Joachim Wundrak: Nur der moderne Nationalstaat kann Freiheit und Rechte der Bürger gewährleisten!

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(Michael van Laack) Heute Mittag wurde bekannt: Joachim Wundrak wird sich gemeinsam mit Joana Cotar als Doppelspitze den AfD-Mitgliedern zur Wahl stellen, um die Partei in einen Bundestagswahlkampf zu führen, der mehr darstellt als die übliche Richtungsentscheidung. Philosophia Perrenis veröffentlicht heute Abend vorab und zu diesem Zeitpunkt exklusiv ein autorisiertes Interview mit dem frisch gebackenen Spitzenkandidaten in spe über seine Motivation, Positionen und Ziele.

Einen honorigeren Kandidaten hätte sich die AfD kaum aussuchen können. Joachim Wundrak steht für Dienst am Vaterland wie nur wenige, was ihm 2018 dann das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bescherte. Im Jahr 1974 trat er in die Bundeswehr ein und 2018 wurde er mit einem Großen Zapfenstreich als Kommandeur des Luftwaffenstandortes Kalkar verabschiedet.

Herr Wundrak, warum haben Sie sich zur Kandidatur entschlossen?

Wir müssen unsere AfD jetzt als breite Volkspartei aufstellen, die Mehrheiten erringen kann. Mehrheiten, um die fatale Politik gegen die Interessen des Deutschen Volkes korrigieren zu können! Gemeinsam! Und auf der Basis unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Mit meiner Kandidatur im Team mit Joana Cotar will ich dazu beitragen, allen legitimen Strömungen in unserer Partei Gehör und Mitwirkung zu verschaffen.

Sehen Sie sich denn als lagerübergreifendes Team?

Nun, mein Name ist in der AfD-Niedersachsen verknüpft mit meiner Bewerbung um einen Listenplatz für die Bundestagswahl und hier trat ich für die bürgerliche Liste an. Aber: Was ich mir von Tag 1 an verbeten habe, sind jegliche Beschränkungen in Bezug auf Gespräche mit angeblichen oder vermeintlichen innerparteilichen Gegnern. Es kann nicht angehen, dass man sich feindselig gegenübersteht und nicht einmal miteinander redet. Für so einen Kurs bin ich nicht zu haben. Ich habe in Berlin daher mit vielen Spitzenpolitikern verschiedener AfD-Lager gesprochen. Mein Lagebild mache ich mir selbst.

Und wie ist Ihr Lagebild nach den Gesprächen?

Nun, der tiefe Graben hat mich durchaus erschüttert. Und ja, es gibt auch Tendenzen in der Partei, für die ich nicht zur Verfügung stehe. Es kann aber andererseits nicht angehen, dass man sich so sehr in innerparteilichen Krieg verstrickt, dass man jeden, der nicht im eigenen Lager steht, verdammt. So geht das nicht! Und leider scheint mir der Parteidiskurs zu sehr von solchem Herangehen geprägt zu sein. Das will ich ändern. Von mir gibt es ein klares Nein zu schädlichen Aktionen, aber immer ein klares Ja zu Gesprächen und auch zu Verhandlungen zwischen legitimen Positionen, selbst wenn sie nicht meine sind.

Sehen Sie denn Gemeinsamkeiten, auf die man aubauen kann?

Oh ja, unbedingt. Ich bin der festen Überzeugung, dass nur der moderne, aufgeklärte Nationalstaat die Freiheit und die Rechte seiner Bürger gewährleisten kann. Unsere Demokratie muss weiterhin durch Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Föderalismus gekennzeichnet sein! Und wirtschaftlich müssen wir durch eine starke soziale Marktwirtschaft und einen starken Mittelstand auch nachfolgenden Generationen Wohlstand sichern. Das sind Positionen, die die meisten meiner Gesprächspartner ganz sicher sofort unterschreiben würden.

Ist das nicht ein bisschen verträumt? So allgemein gesprochen unterschreibt das sicher fast jeder!

Das Träumen beginnt dann, wenn man die Augen davor verschließt, dass manches Wort und manche Tat nicht mehr von dieser Position getragen werden. Dann muss man klar und sachlich feststellen, dass eine Linie überschritten wurde. Wenn eine Position nur meine Linie überschreitet, aber sich noch im Rahmen des Parteiprogramms und der Parteiidee bewegt, ist das zu akzeptieren. Verlässt sie diesen Rahmen, ist es nicht akzeptabel.

Womit wäre beispielsweise eine Linie überschritten?

Wenn unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung angegriffen wird. Wenn es Menschen nicht mehr darum geht, Missstände aufzudecken und abzustellen, um unsere Demokratie zu beschützen. Wenn Menschen unsere Ordnung stürzen wollen, statt sie wiederherzustellen. Dagegen gehe ich an. Ob es nun die Regierung selbst ist, die die Demokratie schleift oder ob es Regierungsgegner sind, die das tun. Und wenn jemand das aus der Partei heraus täte, würde ich genauso dagegenhalten.

Dagegenhalten? Was heißt das?

Ich rede offen. Aber ich rede. Wenn etwas falsch ist, muss das gesagt werden. Wenn jemand aus Prinzip Linien überschreitet und Reden nicht hilft, gehe ich auf Distanz. Aber nach(!) dem Reden und nicht aus blindem Lagerkampf heraus.

Wie sehen Sie die Situation unserer Demokratie aktuell?

Wir sehen gerade im Zusammenhang mit Corona in den letzten Monaten und Wochen, wie grundlegende Pfeiler unserer Demokratie und unseres Wohlstandes in große Gefahr geraten. Statt das Land mit Respekt vor den Bürgern und ihren Rechten klug und mit Augenmaß durch die Krise zu führen, fährt die Regierung einen wilden, widersprüchlichen und wirtschaftsschädlichen Kurs. Statt Einwände ernst zu nehmen, diskreditiert sie jede Art von Kritik als Leugnung.

Statt offen zu kommunizieren, tischt sie abenteuerliche Erklärungen auf, die Wochen später zurückgenommen werden. Statt sachlich zu informieren, arbeitet sie mit Angst und Panikmache. Dies gilt es zu stoppen! Ich habe einst geschworen, das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Das gilt noch immer! Dafür bitte ich die AfD-Mitglieder um ihr Vertrauen.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.