(Michael van Laack) Diese Woche startet so wie die letzte endete. Mit dem Willen, das Infektionsschutzgesetz trotz aller Bedenken durch Bundestag und Bundesrat zu treiben und ohne einen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU. Obwohl Markus Söder gestern bei Greta-Fans für Aufregung sorgte, in dem er im Privatjet nach Berlin flog, gibt es noch kein Ergebnis. Auch im Streit um das Infektionsschutzgesetz verhärten sich die Fronten. Aber an neuen „kreativen“ Ideen mangelt es nicht.

Inzidenzwert 200 bei Schulen umstritten

Die meisten Ministerpräsidenten fordern – wie es bereits jetzt in manchen Bundesländern (Z. B. Bayern) – praktiziert wird, bereits bei einer Inzidenz von 100 alle Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen und sonderpädagogischer Einrichtungen in den Distanzunterricht zu schicken. Denn für sie bleibt es wichtiger, möglichst viele Menschen vor dem Corona-Tod zu bewahren, als sich eine ganze Generation psychisch auffälliger Kinder heranzuziehen.

Über diesen Streit hinaus ist der Fantasie und Kreativität unserer genauso wie die Bevölkerung leidenden Mandatsträger (jedenfalls behaupten sie das) keine Grenze gesetzt. Da es mittlerweile einhellige Meinung unter Experten wie Lauterbach, Lauterbach und Lauterbach ist, dass im Gegensatz zu früheren Bekundungen die größte Gefahr zur Überfüllung der Intensivstationen von Kindern und Jugendlichen ausgeht, fokussiert sich in diesen Tagen neben der Ausgangssperre alles auf die Schulen. Die sollen nach dem Willen mancher unserer großartigen politischen Köpfe so lange nur Unterricht im Freien anbieten, bis genug Bürger geimpft sind und die Herdenimmunität nahe.

Kein Präsenz-Unterricht mehr bis August oder September?

Dieses Horror-Szenario malt zumindest der schulpolitische Sprecher von CDU/CSU im Bundestag – Marcus Weinberg – an die Wände der Klassenzimmer. Deshalb müssten andere Lösungen her. Davon gäbe es allerdings nicht ganz so viele. Die sinnvollste wäre es, Unterricht bei welcher Inzidenz auch immer nur noch im Freien stattfinden zu lassen. Dazu sein ja genug Platz auf den Schulhöfen oder on Parks. Und bei schlechtem Wetter? Ah ich vergaß, wir haben ja Klimawandel und deshalb wird es schon sehr bald für sechs bis acht Monate trocken und heiß.

Keine Ahnung, ob der schulpolitische Sprecher schon einmal eine Schule von innen gesehen hat. Nehmen wir als Beispiel das Maristen-Kolleg in Mindelheim im Landkreis Unterallgäu, dessen räumliche Verhältnisse ich sehr gut kenne. Also bewusst keine der Großstadtschulen, denen oft noch weniger Fläche und erst recht weniger Natur zur Verfügung steht. – Gymnasium und Realschule dieser Einrichtung haben zusammen nur ca. 1.100 Schüler in knapp 40 Klassen und Stufen. Die werden alle getrennt unterrichtet, Herr Weinberg. Das ist nicht mehr so wie in Omas Volksschule, als die Klassen 5 bis 8 in einem Raum Platz fanden.

Nicht praktikabel

Es gibt ein großes Schulhof-Areal und mehrere Sportanlagen. Aber definitiv nicht genug Platz, um 40 Klassen separat so adäquat zu unterrichten, dass alle Schüler dem Unterricht folgen und die Lehrer sich gegenseitig nicht stören können. Zudem: Wie in Fächern wie Physik Unterricht im Freien stattfinden soll, wo die Schüler Platz zum Schreiben haben und welches Mobiliar verwendet werden kann.. Fragen über Fragen. Ach ja, einen wirklichen Stadtpark hat Mindelheim nicht. Notfalls könnten die Klassen aber auf die wenigen Spielplätze im Stadtgebiet ausweichen, oder?

Tja, so ist das halt. Wenn man es nach mehr als 13 Monaten noch nicht geschafft hat, Luftfilter in ausreichender Zahl zu beschaffen, muss man halt auf andere Maßnahmen zurückgreifen. Vielleicht bieten wir auch einfach nur Dauersport-Unterricht an. Könnten wir d dann auch wieder in Leibesertüchtigung umbenennen, morgens auf dem Schulhof zu Appell die Fahne hissen, die Hymne singen und der Regierung die Treue schwören.

Übrigens: Weinberg ist selbstverständlich ein Schönwetter-Fan. Denn nur bei schönem Wetter soll der Unterricht draußen stattfinden. Sobald der Wettermann am Abend für den nächsten Tag Wolken ansagt, schicken die Schulleiter den Lehrern eine E-Mail, die leiten diese an die Schüler weiter und am nächsten Tag machen dann alle was? Genau, sie bleiben ganz spontan zu Hause. Die Lehrer haben dann ja noch die ganze Nacht Zeit, den Distanzunterricht für den nächsten Tag vorzubereiten.

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Jahrgang 1965 – Wohnsitze in Bayern und NRW - Deutscher und US-amerikanischer Staatsbürger – Zunächst Berufsausbildung zum Industriekaufmann/Wirtschaftsassistent – Danach Diplomstudiengänge (Katholische Theologie, Philosophie, Geschichte und Erziehungswissenschaften) u.a. in Bochum und Passau. – Einige Jahre Erzieher in privaten Internaten (u.a. Schloss Neubeuern und St. Ottilien) – In kirchlichen und politischen Milieus je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger gut vernetzt – Aktuell im politischen Betrieb als „Ghost“ Reden- und Vortragsschreiber sowie Mitautor und Korrektor. Zudem strategischer und konzeptioneller Berater bei diversen Wahlkampagnen außerhalb Deutschlands. Bis zu meinem Engagement für den Blog eher öffentlichkeitscheu. Das bin ich in gewisser Weise auch heute noch. Persönliche Kontakte pflege ich am liebsten nur beruflich oder in der Familie. Aktuelle Fotos von mir oder Fotos im Zusammenhang mit dem ein oder anderen Projekt vermeide ich, so gut es geht. Ein guter Freund nannte mich einmal einen Semi-Soziopathen. Auch wenn das ein hartes Wort ist: es beschreibt keine psychische Erkrankung, wie man vermuten dürfte und trifft deshalb sehr gut! Zwar bin ich prinzipiell sehr empathisch, doch schätze ich nicht die Nähe von Hinz und Kunz, lasse also ungern Menschen an mich heran. Ich spiele gern und hin und wieder auch erfolgreich mit Sprache, schotte meine Familie so weit es geht von der Öffentlichkeit ab und mache auch immer wieder mal – so auch hier - ein Geheimnis aus meinem vollständigen Lebenslauf. Diese Geheimniskrämerei hat schon manchen dazu verleitet, Legenden über mich zu verbreiten. Aber das ist OK. Ich habe ein sehr dickes Fell und Desinformation ist ja auch ein gern genommenes Tool im politischen Betrieb.