(Michael van Laack) Bisher galt die CDU in den Augen vieler als die wissenschaftsgläubigste Partei. Zumindest, was das Corona-Virus betrifft. Das scheint sich geändert zu haben, denn der Petitionsausschuss-Vorsitzende des Deutschen Bundestags – Marian Wendt – hat eine andere Theorie: Das Corona-Virus setzt beschlossene Gesetze unverzüglich um. Es unterwirft sich der Macht der Mehrheit des Bundestages und des Bundesrates. Läuft!

So muss man zumindest sein Posting von heute Vormittag verstehen:

Infektionsgeschehen orientiert sich am „Ermächtigungsgesetz“

Dieser kruden Theorie haben wir selbstverständlich sofort widersprochen. Denn jedes Kindergartenkind weiß dank der herausragenden Informationspolitik des Bundesgesundheitsministers, des RKI und vor allem der staatstragenden TV-Sender ARD und ZDF, das alle Zahlen – ob nun Inzidenzwert, R-Wert oder die Belegung der Intensivbetten – das Infektionsgeschehen der letzten 14 Tage abbilden.

Oder stimmt das etwa nicht? Leise Zweifel kamen beim Autor dieser Zeilen auf, als er Herrn Wendt seine Bedenken vorgetragen hatte. Doch der erfahrene Bundestagsabgeordnete, der schon aufgrund seiner Tätigkeit im Petitionsausschuss weiß, wie die Bürger ticken, lieferte dankenswerterweise eine Erklärung, die „rational“ die aktuell sinkenden Werte einordnete:

Abermillionen vorauseilend gehorsame Bürger

Ja, so muss es gewesen sein! Die meisten Bürger haben sich während der Nachdenkphase der Bundeskanzlerin aufgrund der gescheiterten Osterruhe und der dann einsetzenden Diskussion über mehr Vollmachten für den Bund in vorauseilendem Gehorsam ihrem Schicksal ergeben und sich gegenseitig ermuntert, bereits Wochen vor dem Inkrafttreten der 4. Novelle des Infektionsschutzgesetzes freiwillig auf Ausgang zwischen 22 und 5 Uhr zu verzichten.

Auch haben sie vorsorglich keines der Einzelhandelsgeschäfte mehr besucht, die nach Inkrafttreten des Gesetzes wieder geschlossen werden mussten. Und sie haben – wenn mehr als ein Familienmitglied oder Freund sie besuchen wollte – diese Infektionsherde auf zwei Beinen abgewiesen unter Hinweis auf die Tatsache, dass das in zwei Wochen sowieso wieder verboten sein würde.

Die Bürger dieses Landes sind einfach nur großartig. Folgsam, pflichtbewusst, solidarisch! So wie man sich seine Bürger wünscht, wenn man auf dem Weg in eine politische Religion ist, die im Totalitarismus enden wird. Große Zeiten…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.