisraelischen Demos und BLM-Niederknie-Aktionen keine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat dar. Bauersfeld und seinen Mitangeklagten drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Wobei die Richter vermutlich diesmal noch Gnade vor Recht ergehen lassen und ein Strafmaß im Bewährungsrahmen aussprechen werden. Schließlich ist Islam Barmherzigkeit. Da wird selbstverständlich auch die deutsche Justiz ein entsprechend mildes Zeichen setzen wollen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.