Merkel zum 1. Mai: Supermarktmitarbeiter und LKW-Fahrer sind die neuen Helden der Arbeit

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Twitter Screenshot aus der Ansprache von Angela Merkel zum 1. Mai 2021

(Michael van Laack) Wir erinnern uns: Einer der Hauptkritikpunkte an #allesdichtmachen war, dass die Beteiligten an der Aktion den vielen Mitarbeitern im Gesundheitswesen den schuldigen Respekt versagt hätten und ihre Arbeit durch Öffnungsforderungen massiv erschweren würden. Heute nun hat unsere geliebte Bundeskanzlerin eine Ansprache zum 1. Mai gehalten. Und wem hat sie gedankt? Den Supermarktangestellten, LKW-Fahrern und Betriebsräten. Klinikpersonal? Fehlanzeige!

Kein Wort zu denen, die wegen der vollständig verfehlten Gesundheitspolitik (Krankenhausschließungen, Personalabbau) in vielen Einrichtungen an ihre eigenen Grenzen kommen, deren Überstundenkonto b ereits heute teilweise für ein halbes Urlaubsjahr aureicht. Die physisch und psychisch oft über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus Kranke betreuen, Leben retten, Trauernde trösten.

Wieder einmal falsche Schwerpunkte gesetzt

Kein Wort auch zu den Mitarbeiterinnen in den Altenpflegeeinrichtungen, die oft über einen längeren Zeitraum die Angehörigen ersetzen müssen, damit die Menschen dort nicht an Einsamkeit und Trostlosigkeit statt an Corona sterben.

Lob für die eigene Arbeit

Stattdessen einmal mehr Lob für das Regierungshandeln. Durch das neue Ermäch… Bundesinfektionsschutzgesetz käme nun alles bald in Ordnung. Nur noch ein paar Wochen (bis Juni) müssten alle durchhalten. Dann könnte sich jeder Bürger um ein Impfangebot bemühen. Auch die Teststrategie sein ein großer Wurf. Und selbstversträndlich auch die Entschädigung für Unternehmen. Die immense Neuverschuldung sei ein Segen, denn so hätten wir nur 3,6 Millionen Kurzarbeiter und nicht eine entsprechende Zahl an Arbeitslosen, die zu der einen Million seit März 2020 hinzukäme.

Alles laufe bestens. Das Homeoffice werde von den Bürgern dankbar angenommen. Und wo dies nicht möglich sei, müssen Arbeitgeber zweimal wöchentlich ein Testangebot machen. Das sollten die Arbeitnehmer dann aber auch wshrnehmen, flehte die Kanzlerin, die sich augenscheinlich vor einer Testpflicht scheut. Worüber man sich eigentlich wundern muss, denn andere nicht verfassungskonforme Maßnahmen hat sie bekanntlich rasch durchgewunken.

Lehrer, Erzieher, Eltern, Schüler – Keine pandemierelevante Arbeit?

Kein Wort auch zur Arbeitsleistung der Lehrer und Erzieher, die unter oft widrigsten Bedingungen ihre Arbeit verrichten müssen. Ebenso nichts zu den Schülern. Lernen wird offensichtlich nicht als Arbeit betrachtet. Klar, das bringt ja auch keine Steuereinnahmen und Einzahlungen ins Sozialsystem, mit dem der Migrationspakt, der Green Deal und der Corona-Schuldenberg finanziert werden soll und muss.

Kein Dank auch an die Eltern, die oft trotz der Belastung im Homeoffice oder freiberuflicher Tätigkeit die Funktion des Lehrers – oftmals mehr schlecht als recht – ersetzen müssen. denn die machen das aus Solidarität zur Bundesregierung und ganz besonders der Kanzlerin selbstverständlich auch sehr gern und so lang es gefordert wird.

Ebenso kein Wort über die Polizisten, die sich wegen der Politik der Bundesregierung oft Hohn und Spott ausgesetzt sehen, wenn sie als Ordnungsmacht die Einhaltung der Lockdown-Restriktionen durchsetzen müssen. Und die in mancher Region fast ebenso viele Überstunden anhäufen wie Mitarbeiter im Gesundheitswesen.

Fazit

Alles in allem: Danke für nichts, Frau Bundeskanzlerin. Auch wenn ich von Ihnen nicht viel erwartet habe zum heutigen Feiertag und für die kommenden Monate noch weniger erwarte: Diesen 1. Mai hätten Sie nutzen sollen, um sich mehr als nur pauschal neben den herausgehobenen Berufs- und Ehrenamtsgruppen bei „allen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen“ zu bedanken.

Heute wäre der Tag gewesen, sich vor allem bei den (Berufs-)Gruppen zu bedanken, die am meisten unter den Restriktionen leiden. Ihnen Mut zuzusprechen, ihnen die verdiente Anerkennung vor einem Millionenpublikum zu zollen und auch, sich zu entschuldigen für manches Versäumnis, dass diese erhöhte Arbeitsleistung überhaupt erst notwendig machte.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.