(Michael van Laack) Der immer gleiche Reflex, wenn von palästinensischem Gebiet aus Raketen- oder Granatenangriffe auf Jerusalem und andere Ziele in Israel erfolgen: Heiko Maas, der sehr gern bei UN-Resolutionen gegen Israel stimmen lässt oder Enthaltung anordnet, vermeidet es (aus diplomatischen Erwägungen?) Ross und Reiter zu benennen.

„Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung ist durch nichts zu rechtfertigen.“ Immerhin das bringt er über die Lippen. Allerdings nur, um kurz danach Israel aufzufordern, sich nicht allzu doll zu wehren: „Alle Seiten stehen in der Pflicht, weitere Opfer unter Zivilisten zu verhindern.“

Wie aber soll Israel Opfer zivile Opfer vermeiden. Das wäre letztendlich nur möglich, wenn es darauf verzichten würde, Raketen nach dem Start noch auf palästinensischem Gebiet zu zerstören und darauf zu vertrauen, dass sie von ganz allein in der Wüste landen.

Das beredte Schweigen der Linken in Deutschland und Europa

Nichts ist den Linken wichtiger als der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Darauf hat vorgestern bekanntlich auch Luisa Neubauer bei Anne Will hingewiesen. Wo immer es möglich ist, wittern sie bei den Vertretern der Konservativen oder bürgerlichen Opposition antisemitische Tendenzen.

Doch die Linke in Deutschland unterscheidet schon seit Jahrzehnten zwischen guten und bösen Antisemiten, zumal sie den arabischen Antizionismus nicht als kleinen Bruder des Antisemitismus anerkennen will. Deshalb sind die Reaktionen auf die mittlerweile fast 300 Raketen, die in den vergangenen zwölf Stunden Richtung Israel abgefeuert wurden, für die meisten deutschen Leitmedien und vor allem die viel gelobten und gehypten Vertreter der Zivilgesellschaft im Kampf gegen rechts äußerst verhalten bis nicht vorhanden.

Judenhass wird nicht thematisiert

Stattdessen ergehen sich die MSM in Analysen, wie es denn diesmal zu dem Konflikt gekommen sei. Welche Gruppe wann was getan hätte, dass zur Eskalation führte. Viel berichtet wird über den Ostjerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah, über wütende Steine werfende Palästinenser, über rechtsnationale Palestinenser-Häuser raubende Siedler, über die unnötig eskalierende Polizei und unverhältnismäßige Einsätze des Militärs auf den Straßen der Hauptstadt.

Kein Wort aber darüber, dass die Palästinenser wie fast alle Araber die Juden als einen Feind betrachten, dessen Antlitz von der Erde getilgt werden müsse. Kein Wort darüber, dass die meisten Palästinenserorganisationen den Iran in seiner in der Verfassung stehenden Forderung, den Staat Israel auszulöschen und alle Juden zu töten, derer sie habhaft werden können, in Wort und Tat unterstützen.

Denn solche Bewertungen könnten – so glauben man gewiss auch in dden Redaktionen von ARD und dem ZDF – in Deutschland zu neuen antimuslimischen Ressentiments führen. Und vielleicht auch die Debatte darüber neu entfachen, warum das BKA in der Statistik Angriffe von Muslimen auf Juden als rechtsradikale Straftaten bewertet.

Wo bleibt die Empörung über Fridays For Future?

Denn auch in dieser mittlerweile weltweit operierenden Jugendorganisation des linksradikalen Milieus findet sich in diesen Stunden nichts zum neuerlichen Angriff der Antisemiten und Antizionisten auf Israel. Auf keinem der mehrere Dutzend umfassenden offiziellen Twitter-Accounts. Auch bei der SPD, den Grünen und selbstverständlich erst recht nicht bei der Linkspartei finden wir Vertreter, die Ross und Reiter benennen. Alle mahnen – wenn überhaupt – „beide Seiten“ zur Deeskalation.

Noch bedrückender aber: Während z. B. Anne Will sich gestern nicht scheute, zur Verteidigung von Luisa Neubauer linksradikale Netzwerke zurate zu ziehen, gibt es bisher von ihr noch nichts über Greta Thunberg, die sich offen auf die Seite der antisemitischen und antizionistischen Palästinenser stellte.

Wo bleibt der Aufschrei? Wo die Warnung vom „Tagesspiegel“, dem „Volksverpetzer“ oder dem „Spiegel“ vor einer Jugendorganisation, an deren Spitze augenscheinlich eine Feindin Israels und somit des jüdischen Volkes steht? – Nein, DAS darf man nicht thematisieren. Denn schließlich geht es in diesen Wochen darum, in Deutschland ein Klima der Angst vor einem Rechtsruck durch CDU, AfD und FDP zu schaffen, um dem Buntfaschismus im Herbst zum Sieg zu verhelfen. Alles nur noch zum K…

***

Sie lesen gern die Debattenbeiträge und Analysen fernab des Mainstreams, die Ihnen Michael van Laack auf PP bietet? 

Dann können Sie sein Engagement hier unterstützen:

Paypal

Vorheriger ArtikelTrotz erster Impfung: Seehofer an Corona erkrankt – Hat er leichtsinnig AHA-Regeln verletzt?
Nächster ArtikelEpidemie? Nur vier Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt
Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.