(Michael van Laack) Sein Leben und vor allem sein beruflicher Werdegang war das, was heute die Gesellschaft sein will: Bunt und schillernd. Allerdings in einem ganz anderen Sinn. Gestern ist Karl-Günther von Hase – sowohl Träger des „Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz“ als auch des „Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland“ – im Alter von 103 Jahren verstorben.

Militärische Karriere in den Genen

Als Sohn des schlesischen Großgrundbesitzers und preußischen Majors a. D. Günther von Hase war ihm eine militärische Karriere zwar nicht bereits in die Wiege gelegt, aber doch naheliegend. Über verschiedene Stationen stieg er 1943/44 in der Heeresleitung auf und wurde als Major Erster Generalstabsoffizier (Ia) unter dem General der Infanterie Joachim Witthöft in der Operationszone Alpenvorland.

Nachdem das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg gescheitert war, an dem sein Onkel Paul von Hase indirekt im Kreis des Widerstandes beteiligt war wurde von Hase an die Ostfront strafversetzt und zur Verteidigung der Festung Schneidemühl in Polen abkommandiert. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft und konnte erst 1949 in die neue Republik zurückkehren.

Diplomat, politischer Akteur, ZDF-Intendant

1950 begann seine diplomatische Karriere, auf deren Höhepunkt von Hase als Ministerialdirektor Leiter der Politischen Abteilung West wurde, die Referate NATO, Verteidigung, Großbritannien, USA, Mittel- und Südamerika und Afrika südlich der Sahara zuständig war. Dort befand er sich also in einer Schlüsselposition.

1962 begann seine kurze politische Karriere. Vielen älteren Mitbürgern dürfte er noch als Regierungssprecher unter Konrad Adenauer, Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger bekannt sein. Nach dem Regierungswechsel zu Willy Brandt kehrte von Hase in den diplomatischen Dienst als deutscher Botschafter in England zurück, bevor er von 1977 bis 1982 auf ausdrücklichen Wunsch der CDU – die damals noch das C im Parteinamen verdiente – als Intendant des ZDF zurückkehrte. Dieses Amt übte er von 1977-1982 aus.

Gestern nun ist diese lange und an Höhepunkten nicht lange Erdenleben zu Ende gegangen. Und so müssen wir uns vom bis dato ranghöchsten noch lebenden ehemaligen Soldaten der deutschen Wehrmacht verabschieden, der für sein Vaterland auch nach dem Krieg über viele Jahrzehnte verdienstvoll, stets die Demokratie verteidigend und das Grundgesetz hochachtend, tätig war.

Er ruhe in Frieden!

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.