(Michael van Laack) „Hoffnungshäppchen“ nennt Shakuntala Banerjee im ZDF das, was die Bundesregierung am heutigen Nachmittag zusammen mit den Ministerpräsidenten beschließen will. Ich nenne es grundgesetzfeindliches agieren. Einmal mehr demonstrieren uns die politischen Akteure schamlos, dass sie sich als Depot-Verwalter der Grundrechte verstehen. Allerdings mit der Zusatzklausel, dass sie allein bestimmen, wann das Depot teilweise oder ganz aufgelöst werden kann.

Zugegeben, ich wusste tatsächlich nicht, dass in den meisten deutschen Senioreneinrichtungen trotz Durchimpfung noch immer keine vollständige Haus – und Tischgemeinschaft hergestellt wurde. Vielen mag das auch nur als Nebensache erscheinen. Doch in dieser Kleinigkeit zeigt sich das Ausmaß der Unfähigkeit, Empathielosigkeit und Selbstherrlichkeit der GroKo und zahlreicher Ministerpräsidenten.

Nur die Bundesregierung gibt Euch Hoffnung

Dankbar sollen wir also auf die Brotkrumen und Fleischbröckchen warten, die der Herr (besser die Herrin) der erlauchten Impfgipfel-Tafel dem untertänigen Volk heute herab wirft. Zahlreiche MPs (ganz lautstark Söder) fordern, dass an Geimpfte zumindest ein Teil der Grundrechte wieder zurückgegeben werden müsste.

So z. B. Quarantäne-Wegfall mehr nach Kontakt zu Infizierten, gleiche Rechte wie negativ Getestete bei Einkauf, Dienstleistungen und Reisen. Dass über dieses Thema überhaupt geredet wird, obwohl noch nicht einmal 7 % der Bevölkerung zweimal geimpft ist, zeigt, dass zum einen kaum mehr Zugang zu Geist und Buchstabe des Grundgesetzes besteht und zum anderen Aktionismus das beliebteste und wohl leider auch erfolgreichste Tool bleibt, um die Bürger zu sedieren: „Wir tun ja alles, liebe Bürger, was uns der gemeinsame Feind – das Virus – gestattet. Wie gern würden wir Euch mehr geben. Doch leider müssen wir Eure Freiheiten noch geraume Zeit in unseren Grundrechtstresoren unter Verschluss halten.“

Impfversagen auf Bürger abwälzen

Merkel und Spahn und die anderen Genossen der Bundesregierung haben es ganz allein versemmelt. Nicht genug Impfstoff, keine Strategie bei der Verteilung, das Testdesaster. Und dazu der fehlende Mut,  auszusprechen, was sie wirklich wollen: Die Impfpflicht! Da diese für jeden sichtbar einen Grundgesetzverstoß darstellen würde, muss die Hintertür gewählt werden: „Niemand muss sich impfen lassen, aber dann bekommt er gar nicht oder erst beim Erreichen der Herdenimmunität seine Grundrechte zurück.“

Zynischer geht es kaum mehr

Der Zynismus dieser Vorlage der Regierung ist kaum mehr zu überbieten. Zum einen werden jene als Verfassungsfeinde und Rechte diskreditiert, die vor einer Zweiklassengesellschaft warnen. Zum anderen will man sie nun schaffen. Auf der einen Seite werden alle als Verschwörungstheoretiker bezeichnet, die schon vor Monaten die Wahrscheinlichkeit ins Gespräch brachten, dass die Bundesregierung mit einem Trick die Defacto-Impfpflicht einführen wolle, auf der anderen Seite faseln Merkel, Spahn und Genossen nun davon, man müsse „Anreize“ schaffen, sich impfen zu lassen.

Vor den Augen der Bevölkerung soll am heutigen Nachmittag ein weiteres Mal das Grundgesetz mit Füssen getreten werden. Für den größten Teil der Hauptstadt-Journaille kein Problem. Die einzige Bedrohung der Demokratie sehen sie in Regierungskritikern wie Querdenken und #allesdichtmachen. Der Vergleich mit der DDR mag hinken, aber man darf Behinderte nicht diskriminieren. Auch wenn es nur Vergleiche sind.

Umbau der Gesellschaft fast abgeschlossen

Der Umbau der Gesellschaft hin zu einer politischen Religion, deren Führer allein die Wahrheit in Fülle besitzen und dogmatisch zu sprechen fähig sind, vollzieht sich seit der zweiten Legislatur Merkels schleichend vor unseren Augen. Seine Krönung wird er in einer grün-rot-roten Bundesregierung finden, die – Stand heute – kaum mehr zu verhindern sein dürfte. Denn die durch die Institutionen marschierten 68er und ihre Kinder hatten in Kindergärten, Grundschulen, weiterführenden Schulen und Universitäten ausreichend Zeit, das Virus des Sozialismus in Herz und Hirn vieler der Generation 18-30 zu impfen. Die Zeit der Ernte ist nun gekommen. Große Zeiten…

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.