(Michael van Laack) Grün, Grüner, Söder! Daran hatten wir uns in den letzten Monaten ja schon gewöhnt. Doch seit der bayerische Ministerpräsident bei der Kanzlerkandidatur das Nachsehen hatte, glaubt er wohl nicht mehr an eine grüne Bundesregierung unter Führung der Unionsparteien. Deshalb zieht er nun überdeutlich jene Strategie vor, die er gegenüber der AfD im letzten bayerischen Landtagswahlkampf erfolglos angewandt hat: Das Original kopieren, um so Stimmen zu gerieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt Söder nun nicht einmal mehr vor abstrusesten Vergleichen und Schwarzmalerei zurück, wie dieser Tweet zeigt:

Ohne Kernkraft, ohne Kohle, ohne Öl und ohne Gas? Dann viel Spaß!

Der Klimawandel ist eine Pandemie? Ok, bleiben wir kurz einmal in diesem Bild. Während in China, Indien und USA die Corona-Pandemie bekämpft wird und Impfstoffe zur Verfügung stehen, bleiben diese drei Länder auf Jahrzehnte die weltweit größten CO2-Produzenten, weil entweder der Wille oder die Möglichkeit zur Energiewende nach germanischem Vorbild fehlt. Warum also will Söder mit Bayern hier plötzlich das sein, was er ansonsten ablehnt: Impfstoffnationalist!

Warum schließt er sich der ökosozialistischen Agenda – die seit Neuestem ja auch vom Bundesverfassungsgericht vertreten wird – an, die Deutschland in einen Arbeiter- und Bauernstaat verwandeln will? In einen Staat, in dem Energieversorgung nicht mehr nachfrage- sondern angebotsorientiert zur Verfügung stehen soll?

Angst fressen nicht nur Seele, sondern auch Söder auf…

Warum stellt er sich plötzlich gegen jene Experten, die vor einem Zusammenbruch der flächendeckenden Energieversorgung in Deutschland innerhalb der nächsten fünf Jahre warnen, weil deutlich mehr abgeschaltet und geschlossen wird, als „nachwächst“ (Windparks, Solarfarmen) und an Atom- und Kohlestrom aus dem benachbarten Ausland (Frankreich, Polen) usw. zugekauft werden kann?

Vermutlich, weil er erkannt hat, dass realistische Energie- und Wirtschaftspolitik von der Generation 18-35 nicht mehr gewünscht wird. Merkels Linksruck trägt nun die wirklich großen wenn auch nicht süßen Früchte. Ihre Strategie, immer mehr grüne und rote Positionen zu assimilieren, führte zu einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem. Denn die übernommenen Positionen wurden zwar mit dem Mund formuliert und auch zu Papier gebracht, aber kaum umgesetzt.

„Meister“ Söder kapituliert vor dem Zauberlehrling

Doch die Zeit des erfolgreichen Sedierens ist gebracht. Spätestens in der versemmelten Krisenpolitik rund um Corona haben sich viele der jungen Wähler auf die Seiten des Originals geschlagen. Auf die Seite jener, die schon seit einem Jahrzehnt die Apokalypse an die Wand malen und die ökonomisch unsinnigsten Forderungen aufstellen. Und: Viele glauben ihren Heilsversprechen. Dabei werden sie immer offener von den sozialistische unterwanderten deutschen Staatsmedien unterstützt. Auch das muss Söder zur Kenntnis nehmen.

Der Zauberlehrling, der sich fast eineinhalb Jahrzehnte die Politik Merkels stützend jeglichen kritischen Journalismus abtrainiert hat, gilt als von Links sturmreif geschossen. Will Söder nach der Bundestagswahl 2021 politisch überleben, muss er sich so früh wie möglich auf die Seite der neuen Meister stellen. Oder – um ein geflügeltes Wort zahlreicher Politiker während der Migrationskrise zu zitieren: „Ich habe verstanden!“.

Allerdings hat er definitiv nichts verstanden. Denn: Sobald Baerbock Bundeskanzlerin ist, wird sie den Markus aus Bayern als Freund nicht mehr benötigen. Das kann er allerdings nicht mehr sehen, weil er schon zu sehr von dem Virus infiziert ist, das den Klimawandel als Pandemie ausgibt, die nur mit in die Welt exportiertem deutschem Bio-Impfstoff besiegt werden kann.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.