(Michael van Laack) Dem Chef des Robert-Koch-Instituts, das für seine präzisen Modelle zur Inzidenzentwicklung (300 bis 1000 nach Ostern) weit über Deutschland hinaus bekannt ist, geht das alles viel zu schnell mit den Lockerungsgelüsten. Freiheiten für Geimpfte? OK, aber bitte auch nicht zu viele. Und die Gastronomie soll ohnehin nicht vor dem Bundestagswahl-Termin öffnen, wenn es nach ihm geht.

Denn wir bräuchten eine Immunisierung durch Impfung von über 80 % (aktuell haben wir noch unter 10 % Durchgeimpfte), um die Pandemie zu besiegen. Oder besser gesagt, um die bisher bekannten Virusvarianten zu besiegen. Darüberhinaus stellte Wieler in Aussicht, dass sein oder andere Institute demnächst mal eine Mutante entdecken würden, gegen die alle bisher bekannten Impfstoffe nicht wirken.

Katastrophe tritt ein, wenn wir jetzt den Lockdown beenden

Dann würde der R-Wert locker auf 3,2 steigen, was bedeute, dass 100 Infizierte weitere 320 Menschen ansteckten. Dann würde das bereits jetzt schon an seinen Grenzen befindliche Gesundheitssystem diesmal aber ganz wirklich kollabieren.

Dennoch verströmte Wieler auch ein wenig Zuversicht. Die dritte Welle sei gebrochen. Ob die vierte Welle käme, läge an der Disziplin der Bevölkerung, die wieder einmal nur noch einige Wochen aufrechterhalten werden müsste. Dann sei „in absehbarer Zeit“ wieder ein Leben mit ein paar Freiheiten mehr möglich. Zumindest, bis die 4. Welle ins Rollen gebra… also bis die vierte Welle käme.

Spahn: Nur Naive würden jetzt wieder Geschäfte und Schulen öffnen

Der wunderbare Abwärtstrend, der einzig und allein der Bundesnotbremse zu verdanken sei, müsse nun stabilisiert werden. „Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz. Denn dann würde die dritte Welle es sich noch einmal anders überlegen und aus dem unendlich großen Corona-Meer zu uns zurückfluten.

Unter einer Inzidenz könne man gern mal wieder ein wenig Außengastronomie gestatten. Aber lediglich für die Durchgeimpften oder mit einem amtlichen Test zum Bier oder Kaffee pilgernden Bürger. Auch Konzerte oder Theater im freien kann Spahn sich gut vorstellen. Mit sehr begrenzter Teilnehmerzahl, den üblichen Sicherheitsabständen und Masken. Das wird gewiss auch für Geimpfte Pflicht sein, denn man kann ja wohl kaum von Konzertveranstaltern verlangen, dass sie beim Einlass alle Impfausweise kontrolliert und an die Immunen weiße Armbinden mit einem Spritzensymbol verteilt, damit der Sicherheitsdienst weiß, wen er maskenfrei singen und tanzen lassen darf.

Zusammenfassung

Das Ende der Fahnenstange oder besser gesagt der Durchhalteparolen ist noch lang nicht erreicht. Ermutigt durch die Tatsache, dass das Bundesverfassungsgericht der Regierung definitiv nicht in die Parade fahren und Bundestag wie auch Bundesrat aus Furcht vor falschen Entscheidungen alles mittragen wird, genießen die von der Arroganz der macht berauschten dieselbe noch ein paar weitere Wochen.

Und testen vielleicht auch mit Blick auf die zur Erreichung der Klimaneutralität notwendigen Maßnahmen auch gern noch einige Zeit die Leidensfähigkeit und vor allem Leidensbereitschaft der Mehrheit unseres einstmals auf seine Nachkriegsverfassung und die Errungenschaften von Einigkeit und Recht und Freiheit stolzen Deutschen. Dieser Stolz scheint bei der Mehrheit der Bevölkerung bereits gebrochen zu sein, die nichts vermisst, solange ihr in irgendeiner Form Brot und Spiele dargereicht werden.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.